0:8 – RBs D-Zug überrollt Mainz 05

05-Torwart Robin Zentner: Die waren brutal effizient!

Unsere Nullfünfer markierten bei ihrem Auftritt in Leipzig einen neuen Tiefpunkt. Alle guten Vorsätze… dahin nach fünf Minuten. Obwohl unsere Jungs gewarnt waren. RB Leipzig schaltete den Turbo ein, 05, weit aufgerückt, kam nicht schnell genug hinterher, St. Juste verhinderte die Flanke des davongeeilten Werner nicht, Hack ging nicht dazwischen, und Sabitzer schmuggelte den Ball aus dem Zentrum ins Tor. Uff, wieder früh im Rückstand, ähnlich wie gegen Köln. Nur dass dieses Spiel wahrlich nicht genau so verlaufen sollte.

(Dieser Artikel steht originär auf http://05blog.de)

In diesem Stil ging es zunächst mal weiter. Leipzig kam, immer wieder schnell, zu schnell für unsere Jungs, die mächtig unter Druck gerieten. RB nutzte die Räume, die 05 ließ, nutzte eine gewisse Mainzer Trägheit, wenn sie umschalteten. Werner brach links immer wieder durch, war auf beiden Seiten recht wirkungsvoll. Die schnellen Stürmer sind Leipzigs Pfund. Die Nullfünfer kamen kaum mehr zur Entlastung bis an den Strafraum der Gastgeber. Ötztunali dann mal in der 21. Minute, doch schoss er sich beim Abschlussversuch selbst ans Standbein. Bei einer Ecke kurz darauf reagierte Hack blitzschnell mit dem Kopf, doch Leipzigs Torwart Gulacsi parierte ebenso außergewöhnlich. Pech für unsere Mainzer.

Chancen zum Ausgleich gab es, doch war hier vor allem eine Mannschaft am Drücker – die Gastgeber. Und unsere Mainzer waren noch immer nicht gewarnt genug. Das 2:0 fiel fast als Kopie des ersten Treffers, wieder über links, dann ins Zentrum, wo diesmal Werner am langen Pfosten stand und einnetzte. Kunde hätte vielleicht noch parieren können, er war es, der den Ball im Mittelfeld verloren hatte. Sabitzer lief dann auf und davon, trieb den Ball bis vors Tor, niemand stoppte ihn.

Niemand stoppte in der 35. Minute dann Nkunku. Der konnte in aller Ruhe Maß nehmen und den Ball ungehindert in die Maschen hämmern. 3:0. Deutete sich da eine deftige Niederlage an? So sah es aus, denn nur 3 Minuten später erzielte Halstenberg das 4:0. Unser Team fiel buchstäblich auseinander. Desolat!

Schwarz nahm Szalai raus, brachte mit Latza einen zweiten Sechser. Das änderte nichts daran, dass die Jungs immer wieder in die Leipziger Umschaltfalle tappten. Zudem standen sie meist zu weit weg vom Gegner, verloren immer wieder Bälle, gingen zu selten in die Zweikämpfe, waren insgesamt zu langsam. Vor allem in der Rückwärtsbewegung angesichts der schnell umschaltenden Leipziger war das höchst ungenügend, viel zu passiv.

Derart viele Bälle darf das Mittelfeld einfach nicht durchlassen. Die Defensive fängt ja nicht erst vor dem eigenen Tor an. Dennoch hatte Sandro Schwarz nur einen Sechser aufgeboten. Beim Abwehrverhalten bleiben unsere Nullünfer grundsätzlich viel zu anfällig. Und da mag man sich auch fragen, warum es die Trainer noch immer nicht geschafft haben, mehr Stabilität in die Mannschaft zu bringen, vor allem in die Defensivleistung.

Das werden sich vermutlich viele auch nach dem 5:0 gefragt haben, das noch vor der Pause fiel. Diesmal durch Poulsen. Und wir haben uns auch gefragt, ob wir am Ende zweistellig aus dem Stadion würden gehen müssen.

Erst recht, als kurz nach Wiederanpfiff das 6:0 für Leipzig fiel. Werner schnellte erneut auf der linken Seite durch, zack, Treffer. Gabriel bekam Werner einfach nicht in den Griff. Nur kurz darauf folgte das 7:0. Ein 0:7 – ich hab viel erlebt mit den Nullfünfern, aber sowas noch nicht. Unfassbar – niemand ging dazwischen, die Jungs schauten einfach zu. Es mögen zwar Welten liegen zwischen beiden Teams, aber kämpfen müssen unsere Spieler schon, das fehlte mir, das müssen sie sich ankreiden lassen. In dieser Form bis zum 0:7 könnte Sportvorstand Rouven Schröder die Profis gleich vom Spielbetrieb abmelden. Und vielleicht mit den A-Junioren antreten, denn die führen zurzeit die Bundesligatabelle an.

Schwarz nahm den diesmal äußerst blassen Kunde raus, brachte Brosinski. Der trieb den Ball gleich mal bis vor den Strafraum und flankte – wo Leipzig klären konnte. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. noch ein Torschuss von Latza, ein Abseitstor von Quaison – mehr war von unseren Farben kaum noch zu erwähnen. Immerhin konnten sie die Leipziger etwas bremsen, doch schalteten die auch einen Gang zurück angesichts ihres bevorstehenden Champions League-Spiels gegen Sankt Petersburg am kommenden Dienstag.

Dennoch schaften sie das 8:0. Dilettantisch, wie unsere Defensive sich da selbst ausschaltete, und Timo Werner wieder durch war. Das war kaum mehr zu ertragen. Der Schlusspfiff – eine einzige Erlösung. Und ganz klar: Dieser Auftritt wird Folgen haben, er wird Diskussionen nach sich ziehen auf allen Ebenen. Es wird unangenehm für Sandro Schwarz. gegen Union Berlin am nächsten Samstag muss das komplett anders laufen.

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