Hannovers letzte Chance gegen uns

„Sie müssen, wir wollen.“ So beschrieb 05-Trainer Sandro Schwarz die Ausgangssituation vor der Begegnung seines Teams an diesem Samstag bei Hannover 96 (15.30 Uhr). Dem Coach ist klar, dass sich den 96ern gegen seine Mainzer die letzte Chance bietet, noch wenigstens den Relegationsplatz zu erreichen, mit einem Sieg wenigstens einen wichtigen Schritt in diese Richtung zu machen. Schwarz rechnet damit, dass der Gegner aggressiv ins Spiel geht, doch fordert er von seiner Mannschaft, dass sie sich „mit letzter Konsequenz“ einbringt. Niemand solle glauben, weil der Klassenerhalt nun geschafft ist, dass es im Training oder grundsätzlich weniger intensiv zur Sache gehe. Schwarz will Tabellenplatz 10 noch erreichen, und dazu muss er noch mehr als einmal gewinnen an diesen vier letzten Spieltagen.

Da geht es nicht nur um Ehrgeiz, sondern da müssen sich viele Spieler mal zeigen, können weniger verkrampft oder belastet auftreten, im Zweikampf oder einer Aktion noch ein wenig mehr Energie freisetzen. Aber es geht natürlich auch um die Finanzen, denn jeder bessere Tabellenplatz bringt mehr TV-Geld. Zwei Heimspiele haben die Nullfünfer noch vor sich, einmal gegen Leipzig und im letzten Auftritt gegen die TSG Hoffenheim – beide rechnen sich noch eine internationale Chance aus. Zwischendrin zur Frankfurter Eintracht – das Spiel wurde wegen des Europacupspiels der SGE auf Sonntag verschoben –, für die es auch noch um wichtige Punkte gehen könnte. Nun zunächst also zum hoch abstiegsgefährdeten Hannover – insgesamt ein Pensum, bei dem angesichts des ehrgezigens Ziels noch einmal viel Energie aufgebracht werden muss. Schaun wir mal, ob die Rechnung mit dem befreiteren Aufspielen aufgehen kann. Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig skeptisch.

Danny Latza wird am Samstag aus erfreulichen Gründen fehlen – er ist Vater geworden. Es fehlen weiterhin die Verletzten Adler und Mwene, der junge Abass ist ebenfalls noch angeschlagen. Bei Niko Bungert müsse man noch sehen, sagte Schwarz in der Pressekonferenz vor dem Spiel (Link unten). Die Liste der Ausfälle ist damit recht kurz und nicht neu, Schwarz kann auf fast alle Leistungsträger zurückgreifen. Jean-Philippe Mateta wird sein Torekonto noch höher schrauben wollen, das hat er ja seinem Vater versprochen. Doch muss er dafür auch mit guten Anspielen versorgt werden, so wie beim 5:0 gegen Freiburg oder 3:1 gegen Düsseldorf. Genau dieses gute Gefühl aus den Erfolgen der vergangenen Heimspiele soll die Mannschaft aber gegen Hannover motivieren, wünscht sich Schwarz, der im Training große Spiellust ausgemacht hat.

In jedem Falle wird das keine angenehme Begegnung, wenn es wie im Hinspiel läuft. Die 96er stehen einem ständig auf den Schlappen und können schnell umschalten. Vor allem der bullige Hendrik Weydandt vorne kann einem unangenehm zusetzen. Da ist dann abzuwarten, ob bei unseren Spielern auch noch genügend Leidensfähigkeit vorhanden ist, genügend Geduld, immer wieder gegen die Hannoverander anzurennen. Sie sollen freie Räume finden, sagte Schwarz, dort hineinstoßen, immer wieder schnell umschalten. Was gegen die Niedersachsen und deren kollektivem Verschieben schwierig werden kann. Im Hinspiel musste schon ein Elfmeter her, damit die Partie wenigstens remis ausgehen konnte.

Deshalb bin ich eigentlich eher verhalten in meinen Erwartungen. Ein Sieg mit ein paar weiteren Toren von Onisiwo und Mateta ist drin, doch werden die Treffer vermutlich erst dann erzielt werden, wenn sich bei den 96ern eine gewisse Abnutzung bemerkbar macht. Trotzdem. Ich will mal mutig sein wie unsere Spieler und einen Sieg tippen. 2:1 für Mainz. Tippt jemand dagegen?

Was Rouven Schröder zur Kaderplanung sagt: Link.