0:1 gegen Wolfsburg und Rot für Sandro Schwarz

Unsere Mainzer kommen nicht voran in der Bundesliga. Gegen Wolfsburg kassierte der FSV die fünfte Niederlage im sechsten Saisonspiel. 0:1. Eigentlich verdient. Gerade so. Ein Unentschieden wäre dennoch gerecht gewesen. Trotzdem war alles nicht zwingend genug.

Die ersten Schwaden des Pyroqualms der Gäste hatten sich gerade gelegt, da begann mit einiger Verspätung ein munteres Spiel, das vor allem im Mittelfeld intensiv geführt wurde. 05-Trainer Sandro Schwarz hatte seine Mannschaft wegen der Verletzung von Linksverteidiger Aaron umstellen müssen, berief an dessen Stelle Daniel Brosinski, auf dessen Position wiederum Gabriël rückte.

Die Abwehr ging gleich entschlossen gegen die meist mit mehreren Akteuren angreifenden Wolfsburger an, wobei auch unsere Mainzer ihre erste Chance durch Szalai hatten. Doch waren es wieder mal die Gäste, die trafen. Eckball Wolfsburg in der 9. Minute, unsere Jungs kamen nicht so hoch wie der Gegner, der nur einzunicken brauchte. 0:1. Da war es, das erste Gegentor in den ersten 30 Minuten. Statistik futsch (Sch… drauf). Schon Gabriël hätte das Zuspiel auf Arnold verhindern müssen. Wie würden die Mainzer darauf reagieren?

Sie spielten so weiter, sie rückten weit auf und zwar so weit, dass die schnell umschaltenden Wolfsburger in der 18. Minute schier das 2:0 erzielt hätten – viel Glück half, und Robin Zentner sicherte Weghorsts Schuss. Im Gegenzug verpassten unsere Jungs bei einem Freistoß das Tor. Da war sie vertan, die Chance zum Ausgleich. Und in der Defensive blieb das Team erschreckend schwach, mutlos, ohne Selbstvertrauen. Oftmals half da nur das Glück angesichts des enormen Risikos, das sie gingen. Dann mal ein schneller Gegenstoß in der 28. Minute, der erste wirklich gelungene und kombinierte – doch scheiterte Boëtius mit seinem Kopfball leider am gegnerischen Torwart.

Von all den Kabbeleien und mir unverständlichen Schiedsrichter-Entscheidungen (Felix Brych) mal abgesehen, dümpelte die Begegnung dann so vor sich hin, Ballverluste vor allem bei unseren Mainzern, Fehlpässe, Fouls… das Interessanteste war bis dato noch die Stadionanzeige mit dem 0:2 von Leipzig gegen Schalke. Unseren Mainzern sollte es vor der Pause nicht mehr gelingen, am Spielstand etwas zu ändern, obwohl sowohl Boëtius als auch der heute sehr aktive Brosinski die Chance dazu gehabt hätten.

Zu Wiederbeginn durfte Onisiwo an Quaisons Stelle in den Sturm, vielleicht konnte sich der robustere Österreicher vorne besser durchsetzen, denn der Gegner ließ durchaus auch die Muskeln spielen. Vor allem griff er mit viel Wucht an und kombinierte viel zu oft ungehindert bis in den Mainzer Strafraum hinein. In der 51. Minute rettete Kunde in letzter Sekunde, Zentner war schon geschlagen. Bei so viel Glück könnte man eigentlich auch mal treffen.

Während unsere Mainzer ihre wenigen Chancen vor des Gegners Tor weiterhin nicht nutzten, setzte sich auch die Serie der für mich unverständlichen Schiedsrichter-Entscheidungen fort. Er ließ aus meiner Sicht den Gegner viel zu oft ungestraft rüde einsteigen. Das Mainzer Publikum sah es ähnlich und quittierte Brychs Leistung mit Pfiffen und Buh-Rufen. Und während Schalke in Leipzig mit 3:0 in Führung ging, verhinderte Brosinski praktisch das 0:2. Längst spielte Maxim für Gabriël, rückte Baku nach hinten. Es blieb zerfahren, dieses Spiel, der Ball hart umkämpft, Maxims Schuss strich in der 67. Minute über die Latte, und kurze Zeit darauf schrien wir alle schon Tor, aber kam ein Wolfsburger doch noch irgendwie dran und kratzte das Leder von der Torlinie.

Jetzt kamen unsere Mainzer besser auf, Brosinski immer wieder über links. Schwarz brachte noch einen Stürmer, Avoniyi für Fernandes, der gleich mal einen Eckball herausholte. Das Eckenverhältnis sprach deutlich für die Gastgeber – aber Wolfsburg hatte gleich aus seiner bis dahin einzigen Ecke sein Tor gemacht. Dem rannten wir nun hinterher. Inzwischen hartnäckig, immer wieder. Aber erfolg- und glücklos.

Beim Stand von 10:1 Eckbällen gelang unseren Jungs noch immer kein Treffer. Diese Zahl drückt die gesamte Misere der Mannschaft aus – das Team kann Druck aufbauen, erzielt aber keine Tore, und fängt hinten zu leicht Treffer vom Gegner. Aber entweder fehlt ein Konzept oder man vermittelt den Spielern nicht die richtigen Mittel. Sie rannten immerhin leidenschaftlich das Wolfsburger Tor an. Was wurde da gestochert und geschossen vor des Gegners Gehäuse – der Ball wollte nicht hinein. Vielleicht beim letzten Freistoß in der Nachspielzeit von der Strafraumgrenze aus? Brosinskis Schuss wehrte Wolfsburg ab. Selbst Robin Zentner war da aus seinem Tor mit nach vorne geeilt, hatte Avoniyi die letzte Chance zum Ausgleich. Vertan.

Stattdessen gab es in der Nachspielzeit Rot für Sandro Schwarz. Brych hatte dessen Rufe von der Seitenlinie wohl Leid. Und wir Brychs miserable Leistung. Und überhaupt das Ergebnis. 0:1. Jetzt wird es noch schwerer.

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