Woran lag es?

Einmal 0:2 im Pokal, dann 0:3 zum Auftakt der Bundesligasaison. Das ist bitter. Dennoch besteht jetzt kein Grund, unruhig zu werden, weil vieles in der neu zusammengestellten Mannschaft schon recht gut läuft. Lassen wir die Ergebnisse mal außer acht: Offensiv spielt das Team gut nach vorne, kombiniert ansehnlich, entwickelt Torgefahr. Was fehlt, ist ein Vollstrecker. Der fehlt vor allem nach dem Ausfall von J-P Mateta. Drei schwere Ausfälle, gleichzeitig sechs Neuzugänge – da ist die Kreativität der Trainer gefragt. Die Mannschaft muss sich noch finden, die Spieler besser kennenlernen, die Abläufe verinnerlichen.

Defensiv sieht das ganz ordentlich aus, vor allem mit Neuzugang St. Juste, der schnell ist, kopfballstark, kompromisslos und durchsetzungsfähig. Aber wie zuletzt ließ die Abwehr in beiden Spielen immer wieder Lücken, die der Gegner nutzte, griff manchmal nicht ein, sondern lief nur mit. Vor allem in der Rückwärtsbewegung kann es in der Abstimmung mit dem Mittelfeld hakeln.

Vom ersten Tor in Lautern – und der Elfmeter war mindestens fragwürdig – ließ sich die Mannschaft zu sehr beeindrucken. Auch in Freiburg. Prompt fiel der nächste Treffer. Gegen den SC schaute unsere Abwehr zu, wie Schmid Maß nahm; der Spieler hätte schon früher gebremst werden können. Und der erste Treffer fiel in einem Moment, in dem zuvor zwei verletzte Mainzer am Boden lagen. Einwechselspieler Alex Hack war noch nicht ganz im Bilde, der Freiburger Höler konnte viel zu leicht an ihm vorbeiziehen und dahinter stand dann nur noch der Mainzer Torwart. Warum? Ob das Foul von Awoniyi, das zum Elfmeter und zum 0:3 führte, auch passiert wäre, wenn das Team nicht zurückgelegen hätte? Das ist Spekulation. Aber der Druck für einen ganz neuen Mann, sofort etwas tun zu müssen und das Risiko, dabei vielleicht die nötige Vorsicht fahren zu lassen, wären nicht so groß gewesen.

Also vielleicht eher eine Mentalitätsfrage? Vielleicht. Und vielleicht auch die fehlende Sicherheit für eine neue Mannschaft, die noch keine Erfolge geholt hat. Sie muss sich noch kennenlernen und zusammenwachsen.

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