Raus aus dem Loch

Der Ball ist im Tor, Thomas Müller hat zum 2:0
getroffen. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Gegen die Bayern zu verlieren? Geschenkt. Über die Art und Weise, zwei der drei Gegentore so leichtfertig zu fangen, dürfen wir uns aber ärgern. Nicht unbedingt so laut und übersteigert, wie mir es entfahren ist. Emotion! Diesmal hat es anscheinend auch den Verantwortlichen gereicht. Anders kann ich mit die frühe Herausnahme von Pierre Kunde nicht erklären. Sicher, er war vor dem 0:3 nicht energisch genug eingeschritten und hatte den Ball verloren. Aber fast alle unsere Nullfünfer ließen den Gegner – jedenfalls im ersten Durchgang – beinahe ehrfurchtsvoll kombinieren, standen zu weit weg vom Gegner, schauten oft nur zu und verpassten es, durch konsequentes Gegenpressing die Räume zu verengen.

Wenn es einen Spieler hervorzuheben gab, dann war das Ötztunali. Der Enkel Uwe Seelers rannte und rannte, spielte tolle Pässe in die Spitze, sah den freien Mann, schuf Räume, presste konsequent. Überhaupt ging nach vorne mehr, als ich erhofft hatte. St. Juste hätte den ersten Treffer setzen können, Mateta scheiterte, und der agile Barreiro, diesmal von Anfang an mit dabei, setzte den Ball an den Pfosten. Hinten aber – in den ersten 30 Minuten grauslich. Beim 0:2 schauten wir tatenlos zu, wie Müller ins leere Tor traf. Beim 0:3 spazierte Thiago unbedrängt durch die Mainzer Reihen. Da stellte keiner mal wenigstens ein Bein dazwischen.

Trainer Achim Beierlorzer hatte Neuzugang Bruma, Pierre-Gabriël, Hack aber auch Aaron auf der Bank gelassen. Statt dessen spielten St. Juste, Brosinski, Niakhaté und Baku. Barreiro von Anfang im defensiven Mittelfeld, Boëtius auf der Sechs, dann Quaison und Ötztunali, ganz vorne stürmte Mateta. Offensiv war das gut, defensiv mit den altbekannten Fehlern. Positiv ist auf jeden Fall, dass die Mannschaft im zweiten Durchgang weiterstürmte, dass sie defensiv viel aufmerksamer agierte. Da hatte Beierlorzer auch dreimal gewechselt: Onisiwo für Barreiro, Szalai für Mateta und Latza für Kunde. Offensiv war da mehr Tempo drin, mehr Zweikampf um den Ball, defensiv mehr Aufmerksamkeit.

Klar, Bayern schaltete nach dem 3:0 langsam zurück, blieb aber immer gefährlich. Wenigstens einmal hätte der Schiedsrichter für uns einen Elfmeter pfeifen können – wie überhaupt weniger oft für die Bayern. Aber das sind wir ja fast schon gewohnt.

Es wird enger im Tabellenkeller. Wir müssen gegen Klinsmanns Truppe am kommenden Samstag was holen! Ordentlich was! Beierlorzer übernehmen Sie! Raus aus dem Loch!

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