Zittern zum Schluss

Mei Nerve… Da spielen unsere Jungs in Stuttgart teilweise göttlich auf, aber machten es am Schluss wie in den letzten Testspielen – sie ließen in ihrer Aufmerksamkeit nach, so dass aus einem 3:0 am Ende nur ein 3:2 wurde. Zwei Gegentreffer in den letzten zehn Minuten. Bei diesem Stand sogar mit Bibbern wegen Videobeweis‘. Knapp an einem Elfmeter gegen uns vorbei. Obendrein traf der Stuttgarter Donis in dieser dramatischen Schlussphase noch den Pfosten. Zum Glück haben unsere Jungs dann doch noch gewonnen.

Die Mainzer seien wegen ihrer Mittelfeldraute schwer zu bespielen gewesen, sagte der etwas genervt wirkende Stuttgarter Trainer Markus Weinzierl. Zumal der erste Treffer der Gäste mit Hilfe eines Gegenspielers fiel (Foto). Er wäre dennoch zwangsläufig gewesen, da unsere Jungs hochkarätige Chancen hatten, ihre Angriffe aber teilweise etwas ungestüm fuhren. Besagte Raute, diesmal mit Gbamin, Ötztunali, Boëtius und Kunde sowie die beiden Stürmer Quaison und Mateta standen sehr gut im Raum, fingen viele Bälle ab und schalteten schnell um. Was nicht von Beginn an so war. Hätte Zuber seine Chance in den Anfangsminuten genutzt – er rutschte beim Schuss vor dem Mainzer Tor aus –, wäre das Spiel vermutlich anders verlaufen. So aber hatten unsere Mainzer nach dem ersten Treffer Oberwasser und schien Stuttgart reichlich demoralisiert. Erst recht, als der zweite Treffer für die Mainzer noch vor der Pause fiel.

Die Schwaben taten im zweiten Durchgang mehr für ihr Spiel. Und dennoch trafen wieder die Mainzer – Alexander Hack, mal wieder in die Innenverteidigung anstelle von Niakhaté gerückt, setzte das Leder bei einem Eckball ins Tor. Dann aber passierte wohl das, was wir aus den letzten drei Testspielen kannten und was Trainer Sandro Schwarz als „Verwaltungsmodus“ bezeichnet: Das Team ließ in den letzten zehn Minuten plus vier Minuten Nachspielzeit in seiner Aufmerksamkeit deutlich nach.

Stuttgart nutzte das, traf innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal, witterte seine Chance und drängte auf den Ausgleich. Unsere Jungs standen zu weit weg vom Gegner, unterbanden die Flanken in ihren Strafraum nicht mehr. Als dann noch der eingewechselte Donis den Ball an den Pfosten des von Florian Müller bewachten Tores knallte und kurz darauf an die Hand des im Strafraum verteidigenden Aaron sprang, konnten wir nur noch die Luft anhalten: Videobeweis. Jetzt auch noch Elfmeter plus Ausgleich?

Der Fußballgott hatte ein Einsehen. Schwarz brachte Niakhaté für Mateta, während Gerrit Holtmann schon zuvor nach langer Krankheitsphase wieder aufspielen durfte, diesmal für Boëtius. Unsere Nullfünfer überstanden die dramatische Schlussphase ohne weiteren Gegentreffer – absolut verdient insgesamt dank einer hervorragenden ersten Halbzeit und einem kontrollierten Spiel über lange Phasen im zweiten Durchgang.

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