Überzeugender Sieg gegen den 1. FC Köln

Der Atem stockte uns gleich in der dritten Minute: Welch Glück, dass der Schiedsrichter da abseits pfiff. So aber dauerte es dann doch zwölf Minuten länger, bis der FC Köln ins Mainzer Gehäuse traf. Kompromisslos, schnell, geradlinig. Terodde mit einem Drehschuss ins lange Eck. Da reagierte unsere Abwehr einfach zu träge. Oder gar nicht. 0:1. Da hing dann früh das Abstiegsgespenst über der Mainzer Arena. Können wir nicht mehr gewinnen?

Unsere Nullfünfer reagierten, griffen beherzter an, zeigten Initiative. Vor allem hatte bis dahin schlicht das Tempo gefehlt, und jetzt nahm der Zug endlich Fahrt auf. Jetzt attackierten sie, ungestüm, wild, oft ohne klaren Plan, immer wieder am Kölner Tor vorbei, aber der Wille war erkennbar. Und endlich klingelte es auch gegenüber, Boëtius netzte in der 21. Minute ein. Riesenjubel im Stadion, Erleichterung. Alles wieder offen!

Der Ausgleich eröffnete dann einen Schlagabtausch, wie wir ihn im Mainzer Stadion zuletzt nicht gesehen hatten, beide Teams griffen beherzt an, vernachlässigten aber auch immer wieder ihre Deckung. Köln dabei geradliniger als unsere Nullfünfer, wirkte besser eingespielt, hatte Oberwasser durch zuletzt einen Sieg und einem Remis auf Schalke. Mainz immer wieder verhalten, immer wieder kurz stockend beim Umschalten, suchend nach einer Anspielstation. Aber unsere Roten drückten den Gegner auch immer mal wieder zurück in dessen eigene Hälfte. Chancen gab es, aber es fehlte unseren Jungs auf fast allen Positionen an der Präzision. In der 34. Minute dann wieder der bestens aufgelegte Boëtius, diesmal mit Riesen-Gelegenheit – und Kölns Torwart Horn parierte sensationell.

Stimmungsvolle Atmosphäre im
Mainzer Stadion mit neuem LED-Flutlicht.

Sie bestürmten jetzt mit Wucht das Kölner Tor, brachten jede Menge Tempo rein, aber der ein oder andere Pass, die ein oder andere Aktion misslang. Das Anrennen geriet oft zu ungestüm, zu hektisch. So wie Ötztunali, der in der 45. Minute zu ungenau von rechts aufs Tor schoss – knapp vorbei, tolle Chance vertan. Aber schön zu sehen, dass sich da eine Mainzer Mannschaft richtig reinwarf in den Kampf.

Direkt nach Wiederanpfiff rettete Torwart Zentner seine Mannschaft zweimal vor dem Rückstand mit tollen Paraden. Da waren unsere Jungs noch nicht wieder richtig auf dem Platz. Zentner musste jetzt häufiger eingreifen. Entlastungsangriffe gab es dennoch, immer wieder angetrieben von Boëtius, und bei einem in der 57. Minute nahm Quaison zentral aus etwa 25 Metern einfach mal Maß – die Kugel sauste in einem Strahl direkt ins Tor! Unfassbares Ding. Das Stadion tobte!

Hammerschuss von Robin Quaison.

Und wieder hielten wir den Atem an, in der 62. Minute, als Zentner nach einer unklaren Situation einen strammen Schuss von Kölns Terodde gerade noch so ins Toraus lenkte. Köln protestierte nach der anschließenden Szene wegen eines angeblichen Handspiel, doch der Videobeweis griff wie schon in der Anfangsphase nicht. Langeweile kam hier nicht auf, den Ball umkämpften beide Teams verbissen.

Köln zeigte sich nach zwei Wechseln frischer und angriffslustiger. Trainer Beierlorzer hatte mit dem Ex-Nullfünfer Cordoba einen zweiten Stürmer gebracht und ließ nun fleißig den Mainzer Strafraum beackern. Schwarz brachte Latza für Brosinski, dessen Position Baku nun einnahm. Denn der FC drückte mächtig auf den Ausgleich. Mainzer Ausflüge in Kölner Terrain wurden seltener. Schwarz brachte mit Onisiwo für Quaison einen neuen Stürmer (78.). Köln ebenso, wechselte mit Modeste einen dritten Stürmer ein. Konnten unsere Mainzer diesmal die letzten Minuten überstehen? Es sah so aus, denn bei einem beherzten Angriff machte unser heute aufopferungsvoll kämpfender Levin Ötztunali das 3:1, und das zum richtigen Zeitpunkt! Der Torschütze machte gleich einem Verteidiger, Alex Hack, Platz. Welch ein Spiel!

Köln attackierte weiter, konnte aber nicht mehr groß überzeugen. Den letzten Freistoß direkt an der Mainzer Strafraumgrenze konnte der meisterhafte Zentner entschärfen. Es bleibt dabei – die Geißböcke sind in Mainz willkommene Gegner. Unsere Nullfünfer gewinnen ihr Heimspiel und haben nicht nur drei wichtige Punkte geholt, sondern auch Überzeugungsarbeit beim Publikum geleistet.

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