Vollgas gegen Köln und nicht alles in Frage stellen

Unsere Nullfünfer haben Probleme, ihre teilweise sehr guten Trainingsleistungen in ein Wettkampfspiel zu bringen. Aber das immer wieder schlechte Auftreten hat nichts mit einer grundsätzlich falschen Einstellung zu tun – das ist eine Grundaussage von Trainer Sandro Schwarz aus der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Köln (Freitag, 20.30 Uhr). Woran liegt es noch? Stimmt die Einstellung? Schon beim Wort „Einstellung“ fiel Schwarz einem Journalisten ins Wort und wehrte sich auf emotional-engagierte Weise gegen Eindrücke, es könne der Mannschaft oder einigen Spielern an der richtigen Einstellung fehlen.

Niemand solle annehmen, dass Trainer und Mannschaft nach einem solchen Auftritt wie in Düsseldorf zur Tagesordnung übergingen, machte Schwarz klar. Er ließ seinem Team in einem der letzten Trainings das Video der kompletten ersten Halbzeit des Düsseldorfspiels vorführen. Die Mannschaft sei schockiert darüber gewesen, wie weit sie von den Vorgaben weg gewesen war, was sie alles falsch gemacht hatte. Das komplette Freilaufverhalten habe nicht gestimmt, teilweise hätten sich zu viele Spieler rund um Rouven Hennings befunden, und beim Umschalten hätte das Team dann vorne in Unterzahl agieren müssen. Seine Spieler wüssten sehr wohl, was sie falsch gemacht hatten, sagte der Trainer.

Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Köln

Warum sie dennoch nicht das auf den Platz bringen können, was ausgemacht war, führte der Trainer auch auf die Stresssituation in einem Wettkampfspiel zurück. Mit dem Stress werden sie umgehen müssen – wobei hier auch die Unterstützung des Publikums immer gefragt ist. Was wäre noch zu tun? Eine Personalrotation lehnt Schwarz ab. Man dürfe nach schlechten Leistungen nicht immer gleich alles in Frage stellen. Der Cheftrainer will nicht zulassen, dass seine Jungs in eine Krisenstimmung verfallen, wohl wissend, dass es dann noch schwerer werde, aus dem Keller herauszukommen. Und apropos Keller: Die Tabelle spiele in seinen Überlegungen deshalb keine Rolle – weg damit. Fragt sich, ob auch wir Fans das schaffen.

Alles abrufen am Freitag, mehr Biss, mehr Griff, fordert der Trainer. Auf den gelb-rot-gesperrten Fernandes muss er dabei schon mal verzichten, und Danny Latza ist angeschlagen. Bleiben für diese Position zum Beispiel noch Kunde und Baku. Der Gegner hat nominal torgefährliche Akteure in seinen Reihen: Terodde, Modeste und den Ex-Mainzer Córdoba. Mindestens aber werden diese laufstarken Spieler unsere Mannschaft schwer beschäftigen.

Alles abspulen, fordert Sandro Schwarz von seinen Jungs. Das sollten wir auch. Selbst wenn es schon mal schwer werden wird, angesichts der Verkehrslage rund ums Stadion überhaupt in die Arena zu kommen. Hier gilt es auch für uns, erste Widerstände zu überwinden.

Das sagt Gästetrainer Achim Beierlorzer zum Spiel gegen Mainz. Der FC
will eine kleine Serie starten und auch gegen die Nullfünfer gewinnen.

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