Gegen Gladbach nicht wieder ins offene Messer laufen

Gladbach – 0:4 im Hinspiel untergegangen, fast eine Klatsche. Die letzten Heimspiele aber hat die Borussia verloren. Ach, die schwächeln? Dann schauen wir mal genauer hin: 1:0 in Leverkusen, 2:0 auf Schalke, 1:1 in Frankfurt. Sieht nicht nach Schwächeln aus. „Gladbach ist eine sehr offensiv ausgerichtete Mannschaft. Sie sind in den Kontern sehr gefährlich, das wissen wir aus dem Hinspiel, wo wir ins offene Messer gelaufen sind und sehr viele Räume, sehr viel Tiefe aufgegeben hatten“, wusste 05-Trainer Sandro Schwarz in der jüngsten Pressekonferenz zu berichten. Wie können wir sie am Kontern hindern? „Selbst zum Abschluss kommen“, hält Schwarz dagegen, „und eine gute Staffelung zu haben, um nicht in die Konter hineinzulaufen“. Dazu „aggressiv sein wie gegen Schalke, geradlinig Richtung Tor sein und aufmerksam in der Box“.

Und die Standards besser verteidigen – was in Berlin zuletzt nicht gelungen war. „Wir wissen trotzdem, dass es eine andere Herangehensweise von Gladbach sein wird als es von Berlin war“, so der Trainer. Spielt Boëtius nach seiner Gelbsperre wieder auf der Zehn? „Robin [Quaison] hat das sehr gut gemacht, und wir sind froh, dass Jean-Paul zurück ist. Aber das sehen wir am Freitag.“ Wer des Trainers Ausführungen zum Holländer anschießend gehört hat, zweifelt allerdings nicht an dessen Einsatz am Samstagabend (18.30 Uhr).

Denn Schwarz schätzt an Boëtius eine ganze Menge: zum Beispiel dessen Laufstärke auf der Zehnerposition in der Raute. „Das brauchst Du einfach.“ Der Niederländer könne zudem in der Grundordnung 4-3-3 oder 4-4-2 flach auch auf der linken Mittelfeldposition spielen, er verschiebe immer wieder gut zur ballnahen Seite und könne sich auch in engen Räumen sehr gut bewegen. „Er ist sehr fleißig und hat viele Balleroberungen auf der Zehn.“ Obendrein sei der Neuzugang – das Lob riss fast nicht mehr ab – in der Box sehr beweglich. Gar keine Frage – das kriegen wir ja alle mit. Wenn Boëtius gut drauf ist, hat er eine besondere Qualität, schafft er Räume, reibt die gegnerische Linie auf, serviert Bälle und findet auch selbst den Abschluss. Aber genau hier fehlt dem Trainer noch die Quote, in den entscheidenden Momenten in der Ballbehauptung, im letzten Pass. „Er hat noch Entwicklungspotenzial“, ergänzte auch Sportvorstand Rouven Schröder.

Ähnlich sei es mit Anthony Ujah, der in den letzten beiden Spielen eine ganz gute Figur gemacht hat. Auf die Tore wartet der Stürmer allerdings noch. In Berlin habe Ujah bei seinem Lattentreffer nur Pech gehabt, sich jedoch in dieser Kopfballszene vorbildlich nach oben geschraubt. Vielleicht klappt es ja mal gegen BMG.

Der Gegner hat sich die Mainzer 3:0-Nummer gegen Schalke natürlich angesehen. „Sie haben alle ihre Tugenden reingeworfen, viel Laufbereitschaft gezeigt, viel Leidenschaft, haben insgesamt einen großen Sprung nach vorne gemacht, aber sie sind nicht stabil“, sagte Borussias Trainer Dieter Hecking in der Pressekonferenz vor der Begegnung. Gleichwohl: „Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die alles versuchen wird, uns zu schlagen.“ Aber „unser Anspruch ist es, dort zu gewinnen“, sagte Hecking, wir müssen es gemeinsam schaffen, dass jeder wieder den Meter mehr macht, den er zuletzt weggelassen hat“.

Da kam dann doch die Unzufriedenheit aus den letzten verlorenen Heimspielen der Borussia raus. „Wir können im Fußball nicht immer alles erklären.“ Jetzt komme es darauf an, Nachlässigkeiten abzustellen, achtsam zu sein, entschlossen im Zweikampf, „wir waren uns vielleicht zu oft zu sicher“, sagte Hecking.

Wie auch immer – ich hoffe nicht, dass wir die Gladbacher am Samstag aufbauen, sondern unsere Chance im Heimspiel nutzen, erneut einen Dreier einzufahren.

Mein Tipp? Ich tippe mal ein 2:2.

Pressekonferenz in Mainz. Klick.

Pressekonferenz in Gladbach. Klick

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