Schon wieder vermeidbar verloren

In einem zähen Freitagabendspiel verlor der 1. FSV Mainz 05 bei Schalke 04 mit 2:1 nach zwischenzeitlichem Ausgleich. Die Niederlage war unnötig. Vermeidbar. Wieder mal. Und das nervt!

Im Vergleich zum Heimspiel gegen Hertha traten unsere Nullfünfer unverändert auf Schalke an. In der Anfangsphase hielten sich die Gäste noch eher zurück, versuchten, Bälle zu erobern, aber da stand ihnen der Gastgeber in nichts nach. Beide Teams gewannen Bälle, verloren sie aber teilweise genauso schnell wieder. Unsere Mainzer wirkten da oft nicht konzentriert.

In der 13. Minute verpassten die Gäste bei einem schönen Angriff nach Balleroberung knapp eine gute Chance, gleich blitzschnell gekontert von Schalke und beantwortet mit einer Klasse-Parade von Robin Zentner, dem der Trainer erneut das Vertrauen geschenkt hatte – doch hatte Burgstaller ohnehin im Abseits gestanden.

Dann aber unsere Mainzer mit gleich zwei Chancen. Einmal scheiterte Szalai nur knapp, dann strich Kundes Hammerschuss aus etwa 30 Meter nur knapp am rechten Pfosten des Schalker Tores vorbei. Sie hätten noch schneller umschalten können, die Mainzer, steigerten sich auch, gerieten jedoch immer wieder im eigenen Strafraum unter Druck. In der 26. Minute fehlten Burgstaller nur wenige Schritte und er wäre frei am Ball direkt vor Zentners Tor gewesen.

In dieser Phase schwächten sich unsere Mannen immer wieder selbst durch Ballverluste und schlampige Pässe. Schalke stand den Mainzern aber auch buchstäblich auf den Schlappen, ging fast in die Manndeckung und das oft auch rustikal. Dann mal ein Freistoß in der 32. Minute, den Szalai per Kopf übers Tor setzte.

Unsere Jungs hatten gerade eine gute Phase, als sich der Ex-Mainzer Suat Serdar in den freien Raum vorm gegnerischen Tor schlich und seinen Treffer setzte. 1:0 für Königsblau. Da hatte sich die Mainzer Defensive zu leicht aus dem Spiel nehmen lassen. Nicht nur daran lag es, dass der Support aus dem 800 Gäste starken Mainzer Block verhalten ausfiel – dort musste ein Mensch reanimiert werden. Da wird Fußball zur Nebensache.

Das Team selbst musste sich steigern, präziser werden, konzentrierter hinten wie vorne agieren. Und mutiger. Schalke lag zur Pause in der Zweikampfquote deutlich besser. Hier konnten unsere Jungs noch nicht aufschließen, ließen sich gleich zu Wiederbeginn zu sehr hinten reindrängen. Den Druck bauten die anderen auf. Schalke ging heftig auf den ballführenden Gegner, griff fast immer mit mehreren Spielern an, holte sich die Bälle. Dieses zwingende Element fehlte im Mainzer Spiel. Und immer wieder dieses schlampige Zuspiel. Das wirkte oft fahrig. Selten ging der Ball über mehr als zwei Stationen. Das brachte den Gegner ohne Not immer wieder in gute Positionen.

Sandro Schwarz wechselte früh, tauschte in der 57. Minute das halbe Mittelfeld aus, brachte Maxim und Baku für Latza und Kunde. Das Spiel wurde dadurch nicht kreativer. Unsere Jungs kamen nicht oft genug in die gegnerische Box, Schalke wusste das zu verhindern. Dann mal wieder ein Freistoß in der 67. Minute: Aaron servierte den Ball auf Szalais Kopf, doch nickte dieser knapp daneben. In der 70. Minute spielten unsere Jungs mal eine schöne Chance heraus, doch drosch Fernandes das Leder weit drüber.

Zäh ging es rauf und runter. Schalke bremste nun das Tempo, zog sich zurück, beschränkte sich auf gute Gelegenheiten zu Kontern. So kamen jetzt die Mainzer wieder stärker auf. Schwarz nahm Szalai raus, brachte Onisiwo. Und der sollte gleich treffen! In der 75. Minute erkämpften sich die Mainzer den Ball vor dem Schalker Strafraum, Boëtius passte auf Onisiwo, der aus der Drehung sehenswert ins lange Eck traf. Ein tolles Tor.

Die schlampigen Mainzer Pässe aber blieben. Was hätte das für ein Chancenfestival geben können, wenn… Schalke kam aber wieder, kombinierte schön, schoss. Harit scheiterte in der 86. nur knapp, Kutucu eine Minute später an Zentner, Burgstaller kurz darauf.

Und dann traf der agile Harit, der kaum vom Ball zu trennen war. Zwei Minuten vor Schluss. Wieder mal. Kein Mainzer konnte den bremsen, keiner ging an diesen flinken Spieler ran, sie warteten einfach nur, Niakhaté drehte sich sogar weg. Der Treffer war aber auch ein klarer Ausdruck des Schalker Willens.

Kurz flackerte noch mal Widerstand bei unseren Mainzern auf, ging Torwart Robin Zentner mit nach vorne. Dann Schlusspfiff. Für unsere Jungs war mal wieder mehr drin. Auch diese Niederlage tut weh.

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