Kein Weihnachtswunder, aber einen Punkt

Robin Zentner rettet in höchster Not, hat dabei aber riesiges Glück: Sein abgewehrter Ball ging an den Pfosten und prallte dort wieder ab.

05-Trainer Sandro Schwarz setzte auf genau die Elf, die gegen Frankfurt angetreten war, während sein Gegenüber Julian Nagelsmann siebenmal wechselte, fast durchweg verletzungsbedingt. Und dennoch merkte man das der TSG nicht an, da lief nicht nur der Ball gut durch die Reihen, da schuf man auch eine Torraumszene nach der anderen. In den letzten 15 Minuten des ersten Durchgangs spazierten die Hoffenheimer oft wenig bedrängt durch unseren Strafraum, vor allem Demirbay (Codename Steh mir bei) brach immer wieder durch. Es fehlte viel von der Aggressivität, die wir gegen Frankfurt erlebt hatten. In der TSG-Drangphase hatten wir jedoch Glück und Robin Zentner. Gut möglich, dass die Ursache für die wackelnde Abwehr in einer frühen Verletzung von Niakhaté lag, der gegen Ende des ersten Durchgangs vom Platz musste und von Hack ersetzt wurde.

Bis dahin hatten die Zuschauer zwei Tore gesehen, eines auf jeder Seite. Das erste hatten wir uns eingefangen wie viele zuletzt: Flanke von außen ins Zentrum, Schuss, Tor. Bei einem Freistoß kehrten unsere Jungs jedoch sofort wieder zurück: Mateta reagierte am schnellsten und drosch den abgeprallten Ball ins Tor. Ausgleich. Hoffenheim blieb cool, bedrängte uns in der Folge vehement, stieß ein ums andere Mal vor Zentners Tor und war sehr nah dran am Führungstreffer – darüber hätten wir uns wahrlich nicht beklagen dürfen.

Allerdings waren die Gegenstöße unserer Jungs ebenfalls nicht ohne, sie kamen immer wieder hochgefährlich und mit Tempo vor des Gastgebers Tor. Unserem Sturm war das Selbstvertrauen einfach anzumerken – Hacke Boëtius, Quaison auf Mateta, der schoss ins Tor. Leider abseits. Da hatte nur der Bruchteil einer Sekunde gefehlt. Dennoch: Unsere Jungs waren da! Mit mehr Konsequenz in der Abwehr müsste man hier eigentlich noch was holen können, dachte ich mir in der Pause. Schaun mer mal.

Die Teams wirkten vorsichtiger im zweiten Durchgang, waren aber auch bis dahin sehr viel gelaufen. Unsere Mannschaft hätte ihre Chancen mit mehr Präzision besser ausspielen können, ja, müssen. Die TSG-Abwehr nahm nun aber auch den agilen Mateta aufs Korn, der das schmerzhaft zu spüren bekam. Nagelsmann brachte Adam Szalai, in Mainz ja alles andere als ein Unbekannter – unser einstiger Goalgetter hatte uns ja schon mal für die TSG mehr oder weniger abgeschossen, und fast wäre es ihm mit seinen ersten Ballkontakten wieder gelungen. Aber konnte das so wenige Stunden vor Heiligabend nicht mal besser für uns laufen?

Hoffenheim wirkte jedoch nicht wie ein Team, das Geschenke machte, eher war‘s umgekehrt. Zu viele Ungenauigkeiten, zu viele Ballverluste. Bei einem Angriff der TSG sprangen sowohl Zentner als auch Bell direkt vor dem Tor am Ball vorbei. Es blieb ohne Folgen. Wie bis dahin so mancher Faux pas unserer Defensive, obwohl dort mittlerweile Gbamin eingerückt war. Und wie sah es vorne mit Entlastung aus? Schwarz musste den etatmäßigen aber angeschlagenen Stürmer Mateta gegen Onisiwo auswechseln. Das belebte unseren Sturm jedoch nicht. Vielmehr hielt ich bei dem ein oder anderen gerade noch vor unserem Tor weggeschlagenen Ball die Luft an. Die TSG baute ordentlich Druck auf. Ging das gut? Oder sollte da doch noch ein genialer Angriff der Nullfünfer kommen? Ein Weihnachtswunder?

Schwarz wechselte ein letztes Mal, brachte Baku für Latza. Der 20-Jährige hatte schon gegen den BVB Wunder bewirkt und rannte sich gegen die TSG unter fansingender Jingle-Bells-Begleitung die Seele aus dem Leib. Auch Nagelsmann zog sein Ass aus dem Ärmel, brachte Nelson für Zuber. Aber da war jetzt auf beiden Seiten nicht mehr so viel Feuer drin, das vermutlich so langsam auch vom Starkregen gelöscht wurde. Mit diesem bislang einzig erarbeiteten Punkt konnten wir „unter den gegebenen Umständen“ noch zufrieden sein. Einige Spieler beider Mannschaften eierten schon sichtbar auf der Felge. Das war immerhin eine anstrengende Hinrunde.

Einige Angriffe fuhr auch unser Team noch mal in den letzten Minuten. Drei gab es oben drauf. Und auch die TSG griff weiter an. Ein echter Sturmlauf. Stehmirbei verpasste dabei knapp, Grifo setzte an den Pfosten – der vierte Alu-Treffer insgesamt war’s. Uff! Gütiges Christkind, hab Erbarmen, schreite endlich zur Bescherung, flehte ich… Unsere Jungs griffen dann auch noch mal an, aber hatten keinen Erfolg. Dann endlich pfiff der Weihnachtsmann, pardon, der Schiedsrichter, ab. Es war ein sehr hart erkämpfter Punkt für unsere Jungs zum Jahresausklang.

Allen Mitbloggern ein gesegnetes Weihnachtsfest!

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