Vollgasfußball gegen Leipzig belohnt

Flotter Beginn unserer Mainzer gegen RB Leipzig mit nur wenigen Änderungen in der Aufstellung – Brosinski auf der rechten Defensivseite für den angeschlagenen Donati und ganz vorne Quaison und Onisiwo im Sturm – Mateta zunächst auf der Bank. Im defensiven Mittelfeld Baku von Anfang an dabei, Latza links, Boëtius auf der Zehn, Gbamin auf der Sechs. Da kamen recht flüssige Kombinationen nach vorne zustande, wenn auch im Mittelfeld immer wieder Bälle verloren wurden. Aber da standen die Leipziger den Gastgebern zunächst in nichts nach.

Das erste Tor für die Gäste fiel wie aus dem Nichts. Klostermann eroberte sich gegen Hack im Mittelfeld den Ball und war ratzfatz durch in den eigentlich leeren Rückraum. Über Forsberg und Werner kam der Ball zurück zu Klostermann und dieser vollstreckte zackig. Das war der erste echte gelungene Angriff der Sachsen. 0:1. Einmal nicht aufgepasst.

Etwas wütend hielten unsere Mainzer dagegen und hatten durchaus ihre Chancen durch Quaison, Latza und Onisiwo. Aber es sollte erneut im Mainzer Tor klingeln, und dieser Treffer führte zu etlichen Diskussionen und Streitgesprächen sowie einer Verwarnung für den Mainzer Trainer Sandro Schwarz durch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Onisiwo wurde vermeintlich gefoult, und während unsere Roten auf den Pfiff warteten oder reklamierten, steckte Werner erneut blitzschnell auf Klostermann durch – und der traf zum 0:2. Dumm gelaufen. In der Wiederholungssequenz war dann zu sehen, dass Onisiwo am Ball vorbeigerutscht und anscheinend nicht so richtig berührt worden war. Schwarz regte sich darüber auf, weil Steinhaus den Video-Schiedsrichter erst gar nicht bemüht hatte. Seltsam fand ich das schon.

Noch vor der Pause jedoch gelang den Mainzern der Anschlusstreffer, weil Latza ein feines Auge für den gut postierten Onisiwo hatte, der sich mit einer starken Willensleistung gegen drei Gegenspieler durchsetzte und den Ball wuchtig ins kurze Eck drosch. Fein gemacht. Leider musste der Österreicher in der Pause draußen bleiben, weil er bei einer Aktion doch heftig lädiert worden war. Für ihn kam Mateta.

Langweilig wurde das Spiel im zweiten Durchgang immer noch nicht. Dafür legten sich beide Teams so mächtig ins Zeug, als ginge es um den DFB-Pokal. Leipzig war jedoch deutlich effizienter, brauchte viel weniger Chancen für Treffer als die Gastgeber und nutzte manche Unkonzentriertheit der Mainzer schonungslos aus. Kaum dass Schiedsrichterin Steinhaus angepfiffen hatte, traf Werner kurz und trocken zum 1:3, weil unsere Mainzer den Ball hinten nicht weg bekamen. Da waren sie oft nicht konzentriert genug, stimmte die Abstimmung nicht, gingen Bälle leichtfertig verloren.

Aber die Moral stimmte. Die Truppe gab nicht auf, griff immer wieder unverzagt an. Schwarz wechselte bald erneut, nahm den fleißigen aber wenig auffälligen Baku runter und brachte Kunde. Ein ums andere Mal kombinierten sich unsere Jungs jetzt sehenswert nach vorne. Aber der letzte Ball oder Pass wollte noch nicht ankommen. Oder der Schuss wurde vom hervorragenden Leipziger Keeper Gulacsi pariert. Dann ein Eckball, den Aaron wunderschön auf Niakhaté servierte. Treffer aus dem Gewühl heraus. Nur noch 2:3.

Die vermehrt gefahrenen Attacken unserer Jungs nahmen auch nicht ab, als Gbamin verletzt runter musste. Für ihn kam Maxim. Einmal das halbe Mittelfeld umgebaut. Und trotzdem lief das Spiel auf Seiten der Mainzer gut weiter. Ja sogar hervorragend. Endlich mal war Mateta da vorne alleine in der Spitze, nicht im Abseits, erwischte den tollen Pass von Boëtius, tankte sich sehenswert durch und zirkelte den Ball ins linke Eck. Ausgleich. Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt. Ja, tatsächlich. Hier gab das Team jetzt noch einmal alles, spielte es beherzt nach vorne, hielt den Ball vom eigenen Strafraum weitgehend fern, so dass es hinten selten in Verlegenheit kam. Und wenn doch – Müller gefiel mit tollen Paraden. In höchster Not rettete er in der Nachspielzeit vor Orban, der vermutlich schon einen sicheren Treffer wähnte. Das war sehr knapp.

Jetzt, ja, jetzt in dieser Phase wäre es verdient gewesen, wenn unseren Jungs noch der Siegtreffer gelungen wäre. Es klappte nicht. Und Schwarz reagierte sichtlich sauer auf die Schiedsrichterin, weil sie die Begegnung mitten in einem Konter seiner Mannschaft abgepfiffen hatte. Es spricht für ihn und seinen Ehrgeiz, dass er hier mehr wollte. Am Schluss war das auch möglich. Beschweren dürfen wir uns trotzdem nicht, da Leipzig uns phasenweise eiskalt ausgespielt hatte. Mit wenig Aufwand. Den wir dann im letzten Drittel der Begegnung umso stärker betrieben. Drei Tore gegen Leipzig – die muss man erst mal machen.

Die stärksten Mainzer Spieler heute? Da würde ich Boëtius hervorheben, Onisiwo, Latza, Niakhaté, Müller, Gbamin.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es noch an diesem Spielabend: wir mussten unseren langjährigen Stadionssprecher Klaus Hafner verabschieden, der just an diesem Tag auch noch seinen 65. Geburtstag feierte. Mach’s gut, du alter Fassenachter!

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