Geiles 2:1 gegen die Eintracht

Mainz gegen Frankfurt – immer ein Aufreger. Außerhalb des Platzes und auf dem Platz.

Die Begegnung stand diesmal von Anfang an unter keinem so guten Vorzeichen. Zündler vereitelten den pünktlichen Anpfiff, weil ihre Pyro den Rasen verbrannte und das Stadion verqualmte. Schiedsrichter Manuel Gräfe schickte die Teams einfach zurück in die Kabinen, bis die Luft rein war. Und dann noch die Schweiger, die 15 Minuten lang stumm blieben aus Protest gegen Montagsspiele.

05-Trainer Achim Beierlorzer setzte auf die Elf aus dem Hoffenheimspiel, ersetzte den gesperrten Baku durch Latza – die Gastgeber also wieder mit Dreierkette und zwei lauffreudigen Außenverteidigern, Aarón und St. Juste. Unser zuletzt so starker Pierre Kunde hatte als Erster die beste Chance auf einen Treffer, verzog jedoch. Dann Frankfurts Kohr in der 11. Minute nach einem schnellen und typischen SGE-Konter über Kostic auf der linken Seite, doch drosch der einstige Augsburger weit übers Tor. Da hatte sich unsere Defensive überrumpeln lassen. Im Gegenzug wurde Onisiwo von Hinteregger gefoult, der Gelb sah. Der Mainzer Freistoß brachte nichts. Aber unsere Jungs machten von nun an Druck, flankten die Bälle in den Frankfurter Strafraum und bekamen aus meiner Sicht nach einem Foul an Onisiwo einen Elfmeter verwehrt.

Die Eintracht kam seltener zu ihren gefährlichen Kontern, wenn aber doch, dann blieben diese so hochgefährlich wie ihre Standards. Unsere Nullfünfer versäumten es immer wieder, die Frankfurter Flanken in den eigenen Strafraum zu verhindern. Das konnte durchaus mal ins Auge gehen. Und es ging ins Auge: In der 34. Minute kam der Ball nach einer Ecke in den Strafraum, und Hinteregger stocherte das Ding aus dem Gewühl ins Tor. Ein Treffer aus der Kategorie vermeidbar. Zu passiv gingen sie da hinten ans Werk.

Aber 05 ging weiter drauf. Und hätte in der 38. Minute fast den Ausgleich gemacht. Noch fehlte es an der Präzision. Auch bei vielen Pässen. Dann mal endlich ein schneller Konter – und Kohr fällte Ötztunali (vorne wie hinten präsent) kurz vor dem 16er per Notbremse. Klar rot für den Frankfurter. Den Freistoß entschärfte Torwart Rönnow mit toller Parade. So ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.

Den zweiten Durchgang starteten unsere Jungs bissig, ließen aber nach wie vor die Präzision vermissen. Auch Boëtius bei seinem beherzten Torschuss in der 48. Minute und Edimilson fast direkt hinterher. Und dann zwei Minuten später doch der Mainzer Treffer: St. Juste spielte in den Frankfurter Strafraum, wo Onisiwo verpasste, Hinteregger den Ball aber ins eigene Tor abfälschte. Ausgleich. 1:1. Onisiwo traf dann gleich noch einmal – doch war der Ball nach Kameraperspektive zuvor im Aus.

Das Spiel wurde bissiger. SGE-Trainer Adi Hütter hatte zuvor Torro für Paciencia gebracht, sein Gegenüber Achim Beierlorzer nahm früh Latza runter und bot mit Szalai einen weiteren Stürmer auf. Brosinski kam kurz darauf für den angeschlagenen St. Juste. Und Mainz machte jetzt noch mehr Druck. Alle hielten wir dann in der 68. Minute die Luft an, als Rönnow einen strammen Torschuss nicht halten konnte und Szalai im Nachschuss verpasste, Hinteregger kurz darauf noch aus höchster Not vor Quaison rettete. Szalai machte es dann eine Minute später aber viel besser. Blitzschnelle Drehung im Strafraum – und es stand 2:1. Sauber gemacht! Erstes Bundesligator für Mainz erzielt.

Und das Spiel gedreht. Jetzt war die Stimmung im Stadion obenauf. Die Eintracht gab sich jedoch noch nicht geschlagen, griff auch in Unterzahl weiter an. Jetzt kamen ihre Flanken nicht mehr so häufig durch, aber sie hatte ihre Szenen und blieb gefährlich. So verpasste Kostic in der 79. Minute nur knapp. Dann mal wieder ein Freistoß aus dem Halbfeld vor dem Mainzer Strafraum – der ging grandios daneben.

Unsere Jungs ließen etwas nach, die Aufholjagd hatte wohl Kraft gekostet. Sie setzten nicht mehr jedem Ball hinterher und spielten manchen Angriff nicht konsequent aus. Frankfurt hatte durchaus die Chance zum Ausgleich, versuchte es mit hohen Bällen in den Mainzer Strafraum. Noch stand die Defensive. Beierlorzer brachte dann Maxim für Quaison, musste fast im selben Moment die Luft anhalten, weil sein Team beinahe den Ausgleich gefangen hätte – Hinteregger hatte wieder mal den Fuß drin. Schlag auf Schlag ging es zum Schluss, beide Seiten mussten noch einmal jeweils bangen, aber am Ende jubelten nur wir Mainzer. 2:1 gegen die SGE. Sauber!

3 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen