Spitzenmäßig gegen den Spitzenreiter

Toller Auftritt unserer Nullfünfer vor ausverkauftem Haus gegen den Spitzenreiter Borussia Dortmund – trotz des 1:2 hätte unser mutiges und selbstbewusst spielendes Team mindestens einen Punkt verdient gehabt. Es stimmte alles, kämpferisch, diszipliniert-taktisch und spielerisch. Phasenweise waren unsere Jungs sogar die bessere Mannschaft, rissen die gegnerische Struktur auseinander, spurteten nach jedem Ball, pressten den BVB gelungen in dessen eigene Hälfte, verteidigten kollektiv – und schalteten blitzschnell um. Doch gerade hier fehlte oft ein Tick Präzision, was gute Möglichkeiten ungenutzt ließ.

Dabei standen die Nullfünfer von den ersten Minuten an voll unter Druck. Robin Zentner, kurz vor dem Spiel noch von einem Magen-Darm-Erreger genesen, verhinderte gleich in den ersten Minuten einen Dortmunder Treffer. Auch Kunde, Latza oder Gbamin – immer war noch ein Mainzer Bein dazwischen. Nach zehn Minuten aber ebbte der schwarz-gelbe Ansturm ab und unsere Mainzer drängten nun selbst nach vorne. Mutig waren sie, gingen in die Zweikämpfe und holten sich von den Dortmundern die Bälle zurück. Kunde haute ordentlich was weg und erinnerte mich an den jungen Baumgartlinger zu dessen besten Zeiten. Während die bei gegnerischem Ballbesitz gebildete Fünferkette mit Niakhaté, einem ungewohnt offensiven Stefan Bell, Brosinski, Aaron und Alex Hack die beiden stets vorne lauernden Stürmer Götze und Reus gut abklemmten, zog die Mannschaft dann ihre etatmäßigen Außenverteidiger beim Angriff mit nach vorne, was über die Flanken oft viel Tempo brachte und Räume öffnete.

Und natürlich Chancen. Gute hatten sie zuhauf – Mateta, Latza, Quaison oder Aarón hielten ordentlich drauf, aber meist parierte BVB-Keeper Bürki hervorragend. 05-Trainer Sandro Schwarz hatte seine Mannschaft gut eingestellt, und die spielte das taktisch diszipliniert, verschob wirkungsvoll, schaffte Räume und ging konsequent auf den Ball. Das war ein Spiel auf hohem Niveau.

Das 0:0 zur Pause gab das Chancenverhältnis annähernd gerecht wieder. Dortmunds Trainer Lucien Favre hatte da jedoch noch eine 100-Millionen-Waffe auf der Bank sitzen, den für mich derzeit besten Konterstürmer der Liga, Paco Alcácer. Und kaum tanzte er auf dem Platz, ging es ratzfatz nach vorne – 0:1. Nicht lange währte dieser Vorsprung allerdings. Der prompte Ausgleich bescherte Robin Quaison den ersten Heimspieltreffer, auch wenn Axel Witsel versehentlich ein wenig mitgeholfen hatte. Riesenjubel im Stadion. Der nicht lange hielt, weil der Spitzenreiter erneut traf: Aus Mainzer Sicht schade und ein wenig unverdient, dass Piszczeks Sonntagsschuss, der zudem ein wenig verdeckt kam, direkt ins Tordreieck ging und dank der Latte auch ins Tor. 1:2. So blieb es. Auch wenn der eingewechselte Onisiwo in den fünf Minuten Nachspielzeit eine Riesenchance zum Ausgleich hatte.

Traurig sollten wir nicht sein. Aber achtsam bleiben – unser nächster Gegner Düsseldorf holte heute bei den Bayern einen Punkt.

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