Wieder ein Eckball: Niederlage gegen Gladbach

Was bleibt aus diesem Spiel unserer Mainzer gegen Borussia Mönchengladbach ist das Gefühl, die meiste Zeit überlegen gewesen zu sein und dennoch gegen die Gäste verloren zu haben. Wieder mal eine klar vermeidbare Niederlage, die uns wertvolle Punkte kostete.

Warum haben wir dieses Spiel verloren? Weil wir insgesamt viel zu unpräzise waren und in einer entscheidenden Szene zu unaufmerksam. Läuferisch und im Forechecking boten die Nullfünfer eine sehr gute Leistung – mit 122,40 km fast zwei mehr als der Gegner –, aber im Abschluss und den entscheidenden Pässen in die Spitze waren sie häufig zu ungenau. Gladbach verdichtete geschickt das Zentrum, so dass wir uns oft im Mittelfeld festrannten. Als Mittel dagegen helfen da Distanzschüsse, die auch Latza, Gbamin, Ötztunali, Quaison und Brosinski im ersten Durchgang abfeuerten – doch flogen diese reihenweise in die Galerie.

Das flache 4-3-3 mit Boëtius links außen sollte das Spiel unserer Nullfünfer offensichtlich mehr in die Breite ziehen, doch wenn es mal über die Flügel ging, kam der Pass auf den Außenspieler entweder zu lang oder zu kurz oder dieser flankte nicht präzise genug ins Zentrum – wie Aaron, dessen Hereingaben oder Eckbälle anders als sonst viel zu oft misslangen. Auch vertikale Pässe in die Spitze blieben häufig hängen, weil der Gegner eng stand. Bell, Brosinski, Aaron und Boëtius versuchten es in der ersten Hälfte mit langen öffnenden Diagonal- oder hohen Bällen – die überbrückten das Mittelfeld und fanden sehr oft den Mitspieler, der dann immer wieder in den Strafraum der Gladbacher eindrang und dort auch weitere Mitspieler fand, weil diese gut gestaffelt nachrückten.

Auf diese Weise drängten unsere Jungs den Gegner häufig in die eigene Hälfte zurück, ein sehr gutes Mittel, um Druck auszuüben. Doch diese Dominanz verpuffte, weil die Abschlüsse entweder zu schwach gerieten, oder einfach das notwendige Glück fehlte. Wie bei Ujahs feinem Konter in der 16. Minute, dessen Pass Quaison nicht verwerten konnte, weil das Zuspiel um Zentimeter vorbeiging.

Unser Team verteidigte hervorragend, vor allem im ersten Durchgang. Gladbach war dennoch effizienter bei seinen Attacken, was sich schon im Eckballverhältnis von 6:2 ausdrückte. Genau ein solcher Eckball brachte den Gästen dann den Sieg. Elvedi derart frei nur sechs Meter vor dem Tor zu lassen, sich erneut einen entscheidenden Moment der Unaufmerksamkeit zu leisten – genau dies entschied das Spiel. Der Treffer war fast die Wiederholung des Berliner 2:1 eine Woche zuvor. Hier muss das Team in seiner Nachbereitung noch einmal gründlich ansetzen.

Schwarz wechselte relativ früh zu Beginn des zweiten Durchgangs: Mateta kam in der 55. Minute für den glücklosen Ujah, der mindestens einmal hätte selbst schießen müssen, anstatt noch einmal abzulegen. In der 71. Minute, 8 Minuten nach dem Gladbacher Treffer, brachte er Onisiwo für Ötztunali. In dieser Phase aber ließen die Nullfünfer mit ihren Angriffen deutlich nach, weil Gladbach noch mehr verdichtete und das große Laufpensum Wirkung zeigte. Onisiwo hatte nach trickreichem Hackenspiel von Mateta die größte Chance zum Ausgleich, doch grätschte ihm ein Gegenspieler im letzten Moment noch den Ball weg.

Schade, auch dieses Spiel hätte nicht verloren werden müssen. Unsere Mannschaft betrieb großen Aufwand und belohnte sich dafür nicht, ganz im Gegenteil. Diese Schwächen bei Standards muss sie in den Griff kriegen. Zumal mit Bayern München jetzt ein Gegner wartet, der seinen Vorsprung an der Spitze deutlich ausbauen will. Und anschließend erneut ein Auswärtsspiel – dann bei Werder Bremen.

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