0:1, gelb-rot, und durchweg viel zu dürftig

Es war ein müder, blutleerer Auftritt unserer Jungs in Düsseldorf. Nicht ein Schuss aufs Tor im ersten Durchgang. Nicht eine wirklich hochgefährliche Szene im gegnerischen Strafraum. Was auch an der Aufstellung gelegen haben könnte. 05-Trainer Sandro Schwarz hatte seinen derzeit etatmäßigen Stürmer Quaison zunächst auf der Bank gelassen – der Schwede hatte noch sein Länderspiel-Engagement in den Knochen. Stattdessen stürmte neben Onisiwo der bislang kaum in Erscheinung getretene Awoniyi.

Der junge Mann konnte seine Stürmer-Qualitäten allerdings auch kaum entfalten – er bekam viel zu wenige Bälle aus dem Mittelfeld. Dort werkelten Kunde und Fernandes auf der zentralen Sechserposition, außen Öztunali, links Boëtius. Vor allem Fernandes schien ziemlich überfordert mit seiner Aufgabe, kassierte noch im ersten Durchgang gleich zweimal Gelb und damit Rot. Hinten waren Aaron dabei, Niakhaté, St. Juste und Brosinski.

Wohlgemerkt: Auf beiden Seiten gelang im ersten Durchgang kein besonders ansehnliches Spiel, dafür unterliefen den Akteuren zu viele Fehler, schlechte Passannahme, Ballverluste, Fehlpässe. Die Fortuna war jedoch das deutlich engagiertere Team mit den besseren Chancen, während unsere Nullfünfer nicht richtig in Gang kamen. Da gab es kaum ein Vorwärtsdrängen. Auch in den Zweikämpfen hielten sich unsere Jungs eher zurück, agierten verhalten, wirkten ängstlich. Kein frühes Forechecking, kaum einer suchte den Zweikampf. Und wenn mal, dauerte das Umschalten nach vorne viel zu lange. Dem Mainzer Spiel fehlte fast durchweg jedes Tempo.

Im zweiten Durchgang wurde das nicht besser. Schwarz hatte Latza auf die Fernandes-Position gesetzt und vorne den blassen Awoniyi rausgenommen. Das sollte das Mittelfeld stärken, belebte es aber auch nicht. Nach wie vor kamen viel zu wenige Bälle konstruktiv nach vorne. Doch noch hielt auch die Null. Robin Zentner hatte bislang nur sehr wenige wirklich hochgefährliche Schüsse zu parieren. Das half dem in Unterzahl spielenden Team, die Kräfte ein wenig zu schonen. Denn die Fortuna rannte an, kontrollierte das Spiel. Die größte Möglichkeit hatte Düsseldorf in der 65. Minute nach einem Freistoß vor dem Strafraum. Der Schuss ging knapp am Mainzer Tor vorbei zur nächsten Ecke, bei der Robin Zentner einen platzierten Kopfball sensationell parierte. Da konnte er sich dann doch erstmals auszeichnen, wie auch in der 66. Minute, als der Keeper aufpasste, aus dem Tor heraus kam und den Ball wegdrosch.

Viele Möglichkeiten hatte die Fortuna vor dem Mainzer Strafraum, da die Gäste den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekamen oder fahrlässig faulten. Das schuf immer wieder gefährliche Szenen vor dem eigenen Tor. Und es gab kaum Entlastung durch Gegenangriffe, das Team verharrte oft in der eigenen Hälfte. War das der Plan? Wollte die Mannschaft in den letzten 20 Minuten erst richtig Gas geben? Kaum vorstellbar.

Jedenfalls brachte Schwarz in der 71. Minute Quaison für Onisiwo, der ebenfalls blass geblieben war, allerdings auch kaum angespielt wurde – dafür fehlten die Offensivszenen. Die gab es zuhauf vor dem Mainzer Tor, wo sich jetzt Zentner mehrfach hintereinander auszeichnen konnte. Das war wirklich stark. Die Fortuna machte es sich aber auch unnötig schwer, nutzte beste Chancen nicht.

Dann aber doch, in der 82. Minute: Gießelmann kämpfte sich links außen an Brosinski vorbei, dann Flanke ins Zentrum, wo Hennings schneller war als Niakhaté und an Zentner vorbei einnetzte. 1:0. Und wieder mal bei unseren Mainzern – kurz vor Schluss nicht die nötige Konsequenz aufgebracht und den Treffer nicht verhindert. Die fürchterliche Statistik setzte sich fort. Wie auch die Reihe der Eckstöße und Freistöße vor dem Mainzer Tor. Anders konnten unsere Jungs den Gegner oft nicht bremsen.

Schwarz reagierte noch einmal, brachte einen Stürmer, Szalai für Kunde. Früher mal, ja früher, war der Ungar immer einer, der das Resultat für unser Team kurz vor Schluss verbessern konnte. Er lauerte auch gleich vor dem gegnerischen Tor, und unsere Mainzer drückten und drängten noch einmal. Aber eine echte Chance zum Ausgleich bekamen sie nicht mehr.

Insgesamt habe ich zu wenig Substanz gesehen bei unserem Team, das war zu dürftig, in allen Bereichen, und mit zu wenig Kampfgeist, zu wenig insgesamt, das mir etwas Optimismus verschaffen könnte. Klar, unsere Jungs mussten mehr als eine Halbzeit in Unterzahl spielen. Aber offensiv war das dürftig und erneut hatten sie kurz vor Schluss das entscheidende Tor kassiert. Die Mannschaft tritt auf der Stelle. So kann das nicht weitergehen!

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