Verdienter Arbeitssieg mit Glück für 05

Mag sein, dass unsere Mainzer phasenweise ein bisschen überheblich auftraten. Es geschah vermutlich aber auch mit dem Wissen um die eigenen Stärken, Selbstvertrauen zu haben. Das frühe Tor, der Elfmeter durch den starken Brosinski nach Foul an Aarón, wog sie wohl in trügerischer Sicherheit. Nur so wäre zu erklären, warum unsere Nullfünfer nach dem ersten Treffer in der 15. Minute nicht mehr ganz so ernsthaft in ihren Bemühungen wirkten. Der Gegner schien angeschlagen, kam dennoch immer wieder mal gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Und so verwundert es nicht, dass unsere Jungs noch vor der Pause in ähnlicher Situation wie im Hinspiel, bei einem Eckball, den Ausgleich kassierten. Mal wieder zu früh in Sicherheit gewogen?

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz ließ die selbe Elf auflaufen, die schon in Stuttgart gespielt und gewonnen hatte, wieder mit seiner schon fast obligatorischen Mittellfeldraute. Vielleicht kam das Team zu früh und zu einfach in Führung – denn die anschließenden Bemühungen überzeugten mich nicht mehr so: Die Ballverluste und Fehlpässe häuften sich. Viel zu viele steile Bälle nach vorne gingen ins Leere. Und dennoch waren unsere Mainzer das bessere Team, vor allem optisch überlegen. Dass sie diesen einen Treffer bei einem Eckball kassierten, war mangelnder Aufmerksamkeit und Konsequenz geschuldet. Der Treffer wäre klar zu verhindern gewesen. Das konnte dem Trainer nicht gefallen, und ich nehme an, dass er in der Pause Entsprechendes gesagt hat.

Nürnberg wollte im zweiten Durchgang das Momentum nutzen, ging viel früher auf den Gegner. Da kam es zu einigen Rangeleien… und ein kreatives Spiel war so kaum mehr möglich. Schwarz wechselte bereits in der 54. Minute, brachte für Ötztunali, der ein wenig blass blieb, Alexandru Maxim. Unsere Jungs kamen häufiger vor das Nürnberger Tor und hatten ihre Chancen. Doch der Treffer fiel erneut auf der anderen Seite, und er war wieder mal vermeidbar. Ein Riesenglück allerdings, dass der Videobeweis ein Abseits anzeigte und der Treffer nicht zählte – es ging um eine Schuhbreite, die der Nürnberger abseits gestanden hatte. Das zeigte jedoch zugleich, dass die Mainzer in der Defensive einen Tick zu sorglos waren.

Dann, endlich, in der 73. Minute: Kunde erobert den Ball im Mittelfeld, treibt die Mannschaft nach vorne, wartet einen kurzen Moment, passt dann nach außen auf Brosinski und der in die Mitte, wo Quaison vollendet. Endlich mal ein schöner gelungener Spielzug. Und erneut unter Beteiligung des sehr engagierten Brosinski. Das machte die Begegnung allerdings nicht einfacher: Nürnberg setzte hartnäckig nach, gab sich nicht geschlagen, kämpfte um jeden Ball und griff immer wieder an. Torwart Florian Müller war jedoch auf seinem Posten und haute einiges weg.

Es ging hin und her, hoch und runter in den letzten Minuten. Beide Teams gaben noch mal Gas, wobei mir auf unserer Seite Maxim gut gefallen hat.
Letztendlich war es wegen des zurückgezogenen Gegentores ein glücklicher, aber alles andere als ein unverdienter Sieg, vor allem dank der Anstrengungen unserer Jungs im zweiten Durchgang.

Mainz 05: Müller – Aarón, Hack, Bell, Brosinski – Gbamin, Boëtius, Ötztunali (53. Maxim), Kunde – Quaison (79. Latza), Mateta (82. Ujah)

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