Werder Bremen gegen Mainz 05: 0:5

Ein deutliches 5:0 in Bremen. Absolut sehenswert: Mit drei Toren von Quaison (Foto) und dem ersten Treffer von Mateta. Aggressiv, mit schönem Kombinationsspiel und mit null Gegentoren – und das nur drei Tage nach dem 0:4 zu Hause gegen den BVB. Der blanke Wahnsinn. Mainz ließ Werder in tiefe Depression verfallen, während unseren Jungs heute fast alles gelang.

Mit einem recht munteren Gegenpressing begannen unsere Nullfünfer beim SV Werder Bremen und bestimmten so in den ersten Minuten die erste Partie dieser Englischen Woche. Giftig setzten die Rot-weißen nach und hatten ihre ersten Chancen. Genau das war der Schlüssel gegen  verunsicherte Bremer, die ihre letzten fünf Heimspiele und hoch bei den Bayern  verloren hatten (1:6). 05-Trainer Achim Bayer Beierlorzer hatte nur auf einer Position umstellen müssen: Für den nach seiner fünften gelben Karte gesperrten St. Juste kam Alexander Hack ins Spiel. So ging es im (gefühlten) 4-4-2 gegen Werder, das doch ein 4-2-3-1 war.

Die erste gute Möglichkeit hatte jedoch Bremen in der achten Minute, als Kunde den Ball im Strafraum nicht richtig weg bekam. Osakos Schuss ging jedoch ans Außennetz, weil Zentner Schlimmeres verhinderte. Gleich im Gegenzug verzeichneten unsere Mainzer ihren ersten Torschuss durch Szalai. Und dann in der 10. Minute: Schneller Angriff über rechts, Szalai legte in der Mitte auf Ötztunali ab, der wundervoll durchsteckte in die Spitze auf den davongeeilten Quaison, der wiederum das Leder direkt und mit Wucht ins Bremer Tor feuerte. Gelungene und sehenswerte Kombination.

Wenige Minuten später nur erhöhten unsere Mainzer das Resultat – ohne aktiv das Tor zu erzielen. Veljkovic brachte im Rückwärtsgang seinen Torwart in Verlegenheit, seine etwas stramme Rückgabe landete vom Torpfosten über Torwart Pavlenkos Rücken im eigenen Netz. So stand es nach 15 Minuten bereits 2:0 für die Mainzer. Das aber war noch nicht genug: In der 18. Minute schaffte Quaison das 3:0 nach Ballverlust des Gegners. Hack verpasste dann sogar knapp das 4:0. Irre! Bremen wirkte nun total verunsichert. Das Werder-Publikum reagierte verärgert und spendierte ein Pfeifkonzert.

Beide Trainer wechselten in der 27. Minute. Bremens Coach Kohfeldt brachte Eggestein für Sahin, Beierlorzer Brosinski für den schon gelb verwarnten und aufopferungsvoll verteidigenden Fernandes, der nah am Platzverweis stand. Der SV Werder schaffte es dann, sein Mittelfeld besser zuzumachen, doch kamen die Gäste dennoch immer wieder durch. Bremen wirkte behäbig, ließ den Gästen viel Raum, die dann nahezu mit ihren Chancen schluderten. Und unsere Mainzer nutzen den Platz und die Fehler des Gastgebers, kombinierten teilweise sehr sehenswert.

Aber dann doch: Quaison konnte bei einem Eckball in der 39. Minute seinen dritten Treffer verbuchen. Szalai hatte mit dem Kopf verlängert, und der Schwede musste nur noch etwas nachhelfen. Sauber! Was war da los in Bremen? Nach 38 Minuten schon 4:0. Mainz 05 in Bremen. Die traten einfach mutig auf, aggressiv, kämpften um den Ball und schalteten nach dessen Gewinn schnell um. Bremen drückte dennoch immer wieder in den Mainzer Strafraum und kam so zu Möglichkeiten. Bittencourt setzte mit einem Pfostenschuss in der 42. Minute ein Ausrufezeichen. Aber dennoch ging es mit 0:4 in die Pause.

Wie jetzt weiterspielen? Sollten unsere Mainzer mal ohne Gegentreffer nach Hause kommen? Bremen fiel zunächst mal nichts Neues ein, und das Spiel ging weiter wie im ersten Durchgang. Unsere Jungs kombinierten sich schön nach vorne – aber verdaddelten ihre Chance. Stark heute: Niakhaté, Baku, Quaison, Boëtius mit wenigen Abstrichen, Szalai. Kämpferisch eingestellt waren sie aber alle.

Bremen berappelte sich dann ein wenig, auch weil die Gäste nachließen und mehr Räume öffneten. Unsere Jungs kamen nun seltener vor das Bremer Gehäuse, trotzdem immer wieder. Beierlorzer nahm in der 67. Minute Szalai vom Feld und brachte unseren Toremann Mateta. Ein klares Zeichen: Wenn du noch Tore machen kannst, dann mache sie. Auf der Gegenseite bereitete sich Pizarro vor, für die Mainzer eine Art Schreckgespenst. Noch 22 Minuten auf der Uhr. Geht da noch was? Bremen sammelte sich, gewann Selbstvertrauen.

Dann kam Pizarro – und traf. Da laut Schiedsrichter sein Unterarm im Spiel war, zählte das Tor nicht. Aber – das sollte unseren Mainzern eine Warnung gewesen sein. Kurze Aufregung dann in der 76. Minute, weil der im zweiten Durchgang alles abräumende und gleichzeitig mitstürmende Kunde mit Wadenkrampf vor dem Bremer Tor lag. Er musste raus, machte Platz für Barreiro.

Das Spiel wurde ruppiger. Unsere Mainzer hatten sich einige gelbe Karten abgeholt, nun aber auch die Gastgeber. Das änderte aber nichts am Spielverlauf, denn unsere Nullfünfer hatten heute einen echten Matchday – es gelang ihnen fast alles.

Mateta setzt einen drauf
So war es irgendwie logisch, dass dann noch der wieder gesundete Torjäger Jean-Philippe Mateta den ganzen Auftritt in Bremen toppte: Er erzielte seinen ersten Treffer dieser Saison. Boëtius hatte den Ball schön vertikal in die Spitze auf Mateta gespielt, und der Franzose machte mit seiner unnachahmlichen Art den fünften Treffer. Bremen gegen Mainz 05 – 0:5!

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