Ohne Chance gegen Dortmund

Klare Niederlage gegen den BVB. Das Ergebnis mal außer acht gelassen, aber von der Vorgabe her betrachtet: Früh anlaufen, dem Gegner auf dem Schlappen stehen und das Fußballspiel vermiesen – das hat nun mal nicht so funktioniert. Gut angefangen hatten sie, selbstbewusst gegen den BVB begonnen. Aber zu ängstlich, zu zögerlich spielten unsere Jungs dann nach etwa 15 Minuten.

Sie hatten in der letzten Reihe schon jede Menge zu tun, weil das defensive Mittelfeld nicht mit letzter Konsequenz auf den Gegner ging – spätestens nach Ridle Bakus gelber Karte. Mehrere Male ging gerade noch ein Mainzer Bein in die Schussbahn und verhinderte Schlimmeres. In der 27. Minute kam Reus frei vor Zentners Tor zum Schuss, doch ging der genau auf den Mainzer Torwart. 5 Minuten später machte es Reus nach einem Eckball besser und drosch einen von Hummels zurückgelegten Ball in die Mainzer Maschen. Verdiente Führung für den BVB, der zuvor schon in der 15. Minute ein Handspiel des Mainzers St. Juste reklamiert hatte. Der Spieler war mit beiden Armen am Ball, während er durch den Strafraum rutschte. Doch winkte der Video-Schiedsrichter ab – glücklicher Ausgang für 05. Das hätte auch anders ausgehen können.

Mit 0:1 gingen die Mainzer in die Pause, die wieder mit Dreierkette angetreten waren, etwas verändert zum Spiel in Augsburg, ohne Onisiwo, aber mit Szalai und Baku. Das Konzept ihres Trainers konnten sie nicht auf dem Platz umsetzen, zu schnell kamen oft die Dortmunder Angriffe, zu schnell kombinierte der Gegner vor und im Mainzer Strafraum. Dorthin hätte er nicht so häufig vorstoßen sollen, da schafften es unsere Jungs jedoch nicht, ihren Laden dicht zu machen. Einzig Kunde gefiel in seiner Balleroberung, was zu Beginn noch Baku und Boëtius gelang.

Dortmund kam zunächst nicht mit demselben Schwung des ersten Durchgangs aus der Kabine zurück. Da boten sich den Rot-weißen schon Gelegenheiten, die sie aber hektisch verdaddelten, so Szalai, Quaison und St. Juste. Mainz kam auf, denn der BVB beschränkte sich auf Umschaltaktionen. So wie in der 66. Minute. Da standen unsere Mainzer weit vorne, hatten ihre Chancen – verloren aber den Ball. Mit einem schnellen Konter in Überzahl war der BVB zurück, hatte Robin Zentner keine Chance. Sancho machte das 2:0 für Schwarzgelb.

Zwei Minuten später nur wiederholte sich das Spiel: Diesmal war es Hazard, der beim Konter traf. 0:3, wieder überlaufen. Warum hatte unser Team nichts daraus gelernt? Dass es in Minutenschnelle nicht gar 0:5 stand, ist reinem Glück und Dortmunder Unvermögen zuzuschreiben. Unser Team wirkte demoralisiert. Trainer Beierlorzer nahm Boëtius runter und brachte Maxim, ließ dann – ein Raunen ging durchs Stadion – den Langzeitverletzten Mateta warmlaufen. Unter Riesenjubel lief der bisherige Toregarant für Szalai aufs Feld. Und forderte gleich den Ball.

Nein, nein, die Hoffnung trog. Es erwischte unsere Nullfünfer noch schlimmer. Der BVB griff in der 84. Minute ausnahmsweise mal kollektiv an und wurde kaum attackiert: Schulz machte das 4:0 quasi unbedrängt. Da war bei unseren Jungs kaum mehr Widerstand zu spüren. Sollte das ein 0:5 werden wie vor Wochenfrist gegen Düsseldorf? Es blieb beim 0:4. Zwei Tore waren aus meiner Sicht vermeidbar. Schade.

Tags:

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen