Den Adler jetzt rupfen

Grandios gegen die TSG Hoffenheim geschlagen – unbeugsam, kämpferisch, willensstark. Wie wird das nun zu Hause gegen die Eintracht aus Frankfurt? Erwarten nun nicht alle, dass die Mannschaft am Montag (20.30 Uhr) nachlegt und den Adler rupfen wird? Ganz so einfach wird das nicht gegen das Team, das am Donnerstag in der Euro League einen Rückstand drehte und sich wieder in die Lostrommel spielte. Dennoch sollte das 5:1 gegen Hoffenheim nachwirken – zumindest war nach Darstellung von Trainer Beierlorzer die Stimmung im Training deutlich besser. Das Selbstvertrauen ist zurück. Dieser Sieg hat den Glauben an die eigene Sache, das eigene Können, wieder bestärkt. Lässt sich am Montag ein solcher Auftritt gegen die SGE wiederholen, können wir den Adler rupfen.

Die Intensität und Power beim Euro-League-Auftritt des nächsten Gegners Eintracht Frankfurt hat 05-Trainer Achim Beierlorzer sehr beeindruckt. „Ein typisches Eintrachtspiel“, meinte er. Zu seiner Heimspielpremiere gegen die Adler hat der Coach alle Spieler zur Verfügung (Baku jedoch zwei Spiele gesperrt), alle Blessuren sind soweit verheilt, alle Erkältungen überstanden. „Die Mannschaft ist heiß auf einen Anschlusserfolg“, sagte der 52-Jährige. So kompakt und giftig wie in Hoffenheim müsse sein Team auch gegen die Eintracht auftreten, das Spiel des Gegners unterbinden und eroberte Bälle nicht sofort wieder verlieren, weil Frankfurt gut gegenpresse. Das Team sei zudem sehr stark über die Außen, Flanken müssten deshalb unterbunden werden.

Von der Bedeutung dieses Derbys wisse er, sagte Beierlorzer. Wir erinnern uns vermutlich alle noch an das 2:2 aus der vergangenen Saison, einem wirklich schnellen, intensiven und hochklassigen Spiel. So gut habe ich unser Team in dieser Spielzeit nicht oft gesehen. Das betonte auch Sportvorstand Rouven Schröder in der Pressekonferenz vor dem Spiel (siehe Video). „Dieses Heimspiel war für mich eines der intensivsten Spiele.“

Wie überzeugend einige Spieler in der letzten Begegnung plötzlich aufgetreten sind, lässt sich für viele noch immer nicht so richtig erklären. Zum Beispiel Pierre Kunde, wie er seine Position als Sechser ausgefüllt hat, wie offensiv und kaltschnäuzig er seine beiden Tore gemacht hat – das wünschen wir uns öfter. Da gibt es in der Mannschaft offenbar noch einiges zu entdecken.

Vor allem für den neuen Trainer. Er ist noch immer dabei, sich im Verein zu orientieren. Vor allem die Nachwuchs-Teams wolle er sich noch in ihren Punktspielen anschauen, zudem hat er den gesamten Kader nebst Nachwuchsspielern (ohne Publikum) gegeneinander antreten lassen. Beierlorzer will sich ein vollständiges Bild machen. Und ja, ich traue dem Mann wirklich was zu.

Noch ein Hinweis: Einige Fans wollen am Montag (ab 20.30 Uhr) aus Protest gegen Montagsspiele erst mal 15 Minuten schweigen. Erreicht haben sie ja schon einiges. Und wer gerne und oft ins Stadion geht, dem schmecken solche Spieltage ohnehin nicht.

Links:
Kicker: Latza und Brosinski – wichtig für Beierlorzer. Klick
SWR: Interview mit Stefan Bell. Klick
Wortpiratin: Was ist anders bei Beierlorzer? Klick
Kicker: Fernandes nimmt die neue Rolle an. Klick

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