Zwei Doppelpacks mit Effet

Welch ein Spiel. Selten hab ich unser Team so entschlossen erlebt, ein Spiel zu gewinnen. Von Anfang an bauten die Nullfünfer einen irren Druck gegen die Eintracht auf. Weite Abschläge von Torwart Robin Zentner, schon beim 1:0, bei dem es nur 15 Sekunden dauerte, bis Mateta den Ball aufnahm und auf Quaison leitete, der seinen Gegenspieler stehen ließ und die Kugel mit links ins kurze Eck hämmerte. Das Stadion tobte.

Lange hielt die Freude indes nicht. Vor dem Ausgleich leistete sich Gbamin am gegnerischen Strafraum einen Fehlpass, und die Eintracht kombinierte unglaublich schnell nach vorne. Das Tor fiel dann wie die ersten beiden in Leipzig: Pass von außen ins Zentrum, wo Jovic unbedrängt stand und den Ball nur noch ins Tor schieben musste. Wieder mal ohne klare Zuordnung. Unsere Nullfünfer ließen sich davon jedoch nicht groß beeindrucken – Quaison traf nur fünf Minuten später erneut. Und das nach einem tollen Zuspiel von Boëtius auf engstem Raum und in großer Bedrängnis. Wieder war der Ball seit dem Abstoß nur Sekunden unterwegs gewesen. Allerdings sollte auch diesmal der Jubel nicht lange halten: Kurz vorm Pausenpfiff nickte Jovic bei einer Ecke problemlos ein. Wieder war er der Mainzer Abwehr entwischt. Zwei Spieler, zwei Doppelpacks.

Es ging in die Pause, und unseren Jungs hätte ich in der Abwehr mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Sie hatten sich mehr oder weniger selbst um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Doch da stand die Elf von Leipzig auf dem Platz, bis auf Onisiwo und Ötztunali. Für sie spielten Boëtius und Kunde. Und diese Elf hatte was gutzumachen.

Der zweite Durchgang setzte nahtlos an den ersten an. Beide Teams überbrückten schnell das Mittelfeld, suchten den Zweikampf und die Balleroberung. Beide Seiten hatten ihre Szenen und Chancen, doch verflachte die Begegnung zwischenzeitlich, weil immer wieder Bälle verloren oder ins Aus gingen. Die ungenauen Zuspiele häuften sich bei den Nullfünfern. Da gingen die Kräfte zur Neige. Während die Eintracht Rebic und Willems brachte, hielt sich Sandro Schwarz mit einem Wechsel noch zurück. Einen Höhepunkt gab es dann in der 76. Minute, als der Schiri ein Handspiel der SGE im Strafraum nicht ahndete. Dabei ging der Frankfurter klar mit dem Arm zum Ball.

Boêtius hatte dann in der 80. Minute die Riesenchance aufs dritte Mainzer Tor, scheiterte aber an Keeper Trapp. Dann wechselte Schwarz schließlich, brachte Baku für Kunde, Onisiwo für Mateta und kurz darauf Maxim für Latza. Bis dahin hatte sich die Begegnung in ein Kartenfestival verwandelt, viele taktische Fouls auf beiden Seiten, aber mit deutlichem Mainzer Übergewicht. Kurz stockte uns der Atem, als Rebic in den Mainzer Strafraum drang, aber Zentner verhinderte das Tor. Und das war es dann auch schon. Mit diesem Remis können wir einigermaßen leben, einen Handelfmeter hätten wir dennoch kriegen müssen. Alles in allem aber geht das in Ordnung. Jetzt müssen in Hoffenheim ein paar Punkte her, sonst war die Ausbeute der letzten drei Spiele etwas dünn – immerhin sind es schon 20 Punkte. Kein Grund zur Panik also.

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