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Verrückte Fußballwelt

Nicht einmal eine Woche ist es her, da schien die Welt der Nullfünfer aus den Fugen. Das 2:4 gegen Mönchengladbach war der vorläufige Höhepunkt einer verkorksten Rückrunde. Wenige Tage später schon wurde Nicolai Müller in die Nationalmannschaft berufen. Der Stürmer feiert jetzt sein Debüt bei Jogi Löw – Belohnung für seine hervorragenden Leistungen. Müller war das Licht, das im Spiel gegen Hannover leuchtete. Nicolai Müller glänzt immer wieder mit einer für das 05-Spiel beispielhaften Willensleistung. Auf unserem Bild trifft er gegen den VfB – bitte am Samstag wiederholen.
Ganz so schlecht können die Auftritte unserer 05er also nicht sein. Trainer Thomas Tuchel gab just vor dem letzten Saisonspiel in Stuttgart auch eine Erklärung des Leistungsabfalls seiner Mannschaft. Häufige und langwierige Verletzungen sowie Formverlust bei einigen Spielern machte er vor allem verantwortlich. Wegen des Ausfalls wichtiger Spieler hätten immer wieder dieselben auf dem Platz stehen müssen (War da nicht von Kaderverkleinerung vor der Saison die Rede?). Niemand habe auch nur ahnen können, dass Choupo-Moting und Ivan Klasnic dauerhaft würden nicht spielen können.
Das komplette Mittelfeld gehe auf dem Zahnfleisch. Elkin Soto spiele seit Wochen nur mit 60 Prozent, klage immer wieder über Schmerzen. Kirchhoff sei gleich mehrfach ausgefallen, Zimling von Anfang an ohne Pause gewesen. In der Defensive sei Bo Svensson eigentlich vierte Wahl gewesen, habe dennoch durchspielen müssen. Erst jetzt in Stuttgart kann Niko Bungert wieder auflaufen. Eisenmann Nikolce Noveski hat denn auch an allen Fronten löschen müssen, was nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei.
Vorne in der Offensive sei Shawn Parker noch längst nicht so weit, den kompletten Part eines alleinigen Stürmers zu übernehmen. Adam Szalaí selbst sei seit Wochen ausgepowert. Die Zwangspause jetzt tut ihm ganz gut. Der hoffnungsvoll gestartete Chinedu Ede ist anscheinend (noch) nicht erstligareif. Nikita Rukavytsya war zudem wohl ein Fehlgriff. “Die Mannschaft ist leer und ausgepresst”, sagte Tuchel dieser Tage. Das gelte auch für den mentalen Zustand.
So arbeiten Manager und Trainer weiter am Kader für die nächste Saison. Offensichtlich fischt man mit der Eintracht im selben Becken. Einige Namen werden genannt, zuverlässige Informationen gibt es jedoch wenige. Sicher ist hingegen, das Marco Caligiuris nächster Arbeitgeber Eintracht Braunschweig heißt. Marcel Risse ist in Köln im Gespräch, Anthony Ujah angeblich in Zagreb. Und wer kommt? Das werden die kommenden Wochen zeigen müssen. Wir sind gespannt.
Nicht zu vergessen das Spiel in Stuttgart: Außer Bungert soll Elkin Soto wieder spielen, wenn auch nur mit 60 Prozent. Und Niki Zimling hat seine Sperre abgesessen. Immerhin macht das drei Veränderungen. Ansonsten dürfte dieselbe Elf auflaufen, die gegen Gladbach gespielt hat. Mein Tipp: 1:1.
Der letzte Vorhang...
Caligiuri – mal Genie, mal Schlamper. Ich hab ihn meist gerne gesehen. Unvergessen sein Tor im Heimspiel gegen Bayern. Aber auch unvergessen sein Faux Pas gegen die Eintracht. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Und was für Caligiuri, kann auch für Andy Ivanschitz gelten. Dennoch: Der Junge kann dermaßen gut spielen – wenn er denn konstant spielt! Schade, dass er geht! Seine Position soll ja so nicht mehr besetzt werden – wenn ich’s richtig verstanden habe. Und wer glaubt, dass er es hat?
Bleiben Rado und Ivan – irgendwann ist Schluss mit dem Profifußball. Und das ist jetzt nicht annähernd böse gemeint. Rado gefiel mir vor allem dann, wenn er kompromisslos in die Zweikämpfe ging. Außer ihm und Noveski schafft das kaum jemand aus dem Team so.
Jan Kirchhoffs Weggang zu den Bayern ist hingegen schon länger bekannt. Farewell – wir hoffen, dass es was wird hinterm Weißwurst-Äquator. Den Verein verlassen könnten aber auch Rukavytsya und Risse. Letzteren will wohl kaum jemand gehen lassen, aber den jungen Mann zieht es wegen mangelnder Einsätze offenbar weg. Vielleicht zum FCK? Wie auch immer: Seit seiner überstandenen Verletzung konnte der flinke Außenstürmer nicht wieder in die Spur zurückfinden. Apropos Stürmer: in meinem letzten Posting hatte ich Choupo-Moting und Ede weggelassen, aber beide zähle ich wie Nicolai Müller eher zu den Halbstürmern.
Bliebe noch eine Anmerkung zu einem Gerücht um einen Neuzugang für unsere Defensive: Ein Spieler von Sturm Graz war diese Woche gehandelt worden. Laut 05-Manager Christian Heidel ist jedoch nichts dran. Ansonsten müssen wir hier keine Gerüchte dementieren, die wir nicht selbst in Umlauf gebracht haben.
Jetzt aber zum letzten Heimspiel gegen Gladbach: Im Vorjahr war es ein bitteres 0:3 als Abschluss der Saison; Marco Reus war noch dabei. Wenn das diesmal anders laufen soll, muss sich unser Team doch deutlich engagierter dagegen stemmen. Also – letzte Chance für unsere Abgänger, noch mal einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Gladbach liegt drei Punkte vor uns und kann noch immer auf die internationalen Plätze schielen. Da geht es noch um etwas, vorausgesetzt, Freiburg, Frankfurt und der HSV spielen mit. Während es bei uns um einen positiven Saisonabschluss geht. Dafür müssten wir jedoch die letzten beiden Spiele gewinnen. Eine Prognose gefällig? 1:0. Tor: Parker.
Nichts ist doofer als Hannover
Eines dürfte schon vor dieser Begegnung klar sein: Eine Wiederholung des Hinspiels dürfte es in identischer Form nicht geben, denn Adam Szalai, der Schütze des späten Siegtreffers, fällt wegen seiner Verletzung an einem Lendenwirbel aus. Allenfalls müsste ein anderer Spieler das Kunststück fertig bringen, einen Siegtreffer in letzter Sekunde zu landen. Ja, Kunststück, denn unsere Jungs treffen nicht mehr.
Zu allem Überfluss mussten sich weitere Spieler krank melden: Ivanschitz (wahrscheinlich) und Ede fallen nun ebenfalls aus. Kirchhoff und Choupo-Moting gehören ohnehin bereits der Ausfallliste an. Einen Lichtblick gibt’s bei Verteidiger Niko Bungert, der erstmals seit seinem Kreuzbandriss für den Profikader an diesem Samstag (15.30 Uhr) nominiert worden ist. Nur – wer kann sonst noch spielen? Yunus Malli, das ewige Talent; Nikita Rukavytsya, die wenig überzeugende Spätverpflichtung; Nicolai Müller, der derzeit gehemmte Spitzenmann; Marcel Risse, der nach Form Suchende? Und Elkin Soto, für den es gegen Frankfurt nur für 45 Minuten gereicht hat? Dazu Niki Zimling, der seit Wochen ebenfalls überspielt ist?
Mit dieser Truppe geht es dann in die niedersächsische Hauptstadt, wo wir bislang selten gewinnen konnten, auch wenn die Bilanz gegen Hannover insgesamt perfekt ausgeglichen ist. Die Gastgeber haben immer noch leichte Chancen auf einen Euro-League-Platz und werden schon deshalb unbedingt gewinnen wollen. Nominell sind die Hannoveraner auch gut und schlagkräftig besetzt, und auch die Verletztenliste liest nicht gerade lang.
Für Thomas Tuchel wird es schwer, eine schlagkräftige Truppe dagegenzusetzen, die noch dazu auch mental gerüstet ist. Der 05-Trainer wird vermutlich versuchen, sein Team defensiv sicher einzustellen und auf schnelle Gegenzüge zu setzen. Wagen wir eine Aufstellungsprognose, die derzeit recht einfach scheint: Wetklo, Zabavnik, Noveski, Svensson (2. Halbzeit Bungert), Pospech, Soto (oder Malli), Baumgartlinger, Risse, Caligiuri, Nikolai Müller, Shawn Parker. Na dann auf geht’s. Wenigstens ein Remis. 1:1.
Der Beste im Südwesten?
Von der Diskussion über Steuerbetrug zurück auf den Boden der Stadien dieser Republik, in denen es jetzt in den nächsten Wochen um bessere Plätze oder Nichtabstieg geht. Borussia Dortmund und der FC Bayern haben es uns in dieser Woche schon vorgemacht: Mit Leidenschaft und Willen ist immer etwas zu holen. Solange sich eine mentale Stärke aus bislang Erreichtem speisen kann, ist das immer drin. Und hier schließt sich der Kreis zum 1. FSV Mainz 05.
Richtige Erfolgserlebnisse sind bis auf das 1:0 gegen Leverkusen in dieser Rückrunde ausgeblieben. Die Mannschaft wurde für ihren Aufwand, den sie oftmals betrieb, nicht belohnt. Die Niederlage im Pokal gegen Freiburg ist als Wende und Erkenntnis zu werten. 05-Tugenden müssen nicht immer zum Erfolg führen. Können nicht immer. Manchmal entscheiden Kleinigkeiten. Das Pokalspiel weckte in mir auch die Frage, ob diese Mannschaft leistungsmäßig noch so mithalten kann, wie sie soll. Aber es gab vielleicht auch mental einen Knacks, einfach nicht belohnt worden zu sein für die gute Leistung der ersten 70 Minuten. Seitdem spielt das Team nicht mehr so selbstbewusst auf, es fehlt an Leidenschaft, und der unbedingte Siegeswille ist nicht mehr so lebendig.
Die vergangenen Spiele haben aber auch gezeigt, dass es auf wichtige Leistungsträger ankommt: So zum Beispiel auf Elkin Soto, der als Schalter, Umschalter, Kreativkraft und Antreiber im Mittelfeld essenziell ist für das Spiel unserer Nullfünfer. Wo ist da ein Nachfolger in die Sicht, der halbwegs diese Tugenden auch auf den Platz brächte? Für das Kreativspiel brauchen wir dringend noch Leute. Aber auch für unsere Defensive mit Noveski und Svensson – auch hier wäre dringend eine Doppelung notwendig. Adam Szalai dürfte in der nächsten Saison nicht mehr in Mainz spielen. Ersatz muss natürlich her. Bis dahin müssen wir aber unser Restpensum dieser Saison erst mal anständig zu Ende bringen.
Eigentlich kommt Frankfurt jetzt gerade recht. Jetzt wäre eine gut Chance, diese Negativ-Tendenz zu beenden. Ein Heimsieg könnte der Mannschaft wieder das Gefühl geben, ein Spiel mit ihren ureigenen Tugenden zu bestimmen und kontrollieren zu können. Dafür jedoch muss vor allem frische mentale Stärke in die Mannschaft fließen, Selbstvertrauen und der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit. Trainer Thomas Tuchel wird vor diesem Sonntagsspiel (15.30 Uhr) wieder auf einige genesene Spieler setzen können, Soto wird voraussichtlich aber nicht dabei sein. Ivanschitz und Nicolai Müller sind zurück. Hoffentlich auch Zabavnik. Stefan Bell hat bislang einen guten Eindruck in der Defensive hinterlassen. Und: Torwart Christian Wetklo hat versprochen, seine Impulsivität ein wenig zurückzufahren.
Der Gegner reist mit viel Selbstbewusstsein an (kommen die wieder per Schiff?) nach seinem 1:0-Heimsieg gegen Schalke mit gehaltenem Elfmeter von Oldie Nikolov. Außerdem dürfte den Eintrachtern noch die Niederlage aus der Hinrunde quer im Magen liegen. Dazu die ewige Rivalitätsfrage. Wer ist der Beste im Südwesten? Wenigstens in dieser Saison. Ich hoffe auf eine positive Antwort. In jeder Beziehung. Mein Tipp daher: 1:0. Torschütze: Nikolce Noveski ![]()
Schwarz-gelbe Alpträume
Ausgerechnet jetzt nach Dortmund. Aber ganz gleich wie es um den moralischen und gesundheitlichen Zustand der Mannschaft bestellt ist, so ist ein Gang zu den Schwarz-gelben immer ein besonders schwerer. Dennoch diesmal ungleich schwerer, da der BVB nach seinem Glückssieg gegen Málaga gerade intensiv an seiner vereinsinternen und allgemeinen Legendenbildung weiterstrickt und wir im Gegenzug zurzeit eine Formkrise durchlaufen. Diese Rückrunde liefert uns keine gute Bilanz. In den Köpfen steckt zudem noch die 1:2-Niederlage gegen den HSV, da fallen zum weiteren Unglück wichtige Spieler aus: Soto, Kirchhoff, Choupo-Moting mit erneuter Meniskusverletzung, Caligiuri, Ivanschitz, Bungert, Heinz Müller.
Während bei ein, zwei Spielern noch Hoffnung bis Samstag besteht, ist dennoch klar, dass sich unser Team gegenwärtig alles andere als in Höchstform präsentiert. Und auch mental hat sich das zuletzt deutlich gezeigt im Spiel gegen den HSV: kaum Zweikämpfe, kaum Zutrauen und wenig Drang zum Erfolg. Auch wenn wir nichts herbeireden sollten, so ist dennoch sichtbar etwas geschehen mit der Mannschaft. Fragt sich nur was? Überspielt? Erschöpft? Unklare Vertragssituationen? Bevorstehende Wechsel? Gute Angebote? Vor allem bei Adam Szalaí vermuten viele Fans Letzteres. Ist der Kopf nicht frei? Woran liegt’s?
Schwarzseher haben vor diesem Spiel natürlich Hochkonjunktur, aber das ist bei den bestehenden Kräfteverhältnissen zwischen beiden Mannschaften kein schwieriges Terrain. In jedem Falle sollten wir versuchen, mal endlich wieder unsere typische Spielweise umzusetzen und hinten bis zuletzt deutlich aufmerksamer sein. Ein gut eingespielter Niko Bungert wäre jetzt hilfreich, aber den haben wir zurzeit nicht. Selbst wenn das Spiel beim BVB mit einer für viele erwartbaren Niederlage endet, sollte wieder etwas zu sehen sein von der typischen, überzeugenden 05-Spielweise und von einer Leidenschaft und Kampfbereitschaft, die eine begründete Hoffnung weckt auf die Begegnung gegen den Erzrivalen Eintracht Frankfurt – eine Woche später zu Hause. Und deshalb gebe ich in dieser Tipprunde ausnahmsweise mal keinen Tipp ab. Nehme aber gerne jede Prognose Euerseits entgegen.
Mögliche Aufstellung: Wetklo, Díaz, Noveski, Svensson, Pospech, Baumgartlinger, Malli oder Soto (könnte wieder gesund werden), Zimling, Ivanschitz (wird wieder gesund werden), Müller, Szalaí.
In der Pflicht
Viel ist diskutiert worden nach der ärgerlichen Niederlage von Nürnberg. Die Gegner würden uns längst nicht mehr als Außenseiter wahrnehmen und sich entsprechend auf uns einstellen. Und so will 05-Trainer Thomas Tuchel diese Rolle auch gar nicht weiter pflegen. Sie hat allem Anschein nach ausgedient. Nur – was kommt jetzt? Und wie fügt sich das ein in die Entlassung eines Andreas Ivanschitz oder anders gefragt: Welche Taktik soll nun greifen? Das wird uns der Taktikfuchs sicher nicht sofort verraten, spätestens jedoch in der kommenden Saison. Jetzt gilt es an diesem 29. Spieltag, den nächsten Gegner zu empfangen und – verdammt noch mal – auch zu schlagen. Was schert uns die Europa League. Gewinnen müssen wir. Und so sollen gar nicht viele Worte verloren werden.
Auch Thomas Tuchel will nicht mehr an das Nürnbergspiel denken. Abgehakt, wie er in der Pressekonferenz vor der HSV-Begegnung sagte. Da kommt ein Gegner in die Mainzer Arena, der ebenfalls unbedingt ein Erfolgserlebnis braucht. 2:9 gegen die Bayern, dann zu Hause gegen Freiburg verloren. Zu all den sportlich negativen Schlagzeilen kommen derzeit die amourösen Eskapaden des 30 Jahre alten HSV-Stars Rafael van der Vaart hinzu. Für das Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) ist das komplett Banane. Einfach uninteressant. Die Fans interessiert mehr, wie ihr Verein aus diesem kleinen Tief herauskommt, wie er endlich wieder mal gewinnt. Und sich für die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel bedankt. Schon in dieser Phase hatte das Team immer wieder vermeidbare Gegentreffer kassiert. Mit etwas mehr Konzentration und besserer Zuordnung wäre so manches Tor zu verhindern gewesen.
Abhaken also, wie TT sagt. Er kann personell an diesem Spieltag aus dem Vollen schöpfen. Nur Chinedu Ede muss pausieren. Zimling auf der Zehn würde ich mir wünschen und Ivanschitz auf links, rechts den schnellen Müller. Spekulieren wir aber nicht, sondern warten wir, bis die Aufstellung bekanntgegeben wird. In jedem Fall aber erwarte ich eine deutliche Antwort der Mannschaft: 3:1 oder 2:0. Irgendwas in diese Richtung.
Links: TT im Interview auf der HSV-Homepage: Der HSV ist unberechenbar
Update: Schwerer Gang nach Franken
Nürnberg gegen Mainz (Sonntag, 15.30 Uhr) – vor Jahren hätten wir es noch als ein Spiel unter Underdogs abgetan (nur Spötter behaupten, dass dies noch immer so sei...). Beiden Vereinen gelingt aber seit einigen Jahren ein beständiges Auftreten in der Bundesliga, das selbst nach Abgabe wichtiger Spieler kaum ins Wanken geraten ist. Und beide Vereine haben in den vergangenen zehn Spielen jeweils sechs Unentschieden geschafft.Was für die Nürnberger aber noch viel wichtiger ist: Sie wurden zu Hause bislang erst einmal geschlagen – von Borussia Dortmund. Ein Remis gegen die Bayern und die Schalker mit 3:0 abgefertigt. Und betrachten wir mal das vergangene Spiel gegen Wolfsburg. Nach null zu zwei den Ausgleich geschafft und beinahe sogar noch den Siegtreffer erzielt. Diese Mannschaft hat Moral und Potenzial. Gerade unter ihrem neuen Trainer Michael Wiesinger nutzt sie beides konsequent. Einer der treffsichersten in den Reihen der Nürnberger ist Alexander Esswein. Ob aber Pekhart, Polter oder Pinola – bei den Franken treffen alle. Und selbst der Ex Mainzer Markus Feulner findet zurück zu alter Stärke.
Der FCN ist in seiner Spielweise den Mainzern sehr ähnlich und hie und da vielleicht sogar effizienter, zum Beispiel beim schnellen Offensiv-Umschalten. Hinzu kommt eine eklatante Gefährlichkeit bei Standardsituationen. Wie also den Franken in deren Stadion begegnen? 05-Trainer Thomas Tuchel kann fast auf den gesamten Kader zurückgreifen – nur Shawn Parker hat sich leicht verletzt. Dafür ist Niko Bungert nach sechs Monaten Verletzung wieder ins Training zurückgekehrt.
Zuletzt bemängelte der Trainer die mangelnde Chancen-Auswertung seiner Truppe. Und irgendwie haben unsere Nullfünfer derzeit einen Hang zum genügsamen Unentschieden. Ob dieser Trend in Nürnberg jedoch gebrochen werden wird, daran habe ich starke Zweifel. Irgendwie läuft es derzeit nicht so richtig rund bei unseren Nullfünfern, und hoffen wir außerdem, dass die Nachricht vom auslaufenden Vertrag des Spielers Ivanschitz keine Rolle spielen wird. Allenfalls eine positive. Wagen wir also einen Tipp: Es bleibt, wie es ist – 0:0. Denn beide Teams spielen einfach zu ähnlich.
Und hier noch mal im Video: Tuchel und Heidel zum Thema Ivanschitz-Vertrag.
Osterei
Wenn wir uns schon eine Osterüberraschung wünschen, muss es eine positiv-dicke sein. Bloß kein dickes Ei. Ein Sieg gegen Bremen sollte nach einer Welle von Unentschieden drin sein, wenn wir in dieser Rückrunde noch in aussichtsreichere Tabellenregionen vorstoßen wollen. Andererseits haben wir keinerlei Druck: Zwei Punkte mehr, und der Klassenerhalt wäre gesichert. Wer so denkt, ist zwar Realist, hat aber vermutlich nicht mit dem ehrgeizigen Ansinnen von 05-Trainer Thomas Tuchel gerechnet. Er will Leistung sehen. Und vor allem, dass sein Team alle Vorgaben verinnerlicht hat und jederzeit umsetzen kann. Und schon deshalb wird dieses Heimspiel gegen Bremen kein Langweiler werden.
Der Gegner ist angezählt, hat immer wieder hoch verloren, und trotzdem auch immer wieder mal überzeugend gewonnen. Überzeugen kann Werder in dieser Saison dennoch nicht. Trainer Thomas Schaaf sucht noch immer nach dem passenden Team für einen Neubeginn. Aktuell wird ihm der Klassenerhalt wichtiger sein. Nach fünf sieglosen Spielen mal wieder gewinen, einen Dreier aus Mainz zu entführen – das wär’s. Immerhin hat Bremen eine positive Bilanz bei Auftritten in Mainz vorzuweisen. Vor allem Aaron Hunt traf schon sechs Mal gegen die jetzigen Gastgeber.
Diesmal wird’s allerdings kein leichtes Spiel werden. 05-Trainer Thomas Tuchel kann wieder auf fast alle Rekonvaleszenten zugreifen – Soto, Caligiuri, Kirchhoff, Zabavnik (noch mit Fragezeichen), selbst Junior Díaz fand sich wieder im Training ein. Von den Nationalspielern klagte Niki Zimling über Blessuren. Wagen wir eine Prognose: 2:1 für Mainz. Und Szalaí darf nach fünf Spielen ohne Tor mal wieder treffen.
Ohne Sextett
Unsere Mainzer müssen an diesem Samstag (15.30 Uhr) in Hoffenheim ran – nein, bitte jetzt keine Wortspiele mit einem gewissen Sponsor. Um dennoch im Bild zu bleiben: Die Nullfünfer sponsern die Fahrt nach Sinsheim (Hoffenheim ist dort ja nur ein Stadtteil), denn der Verein feiert zu diesem Tag just seinen 108. Geburtstag (Info hier). Seitens der TSG 1899 ist das sicher willkommen, da die TSG eine möglichst fette Kulisse im Stadion braucht. Schließlich geht es gegen den Abstieg. Da werden alle Kräfte mobilisiert. Und sicher auch ein gewisser Eugen Polanski, der den Gegner, die Mainzer, aus eigener Erfahrung gut kennt und einiges über ihn verraten kann. Und sicher wird.
All das kommt zu den unüblichen Herausforderungen an diesem Spieltag. Zuletzt unüblich war der Ausfall diverser Mainzer Spieler. Verletzt sind noch immer Radoslav Zabavnik, Junior Diaz, Niko Bungert, Nikita Rukavytsya und Marco Caligiuri. Bei Letzterem hofft 05-Trainer Thomas Tuchel noch. Keine Hoffnung gibt’s jedoch für Ivan Klasnic: Er fällt wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel aus. Somit steht dieses “Sextett” nicht zur Verfügung. Einziger Lichtblick: Eric Maxim Choupo-Moting kehrt voraussichtlich ins Team zurück. Hoffen wir nur, dass er fit genug ist.
Apropos Hoffen: Beim Gastgeber ist das Programm, er tut es inständig eigens für dieses Spiel. Der Sieg in Fürth am vorigen Wochenende macht den Hoffenheimern Mut. Jetzt kommt das vermeintlich geschwächte Mainz und könnte ein geeigneter Gegner sein, um sich wieder aufzubauen. Mehr schreib ich jetzt gar nicht mehr. Mein Tipp: 2:1 für Mainz.
Ein Wiedersehen
Schürrle oder Kießling – Leverkusen hat in seinen Reihen hervorragende Stürmer, kommt doch einer aus unseren eigenen Reihen. Mit Ersterem gibt es ebenso ein Wiedersehen wie mit dem Ex-Mainzer Manuel Friedrich, der inzwischen als 33-jähriger seinen Abschied aus Leverkusen vorbereitet.
Auch gegen diesen Gegner heißt es wie zuletzt: mit der den Mainzern ureigenen Taktik ist er zu knacken. Das bedeutet vor allem intensives Bespielen und Beschäftigen sowie schnelles Umschalten. Und natürlich konzentriert Verteidigen – Letzteres war den Mainzern ein wenig verloren gegangen. Aktuell muss Trainer Thomas Tuchel auf Rado Zabavnik verzichten, der neben einer Gehirnerschütterung noch die fünfte Gelbe Karte kassiert hat, er muss weiterhin Jan Kirchhoff draußen lassen, und bei Elkin Soto ergibt sich noch ein Fragezeichen, ob dieser seine Adduktorenzerrung auskuriert hat. Ausfallen wird auch Ivan Klasnic, der zuletzt gegen Düsseldorf getroffen hatte.
Somit ist der Kreis der einzusetzenden Spieler recht überschaubar. Wir können damit rechnen, dass Parker und Szalaí wieder im Sturm auflaufen und sich im Mittelfeld mit dem Müller, Ivanschitz und vermutlich Ede oder Malli von selbst aufstellt. In der Abwehr muss Caliguiri für Zabavnik ran.
Mein Tipp: Gelingt es dem Team, sich auf seine Tugenden zu besinnen, werden wir wieder mal ein Unentschieden holen: 2:2.
Düsseldorf
Heute mal keine Überschrift. Heute mal nur dieses eine Wort, das für die blanke Realität steht, für die postpokale Zeit. Aber Lebbe geht weidä, sagte mal ein berühmter Fußball-Philosoph und danke, ja, ich lege 5 Euro ins Phrasenschwein. Heute schauen wir nach vorne in Richtung eines unangenehmen Gegners, der im eigenen Stadion eine Macht ist, der die Eintracht mit 4:0 nach Hause geschickt hat, der unangenehm presst und defensiv sicher steht. Wir hingegen kommen mit leeren Köpfen nach Düsseldorf, verkatert nach viel zu früher Euphorie und mit anschließendem Absturz.
Nee, Leute, so will ich nicht den Kopf hängenlassen. Es gibt genug, an dem wir uns positiv hochziehen können.
Zum Beispiel dieses 1:0 aus der Hinrunde gegen Düsseldorf. Sowas lässt sich wiederholen. Einfach defensiv wieder besser arbeiten. Klar, das ist angesichts eines fehlenden Soto, Kirchhoff und Diaz, eines angeschlagenen Zimling und einiger außer Form geratener Spieler nicht einfach. Es gibt aber auch Lichtblicke: Parker, Zimling, Ede. Offensivmacht. Da ist was drin, wenn unseren Jungs es gelingt, den Gegner ständig zu beschäftigen. Und nicht nachzulassen. Die Botschaft aus dem Pokalspiel gegen Freiburg muss sein: Nichts verwalten. Immer weiterstürmen. Und mehr muss jetzt nicht gesagt werden. Mein Tipp: 1:1.
Video von der Pressekonferenz mit Christian Heidel (sagt was zu den Schiris) und Thomas Tuchel
WOB=Werkself On Board
Ein unangenehmer Gegner. Gut besetzt und schwer einzuschätzen. Das 2:0 aus dem Hinspiel ist erst mal Makulatur, denn der Gegner hat “nachgerüstet”. Vor allem auf der Bank sitzen ein ganz anderer Trainer und ein Manager, den wir noch gut aus Bremen kennen.
Die Gäste aus der Autostadt treffen jedoch auf eine Mannschaft, die nicht zum vierten Mal hintereinander ohne Sieg aus dem Stadion gehen will, zumal es das eigene ist. Treten unsere Jungs an diesem Samstag (15.30 Uhr) so beherzt auf wie zuletzt gegen Schalke, dürfte uns nicht bange sein. Nur das Glück im Abschluss muss zurückkehren und das Glück, einen Schiri zu haben, der jeweils unzweifelhaft erkennt, was abseits und eine Schwalbe ist.
Wer bei uns diesmal nicht mitspielen kann, dürfte heute noch nicht feststehen. Noveski hatte zuletzt wegen Zahnschmerzen pausieren müssen. Und der Grippe-Virus kursiert ja auch in Mainz. Parker ist noch immer gesperrt, aber Kirchhoff sollte wieder dabei sein. Die Variante mit Zimling auf rechts, Ivanschitz auf links sowie Müller und Szalai ganz vorne hatte ich als recht offensiv empfunden (und zunächst fälschlich als Raute interpretiert). Aber Thomas Tuchel lässt gerne auch auf Raute umschalten. Da sind unsere Jungs flexibel.
Schaun mer mal, was Thomas Tuchel heute in der Pressekonferenz so berichten wird – falls die Grippe das zulässt. Aber tippen können wir trotzdem: 2:0 meine ich.
Drei Punkte aus dem Keller
Die Schalker wissen genau, worum es an diesem Samstag (15.30 Uhr) geht: Darum, den ungeliebten Platz 10 zu verlassen, den Zwei-Punkte-Abstand zum Emporkömmling Mainz aufzuholen, um endlich wieder in internationale Ränge zu kommen. Und unsere rot-weißen Jungs wissen, dass sie wieder gewinnen müssen, zumal sie zuletzt nicht viel geholt haben und jetzt gleich zweimal hintereinander vor heimischem Publikum auftreten. Einer wird dabei jeweils fehlen: Shawn Parker, der vom Sportgericht der DFL rot-gesperrte. Zu Unrecht, wie man empfinden kann.
Nun also geht es darum, an die guten Leistungen von Fürth anzuknüpfen, denn da sah es zeitweise so aus, dass die Nullfünfer auch zu einem überzeugenden Sieg in der Lage waren – hätte es nicht diesen Platzverweis gegeben. Nun aber kommt mit Schalke ein Pfund ins Haus, an dem man sich auch die Zähne ausbeißen kann.
Aktuell müssen die Schalker jedoch...
"Drei Punkte aus dem Keller" vollständig lesenAllez ohne Bancé
Ganz unangenehm, wird diese Aufgabe, ein Brecher wird das. So oder so ähnlich hat 05-Trainer Thomas Tuchel die sonntägliche Begegnung in Augsburg bezeichnet. Auch wenn der Übungsleiter sozusagen an die Wurzeln seiner fußballerischen Tätigkeit zurückkehrt und in der Hauptstadt Schwabens sogar noch seine Verwandtschaft besuchen könnte, so wird er sicher anderes im Sinn haben. Viellicht bleibt ihm am Rande des Spiels irgendwie noch Zeit, ein paar Hände zu schütteln, aber im Grunde weiß jeder, dass in dieser Begegnung viel auf dem Spiel steht.
Die Nullfünfer werden nach der Niederlage gegen Bayern nicht erneut mit null Punkten heimkehren wollen, zumal gleich im Anschluss drei Spiele vor heimischem Publikum anstehen, darunter die Pokal-Partie gegen Freiburg. Immerhin ist Augsburg in dieser Rückrunde noch ungeschlagen. Ein Sieg und zwei Unentschieden lautet die Bilanz.
Das sollte den Nullfünfern eine Warnung sein. Und ist es auch. Der Trainer hat großen Respekt vor dem Gegner. Augsburg habe sich gut verstärkt und die Ruhe bewahrt. Die 16 Punkte Unterschied in der Tabelle seien derzeit real nicht vorhanden. Dass seine Jungs nach dem heimischen 0:3 gegen Bayern einen Knacks davongetragen hätten, glaubt Thomas Tuchel nicht. In der Pressekonferenz heute sagte er, dass sich sein Team nur auf seine Stärken besinnen müsse.
Aktuell kann Thomas Tuchel wieder auf seinen Stürmer Nummer eins, Adam Szalai, setzen, muss aber auf Nicolai Müller wegen desser fünften gelben Karte verzichten. Gerade er wird dem 05-Spiel mit seiner agilen Dynamik fehlen. Hoffen wir auf Marco Caligiuris, Elkin Sotos und Julian Baumgartlingers Wiedererstarkung. In der Defensive soll Bo Svensson wieder mitmischen (und bitte auch seinen Vertrag noch mal verlängern). Bei Augsburg wird unser Ex-Mainzer Aristide Bancé nicht dabeisein, da er im Finale des Afrika-Cups für Burkina Farso mitmischen darf.
Ansonsten warten wir gespannt aufs Spiel und gehen fröhlich in die Tipprunde: 1:1, Torschütze: Ivanschitz




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