Warum 05 gegen Freiburg verlor

Der Moment des 0:1: Chang-hoon Kwon trifft an Robin Zentner vorbei ins Mainzer Tor. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Es ist immer hilfreich zu erfahren, wie andere ein Spiel gesehen haben, das man selbst miterlebt hat. Zum einen schauen wir selbst immer ein Stück weit durch die Vereinsbrille oder ein wenig blind aus der Sicht des Fans, der nicht für wahr halten kann, was nicht sein darf oder sollte. Klar, dieses Spiel gegen Freiburg war gar nicht so schlecht. Doch zählt am Ende das Ergebnis. Und für dieses 1:2 gab es Gründe. So schreibt FAZ-Kollege Daniel Meuren über das Spiel der Mainzer gegen den SC: „Rechtsverteidiger Ronael Pierre-Gabriel und Alexander Hack leisteten sich in der hintersten Reihe zu viele Fehler. Baku knüpfte im Mittelfeld ebenfalls nicht an seine starken Leistungen in der Vorbereitung an. Und die Offensive war nicht durchschlagskräftig genug.“ Drei Sätze. Drei Sätze, die es auf den Punkt bringen, die es in sich haben. Klick.

Schon unter Sandro Schwarz waren es eklatante Fehler im Defensivverhalten, die viele Punkte gekostet haben. Dazu zähle ich nicht mal nur die letzte Reihe, sondern die gesamte Mannschaft. Defensive Aufgaben haben am Samstag etliche Spieler übernommen, aber längst nicht alle. Wenn die Gefahr eines Gegentores aus einer Kontersituation befürchtet werden muss – und die SC-Tore fielen beide aus diesen Situationen –, dann muss das Team sich entsprechend darauf einstellen, da darf es nicht so viele Bälle verlieren und nicht zu hoch in des Gegners Hälfte stehen, da muss es Absicherungen geben.

In beiden Situationen konnte unsere Defensive allenfalls noch mitlaufen, meist mit dem Gesicht zum eigenen Tor. Wie willst du als Spieler mit dem Rücken zum heranstürmenden Gegner noch eingreifen können? Niemand wird es groß hören wollen, falls es auch jetzt wieder mal heißt, dass sich die Mannschaft nicht an die Vorgaben des Trainers gehalten hat. Das ist die Aufgabe der Trainer, dies sicherzustellen. Ihre Entscheidung, Alexander Hack und Ronaël Pierre-Gabriel in die Defensive berufen zu haben, können sie 100prozentig begründen. Beide unterliefen im Spiel jedoch auffallend oft Fehler – falsche Ballannahme, schlechte Pässe, Ballverluste, unsicher wirkendes Verhalten. Die Nebenleute ließen sich davon anstecken. Niakhatés Abwehrversuch, der zum 0:2 führte, mag unglücklich gewesen sein. Dennoch wirkte diese letzte Reihe alles andere als sattelfest. Hier hätte das Defensive Mittelfeld mehr mithelfen müssen, aber außer dem Ballfresser Pierre Kunde fiel dort niemand positiv auf.

Nun schien das Defensivverhalten zuletzt stabilisiert. Warum es gegen Freiburg teilweise so desolat aussah – es mag am Umstand gelegen haben, derart fahrlässig in Rückstand geraten zu sein, genau dann, als sich das Team wieder besonders viel vorgenommen und bis dahin gut nach vorne gespielt hatte. Dann aber Augen offen halten und weitermachen. Nur, soviel Selbstvertrauen ist offenbar nicht vorhanden (womit klar ist, dass Pfiffe des Publikums das Team wahrlich nicht anfeuern können). Klar ist doch auch: Keiner der Spieler will einen schlechten Auftritt hinlegen. Und jeder hat mal einen schlechten Tag, am Samstag offenbar gleich mehrere. Sowas wiederholt sich jedoch nicht an jedem Spieltag. Was uns wenigstens optimistischer werden lässt.  Auch und gerade gegen Borussia Mönchengladbach.

 

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