Ujah schießt die Eintracht ab – 2:0 gegen platte Frankfurter

In der Fremde können wir doch noch gewinnen. Selbst in Frankfurt. Besser hätte das für unser Team am Sonntagabend nicht laufen können. 2:0 gegen die Eintracht. Und beide Tore von Anthony Ujah, der so lange darauf gewartet hatte.

Unsere Elf begann zwar ein wenig verhalten, dafür aber konzentriert und darauf bedacht, die gefährlichen Spitzen der Frankfurter Eintracht in Verhaftung zu nehmen, um jedoch jederzeit auf günstige Umschaltmomente zu lauern. Die kamen auch, wurden in den Anfangsphasen jedoch nicht konsequent und schnell genug zu Ende gespielt. Oft ging der Ball noch über ein oder zwei zusätzliche Stationen, was Tempo und Überraschungsmomente verpuffen ließ. Immer wieder fanden sich unsere Jungs im oder vor dem Strafraum der Eintracht und hätten die Möglichkeit zum Punch gehabt. Ein oder zwei Zögerlichkeiten zu viel – und schon war die Chance verspielt. Aber da war gleich klar: Hier geht etwas.

Auf der anderen Seite lauerte auch die Eintracht auf schnelle Gegenzüge. Die kamen, doch konnte unser Team das problemlos verteidigen. Hinten stand unsere Elf zwar gut, ließ sich aber einige Male irritieren. Rebic hatte in der 19. Minute die größte Chance auf den Führungstreffer, schoss in seiner direkten Ballannahme aber weit über das Gehäuse. Der Weg war frei gewesen, Kostic hatte Brosinski übersprintet, und eine Absicherung fehlte. Glück für uns. Und Glück für die SGE, dass ein Schuss Kundes gleich im Gegenzug vom Frankfurter Abwehrspieler Falette nicht ins eigene Tor, sondern daran vorbei abgefälscht wurde.

Unsere Jungs standen gut, verschoben gut zum Ball, verlagerten häufig auf die Flügelspieler Aarón und Brosinski und versuchten es häufig mit langen und hohen Bällen in die Spitze auf Mateta, der heute neben Ujah stürmte. Quaison war im Training kurz zuvor umgeknickt und konnte nicht spielen. Onisiwo hingegen saß nach seiner Gehirnerschütterung auf der Bank. Anzunehmen, dass Schwarz ihn für die Schlussoffensive aufsparen wollte, also genau dann, wenn die Frankfurter Eintracht am Ende ihrer Kräfte ankommen sollte – nach dem intensiven Spiel im Europapokal diese Woche. Ob diese Rechnung aufging, die immerhin einige auf dem Zettel hatten?

Erst einmal kam unser Team gut durch die erste Halbzeit, leider ohne Tor und zeitweise ohne Brosinski, der nach einem Zusammenstoß mit Kostic länger behandelt werden musste und mit einer Art Turban zurück auf den Platz kam, nach der Pause aber für Donati Platz machte. Die Zweikämpfe wurden zunehmend verbissener geführt gegen eine Mannschaft, deren Trainer Adi Hütter nur auf einer Position (Fernandes für Rode) gegenüber dem Europapokalspiel gewechselt hatte.

Und dann passierte es. Unsere Jungs machten ein Tor. Und nicht irgendeiner erzielte dieses Tor, sondern unser Ujah, der so lange darauf gewartet hatte. Zwei hohe Bälle bis in die Spitze auf Matera, der sich im Zweikampf durchsetzte und den Ball weiter auf den mitgelaufenen Ujah weiterbrachte, der das Spielgerät nicht einmal richtig traf, aber den Ball ins Tor bugsierte. Herrlich! Was gleich noch zu toppen war: Nur drei Minuten später traf Ujah erneut. Herrlicher Drehschluss vor dem Tor der Frankfurter ins lange Eck. Wie hatte er das eigentlich gemacht? Die Eintracht schien gelähmt, ja, tatsächlich platt.

Nur Minuten später hätte der Nigerianer den perfekten Hattrik schaffen können, aber er schoss über das Tor. Trainer Hütter reagierte, brachte Haller für den Sturm und de Guzman für die Abwehr. Falette und Fernandes gingen. Ging da noch was für die SGE?

Das Spiel wurde hektischer, aber auch riskanter für die Eintracht, weil sie hinten weit aufmachte. Leider konnten unsere Jungs das zunächst nicht nutzen. Mateta spielte in einer Szene dummerweise auf den im Abseits stehen Ujah. Er hätte einfach weiterlaufen müssen, denn der Weg war frei. Das wäre die Riesenchance zum Ausbau der Führung gewesen. Sandro Schwarz regte sich sichtlich auf. Zu verschwenderisch gingen unsere Mannen mit ihren Chancen um.

Andererseits war deutlich zu sehen, dass die Eintracht ziemlich platt war. Die Europapokalhelden kamen immer öfter einen Schritt zu spät oder brachten zu wenig Tempo in ihre Aktionen. Auch die Eckbälle nutzen sie nicht, die wir ebenfalls viel zu verschwenderisch verteilten. Rot-weiß verteidigte heute aber auch zu gut. In der 77. Minute reagierte Hütter dann erneut, brachte Paciencia für seinen Stürmerstar Jovic, der blass geblieben war. Respekt vor Alexander Hacks Leistung, er hatte den Serben oft genug aus dem Spiel genommen. Auch Schwarz wechselte, nahm Latza runter und brachte Baku. Neuer Schwung fürs Mittelfeld?

Angesichts der schön herausgespielten Chancen unserer Jungs hätten wir uns mehr Tore wünschen dürfen. Da wurde manches Ding schlichtweg verdaddelt. Was auch für die Eintracht galt, die in den Schlussminuten wieder häufiger nach vorne drang. Schwarz wechselte noch einmal ein, brachte seinen gestandenen Innenverteidiger Bungert für den Doppel-Torschützen Ujah für die letzten vier Minuten der Nachspielzeit.

Es blieb beim 2:0. Ein herausragendes letztes Auswärtsspiel. Denn wann gewinnen wir schon mal in Frankfurt? Geiler Sieg!

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