Gegen Hertha war mehr drin

Meenzer Narren im Berliner Stadion.

Etwas mehr als 8 Minuten waren gespielt, da holte die Hertha zu ihrem ersten Eckball aus, der auch ins Mainzer Tor hätte segeln können. Da hatten unsere Jungs Glück. Bis zu diesem Zeitpunkt versteckten sie sich allerdings nicht, sondern griffen immer wieder beherzt an. Dennoch wirkte das Bemühen ein wenig gebremst. Die Pässe kam nicht immer an, die Bälle gingen oft daneben und auch das Tempo litt. Mag sein, dass der relativ frisch verlegte Rasen mit dran schuld war. Der ließ Gäste wie Gastgeber stolpern.

Die beste Chance hatten zunächst unsere Jungs. In der 14. Minute köpfte Ujah nach schönem Zuspiel von Aaron nur knapp am langen Pfosten vorbei. Ansonsten klopften sich die Teams in dieser Phase immer noch ab und riskierten wenig. In der Mitte standen beide sehr eng beieinander, so dass die Bälle oft verloren gingen, das Spiel sehr statisch wirkte. Wenn die Berliner angriffen, machten sie aber hinten oft weiter auf als unsere Mainzer, so dass sich zumindest theoretisch Chancen zum Kontern ergaben. Allzu oft schafften es unsere Jungs jedoch nicht bis in den gegnerischen Strafraum. Dazu fehlte es immer wieder an Präzision im Zuspiel und in der Passgenauigkeit. Die Angriffe wirkten dennoch kontrolliert und konzentriert.

Gegenüber dem Heimspiel gegen Schalke hatte Sandro Schwarz sein Team nur auf einer Position verändert: Für den gelbgesperrten Boëtius durfte der rechtzeitig kurierte Quaison ran. Auch Donati war für den noch nicht hundertprozentig fitten Brosinski dabei, und ganz vorne ließ Schwarz erneut mit Ujah und Onisiwo stürmen. Die mühten sich, wirkten in der Anfangsphase aber oft behäbig. Andererseits ließen unsere Mainzer nur wenig zu, blieben vor allem in der Defensive kompakt und konzentriert. Am besten gefiel mir wieder Aaron, der hinten auf dem Posten war, immer wieder nach vorne durchstartete und dort sehr viele Flanken verteilte, außerdem immer stark in die Zweikämpfe ging.

Dennoch: So richtig in Gang kamen beide Teams nicht. Eine gute Chance hatte im ersten Durchgang noch Onisiwo in der 34. Minute nach toller Flanke von Aaron, aber der Österreicher köpfte an die Latte. Ein schöner Spielzug war das. Leider nichts passiert. Torlos ging es in die Pause. Immerhin hatte unser Team bislang die Nase vorn.

Im zweiten Durchgang ging es Schlag auf Schlag, das Spiel wurde deutlich turbulenter. Zunächst trafen unsere Mainzer, als Ötztunalis Schuss vom Berliner Niklas Stark unglücklich ins eigene Tor abgefälscht wurde. Dann dauerte es nur etwa drei Minuten bis zu einem Eckball der Hertha, bei der Müller den Ball abprallen ließ und der Nachschuss saß. Ausgleich. 1:1. Endlich kam Schwung ins Spiel. Auch bei den mitgereisten und närrisch gekleideten Fans, die unüberhörbar „Am Rosenmontag bin ich geboren“ anstimmten (Liebe Lena, danke fürs Foto). Der Chor erstarb, als Berlin erneut traf. Da stand unser Team zwar kompakt vor dem eigenen Tor, aber die Hertha kombinierte schnell – zu schnell für unsere Jungs. Stark machte seinen Fehler wieder gut und traf. 2:1 für die Gastgeber.

Sandro Schwarz reagierte früh, brachte in der 64. Minute (den plötzlich erblondeten) Mateta für Onisiwo. Am Drücker blieben jedoch die Berliner. Riesen-Glück dann in der 68. Minute bei einem Schuss von Duda, als Müller mit den Fingerspitzen noch dran war und der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Dem war allerdings ein fürchterlicher Abspielfehler im Mittelfeld vorausgegangen. Da begann unser Team langsam den Zusammenhalt und die Konzentration zu verlieren. Die Hertha war klar am Drücker.

Unser Team gab sich trotzdem nicht auf. Vielleicht war Dudas Schuss sowas wie ein Weckruf. In der 74. Minute hatte Ujah die beste Chance zum Ausgleich, traf per Kopf aber nur das Lattenkreuz. Sie gingen drauf, sie kämpften – nutzen ihre Chancen aber nicht. Wie Quaison, der nur eine Minute später knapp am Tor vorbeizielte. Schwarz nahm Latza runter, brachte Maxim. Sein Team geriet nun immer wieder stark unter Druck, weil es beim Versuch zum Ausgleich weit aufrückte und der ein oder andere Pass zum Gegner ging. Schwarz wechselte ein letztes Mal, nahm den kurz zuvor gelb verwarnten Donati vom Platz und brachte Kunde.

Nur wenige Minuten waren noch zu spielen. Sollte unserer Mannschaft noch der Ausgleich gelingen? Die Bemühungen endeten meist im Mittelfeld mit einem Fehlpass oder einem Foul. Vier Minuten gab Schiedsrichter Aytekin oben drauf. Der hervorragende Aaron kämpfte sich auf links noch einmal durch. Dann ein Schuss von Maxim, noch einer vom heute wieder starken Ötztunali – nichts. Ein letzter Einwurf in den Strafraum der Berliner, zwei Schüsse, die vorbei gingen – und dann kam der Pfiff. Vorbei, verloren. 1:2. Eine vermeidbare Niederlage. Hier war auf jeden Fall mehr drin.

Leider hat uns Düsseldorf durch sein 4:0 gegen Schalke vom Fassenachtsplatz der Tabelle gekickt. Kann man bei Düsseldorf ja verstehen…

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