Gegen Mönchengladbach zu viele Fehler gemacht

Pechvogel Robin Zentner nach dem Abpfiff.

Gut begonnen, am Ende aber doch abgestürzt. Unsere Mainzer haben auch ihr Spiel bei Borussia Mönchengladbach verloren. 1:3 hieß es am Ende, fast eine Kopie des Hinspiels. Dabei hatte das zu Beginn noch gar nicht so ausgesehen.

Quaison traf in der 12. Minute nach einer schönen Umschaltaktion früh zum 1:0 für seine Farben, und da trauten wir unseren Augen kaum. Mutig, wie unsere Mainzer gegen Gladbach aufliefen, früh pressten, Räume schufen, immer wieder umschalteten und auch Fehler des Gegners nutzten. Wie Quaison das Tor erzielte, hatte echt Klasse, er hat das Zeug zum Goalgetter, würde er nur konstant so spielen. Die Gastgeber aber waren dran, immer gefährlich, immer lauernd. Und ausgerechnet unsere Abwehr machte es ihnen wieder mal einfach, den Ausgleich zu erzielen.

Bei einem Freistoß in der 24. Minute, der schon fahrlässig von Hack und Aaron verursacht worden war, durch Nachlässigkeit und Unkonzentriertheit. Genau diese Abwehr war es auch, die Pléa beim Freistoß unbedrängt gewähren ließ, da war dieses Tor für Gladbachs an diesem Tag besten Stürmer ein Kinderspiel. Wir dürfen uns zu Recht wieder ärgern wegen solcher Fehler – weil sie vermeidbar sind. In der 30. Minute lief das ganz ähnlich, da ging ein Pass im Halbfeld ins Leere, Gladbach kam blitzschnell auf, Thuram haute den Ball sofort aufs Mainzer Tor, doch knallte das Spielgerät an die Unterkante der Latte und von dort aus zurück aufs Spielfeld. Das wäre die Führung für die Gastgeber gewesen.

05-Trainer Achim Beierlorzer hatte St. Juste auf die Sechserposition für den gesperrten Kunde gestellt, und auf Rechts stürmte Onisiwo anstatt Ötztunali. St. Juste machte seine Sache im ersten Durchgang ganz gut. Auch die Offensive kombinierte immer wieder ganz munter nach vorne – Onisiwo, Quaison, Boëtius und Mateta waren gut dabei, verschenkten jedoch oft etwas leichtfertig ihre Chancen, spielten nicht direkt genug. Die Abwehr kostete mich heute fast den Rest meiner wenigen Haare, so instabil wirkte sie bisweilen. Zu viele Ballverluste, Leichtsinnigkeiten, Stellungsfehler, Unkonzentriertheiten, Unsicherheiten. Welch Glück, dass wir einen Torwart namens Robin Zentner haben.

Beierlorzer brachte zur Pause Brosinski für Aaron, der blass geblieben war. Die Gladbacher kamen jedoch mit mehr Elan aus der Kabine und drückten unsere Roten immer wieder vors eigene Tor, wo die Mainzer Abwehr wenig energisch zur Sache ging und die gegnerischen Stürmer oft nur begleitete. Gladbach kam so immer wieder zum Abschluss, und Zentner musste oft retten. Entlastung nach vorne gab es nicht wirklich, unser Mainzer Keeper musste meist weit abschlagen, damit der Ball mal in des Gegners Hälfte landete. Die beste erste Chance im zweiten Durchgang hatte Brosinski in der 61. Minute.

Sie blieb eine überaus wacklige Angelegenheit, diese Abwehrarbeit unserer Mainzer, bei der sich Pierre-Gabriel leicht verletzte und raus musste. Barreiro kam ins Mittelfeld, Baku wechselte in die Abwehr. Zwischendrin konnte Zentner mit Glück ein Tor durch Herrmann verhindern.

Weich Riesenchance unsere Jungs dann in der 71. Minute liegen ließen – der Ball hätte nur noch ins Tor geschoben werden müssen. Onisiwo hatte sehenswert herein gegeben. Gleich im Gegenzug parierte Zentner hervorragend einen Schuss von Pléa. Gladbachs Trainer Marco Rose reagierte, brachte Embolo und Neuhaus, während das Publikum einen hervorragenden Angriff der Gäste sah, der leider nur zu einer Ecke führte.

Der Frusthammer erschlug uns dann in der 76. Minute: Wieder ein Freistoß für die Gladbacher, wieder das gleiche Muster wie beim Ausgleichstreffer, erneut waren die Gastgeber ganz vorne, Pléa musste den Ball nur noch aus kürzester Distanz ins Tor schieben. 2:1 für Gladbach. Warum war unsere Abwehr da erneut nicht im Bilde, warum war das so einfach für den Gegner? Ähnlich war‘s auch bei Embolos Pfostenschuss wenige Minuten später. Glück gehabt.

Beierlorzer nahm Hack heraus und brachte Öztunali, also eigentlich einen Stürmer für einen defensiven Mann. Konnte der Ausgleich in den letzten 10 Minuten noch gelingen? Onisiwo hatte per Kopf die Gelegenheit, doch Sommer parierte. Quaison scheiterte kurz darauf ebenfalls. Aber all die Bemühungen fruchteten nichts.

Das 1:3 fiel, weil Zentner sich bei einer Abwehraktion zu weit aus seinem Tor herausgewagt hatte und Neuhaus im Nachschuss den Keeper mit einer Bogenlampe beim Zurücklaufen kalt erwischte. Diesen Ball konnte der Mainzer Keeper nicht mehr erreichen. Da war dann klar, dass unsere Mainzer auch dieses Spiel verlieren würden. Den Patzer aber sollte man Zentner nachsehen – er hatte zuvor viele Fehler seiner Vorderleute ausgebügelt.

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