Klar verdienter Sieg

Dem Gegner in allen Belangen überlegen dank einer sehr giftigen, aggressiven Spielweise – das 3:0 unserer Mainzer zu Hause gegen Schalke tut einfach sehr gut nach drei verlorenen Spielen in Folge. Kein Gegentor. Und mit Spitzenstimmung auf den Rängen.

Trainer Sandro Schwarz hatte sein Team ziemlich umgebaut, teilweise auch umbauen müssen: Kunde erkrankt, kurzfristig auch Brosinski, Quaison angeschlagen. So spielte Donati (sehr solide) nach langer Zeit mal wieder rechts hinten und das auch von Anfang an. Karim Onisiwo wie auch Anthony Ujah standen überraschend in der Startelf und im Mittelfeld Ötztunali zusammen mit Boëtius, Latza und Gbamin.

Vorab: Die Jungs waren heute durch die Bank gut drauf, bissig, aggressiv, pressten früh schon ganz vorne. Da fiel keiner mit schlechten Leistungen auf, höchstens mit besonders großem Engagement: Ganz vorne Onisiwo, heute sogar mit zwei Treffern, die gesamte Abwehr und hier vor allem neben Niakhaté der starke und lauffreudige Aarón (Assist zum 2:0), selbst Gbamin schien sein kleines Leistungstief überwunden zu haben. Schlichtweg bemerkenswert finde ich es, dass der Trainer so viele gute Spieler noch auf der Bank hatte, um eine Mannschaft wie Schalke zu dominieren.

Denn das war es – Aggressivität, Dominanz, Überlegenheit. Es gab nur eine kurze Phase im ersten Durchgang, in der die Gäste nah am Ausgleich waren. Alles im allem hätte unser Team jedoch sogar noch höher gewinnen können. Viele Chancen, zweimal von Stefan Bell, von Boëtius, Latza und Ujah, blieben ungenutzt. Niakhaté setzte einen sehenswerten Fallrückzieher leider aus dem Abseits heraus ab.

Schwarz hatte den Schlüssel gegen Gelsenkirchen gefunden. Sehr hoch stehen und die Gäste schon an deren eigenem Strafraum abholen, immer wieder den Spielaufbau zu unterbrechen, im Mittelfeld extrem auf die Ballführenden zu gehen und bei Ballgewinn sofort umzuschalten. Die kurze Phase der Schalker überstanden unsere Jungs auch mit etwas Glück, weil der Gegner am Ball vorbeisprang oder Müller entschärfte. Obwohl unser Schlussmann insgesamt wenig zu tun hatte an diesem Tag. Dafür waren die Gäste einfach zu harmlos.

Während unsere Mainzer eine tolle Reaktion zeigten auf die letzten Niederlagen und wir mit einem Gefühl das Stadion verließen, eine solche Stimmung und ein solches Spiel schon lange nicht mehr erlebt zu haben, vollzog sich im Hintergrund eine eher traurige Geschichte, die von einigen Zeitungen (die mit den großen Buchstaben) regelrecht als Kampagne gefahren worden war: die Demissionierung von Schalke-Manager Christian Heidel, der in Mainz ja wahrlich kein Unbekannter ist. Von falscher Transferpolitik ist die Rede, von sowas wie Mainzerisierung des Vereins. Das Schalker Umfeld ist unruhig, ganz egal wie gut der Club international steht, denn in der Liga geht es bergab, und in Gelsenkirchen wachsen die Bäume halt normalerweise in den Himmel. Dabei schloss der Verein in der vorigen Saison als Vizemeister ab. Zählt alles nicht mehr. Er, Christian Heidel, sagte, dass er der Auslöser dieser Unruhe sei und er mit seinem vorzeitigen Weggang hofft, diese beenden zu können.

Die Unruhe in Mainz hingegen, wenn man das überhaupt so sagen kann, ist erst einmal beendet. Am Samstag geht es nach Berlin.

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