Warum sich Rouven Schröder für Achim Beierlorzer entschied

Rouven Schröder (li.) und der neue Trainer Achim Beierlorzer. Foto: FSV Mainz 05/Hasan Bratic © rscp-photo.net,

Im Fußball heißt es immer: Kreuzvergleiche verbieten sich. Wenn also Mainz 05 Düsseldorf besiegt und Düsseldorf die Bayern, dann können wir nicht schlussfolgern, dass auch die 05er den FCB weghauen. Ob das mit den Trainern ähnlich ist? Achim Beierlorzer, sozusagen gestern beim 1. FC Köln wegen Erfolglosigkeit entlassen, heuert heute beim 1. FSV Mainz 05 an. Ja, Kreuzvergleiche verbieten sich. Jeder Verein ist anders, und die Chemie im Club ohnehin.

Und dennoch schwingt auch bei dieser Verpflichtung wieder Skepsis in der Fanschaft mit, ähnlich wie bei Vorgänger Sandro Schwarz. Der Ex-Chefcoach hatte mit seiner Jugendtruppe die Klasse nicht halten können und war dennoch als Trainer für die Profis verpflichtet worden. Das galt immerhin als der Mainzer Weg. Den wir jetzt mit der Verpflichtung des externen Achim Beierlorzer verlassen haben. Da versöhnt uns ein wenig, dass Niko Bungert mit ins Trainerteam eingebaut wird. Jubelstürme hören wir von den Fans dennoch keine – und das macht es für den neuen Mann wahrlich nicht leicht. Was er wissen wird. Was auch Sportvorstand Rouven Schröder wissen wird, der Beierlorzer bis 2022 verpflichtet hat. Und dennoch hat er diese Entscheidung getroffen. Er muss also vom neuen Trainer überzeugt sein. Ist er es?

Dazu am besten das Video der Pressekonferenz oben anschauen. Für alle anderen: Rouven Schröder wird in einer Pressemitteilung zitiert: „Bei sachlicher und inhaltlicher Betrachtung ist Achim Beierlorzer ein typischer Trainer für Mainz 05. Er ist ein akribischer und reflektierter Fußballfachmann, der eine enorme persönliche Entwicklung genommen hat. Er verfügt über eine natürliche Autorität und ein Talent, Fußballer zu führen und zu entwickeln und in seinen Teams einen besonderen Teamgeist zu wecken. Im vergangenen Sommer hatten ihn einige Klubs auf dem Zettel, da er bei Jahn Regensburg mit äußerst geringem Budget zwei sensationelle Spielzeiten absolviert hat. Die Erfahrung, die er beim 1. FC Köln gemacht hat, mindert meine fachliche Einschätzung nicht.“ Und der vielleicht wichtigste Satz im Ganzen: „Für uns ging es darum, den für unseren Verein und unsere Mannschaft passenden Trainer zu finden.“

Der neue Trainer selbst wird zitiert: „Beim FSV lebt man eine klare Fußballphilosophie, und diese deckt sich mit meiner: Wir wollen aktiven Fußball spielen mit hohem läuferischen Einsatz und großer Leidenschaft. So können wir die Fans begeistern.“

In jedem Fall ähnelt der Spielstil, den Beierlorzer dem FC aufgedrückt hat, der Mainzer Spielphilosophie. Läuferischer Aufwand, Pressing, Umschalten, Leidenschaft. Phasenweise sehr beeindruckend, wie sich das Team zerrissen hat. Aber auch hinten ähnlich wacklig wie 05. Wir hoffen, dass der Neue das in Mainz besser hinkriegt, dass er auch die Autorität und Durchsetzungsfähigkeit mitbringt, die er bei unseren Profis derzeit braucht, dass er ihnen neues Selbstbewusstsein im Spiel vermitteln kann. Deshalb willkommen Achim Beierlorzer! Gutes Gelingen!

Klar, wir setzen große Erwartungen in den neuen Trainer. Eine Chance hat er auf jeden Fall verdient. Obwohl mich das Ende der kurzen Ära Schwarz immer noch traurig stimmt. Schön jedoch, dass Niko Bungert nun Co-Trainer wird.
Für die Spieler jedenfalls gibt es erst mal kein Alibi mehr. Die stehen nun mehr in der Pflicht als zuvor.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen