Da bist Du bedient: 0:3 im Breisgau

Hätte mir jemand das Ergebnis vorab verraten, ich hätte es nicht geglaubt. Die gute Anfangsphase, in der unsere Nullfünfer einen Eckball nach dem anderen mit ihrem offensiven und mutigen Spiel herausholten, ließ nämlich einiges erwarten. Doch diese Phase währte nur kurz, Freiburg sammelte sich recht schnell, kam auf und zu guten Chancen. Unsere Verteidigung war oft viel zu offen, hatte nicht immer Zugriff auf den anstürmenden Gegner, der zudem bei Standards recht gefährlich war. Vor allem Waldschmidt hatten unsere Jungs kaum unter Kontrolle. Den nächsten Hochkaräter hatten die Gäste erst wieder in der 28. Minute – Quaison scheitere mit seinem Fallrückzieher nur knapp. Überhaupt wurde es für Freiburg immer dann gefährlich, wenn sich unsere Jungs befreien konnten und mal eine Umschaltaktion gelang – die zu selten kamen oder auch mal verschleppt wurden. So Baku kurz vor Schluss von Durchgang eins, da hätte er besser selbst schießen sollen, anstatt zu versuchen nach innen zu passen. Aber das war eine schöne Aktion.

Fünf Minuten vor der Pause verpasste Quaison nur knapp den Ball, der war quer vor dem Tor an Mann und Maus vorbeigerollt. Den Angriff hatte er selbst eingeleitet. In dieser Phase hatten unsere Mainzer wieder mehr vom Spiel, belagerten die Gastgeber vor deren Strafraum. Es fehlte dabei aber oft an Genauigkeit und Konsequenz, obendrein stand Freiburg sehr kompakt.

Mit nur einer Veränderung, nämlich Saint Juste für den verletzten Stefan Bell, ließ 05-Trainer Sandro Schwarz seine Mannschaft gegen Freiburg auflaufen. Und so ging es auch in den zweiten Durchgang, der so flott weiterging wie der erste. Freiburgs Umschaltchance durch Petersen vereitelte Saint Juste, dessen Ballverlust die Ursache war, durch einen tollen Sprint. Unsere Mittelfeldraute aus Latza, Boëtius, Baku und Fernandes wirkte solide nach hinten wie nach vorne, wobei Freiburg mit seiner Kompaktheit einige Zuspiele und Umschaltaktionen vereitelte. Da ergaben sich auch nur wenige Chancen für Schüsse aus der zweiten Reihe.

Kam unser Team über die Flanken, meist mit Quaison über links, boten sich Chancen. Der dribbelstarke Schwede erspielte sich einige Möglichkeiten, scheiterte aber entweder an Freiburgs Torwart Schwolow oder an einem Gegenspieler. Doch die Nullfünfer drangen jetzt häufiger gefährlich in die Box ein, hatten Abschlüsse, vor allem Onisiwo und Quaison. Zweimal forderten sie Elfmeter, aber der Pfiff blieb aus. In der Folge zeigte der Schiedsrichter jetzt auch den Freiburgern mal gelb, damit hatte er die Mainzer im ersten Durchgang schon etwas großzügiger bedacht.

Der SC reagierte, ging wieder mehr ins Pressing und in die Zweikämpfe, und bekam seine Chancen. In der 69. Minute rettete 05-Torwart Müller mit einer Super-Parade einen strammen Schuss von Lienhart. 05-Coach Schwarz brachte nun Ötztunali für Baku, also eher einen stürmenden Rechtsaußen, was dann nach einem 4–4–2 aussah. Die Begegnung wurde noch intensiver, die Zweikämpfe verbissener, aber auch die Ballverluste häuften sich auf beiden Seiten. Saint Juste musste dann lädiert raus; für ihn kam Alex Hack.

Und er sollte einer der Unglücksraben dieses Spiels werden, ließ sich als letzter Mann den Ball vom Ex Mainzer Höler abnehmen, der war durch und drosch die Kugel zum 1:0 an Florian Müller vorbei ins Tor. Der Schlag saß und wirkte nach: Etwa zwei Minuten später reagierte unsere Innenverteidigung erneut nicht – diesmal traf Schmid für die Breisgauer zum 2:0. Als ob das nicht schon Strafe genug gewesen sein sollte, ereilte uns abermals das Unglück in Gestalt des ebenfalls gerade eben eingewechselten Neuzugangs Awoniyi. Foul im Strafraum, und der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt. Elfmeter. Den Waldschmidt kompromislos zum 3:0 vollendete. Drei Tore in (gefühlten) 3 Minuten. Genau in der Schlussphase. Jetzt waren unsere Jungs bedient.

0:3 im Breisgau – damit hätte ich vorab nicht gerechnet. Das entwertet die Leistung unseres Teams. Da fehlte es schlichtweg nur an der Vollendung. Aber auf die kommt es letztlich an. Das könnte für uns eine sehr schwere Saison werden.

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