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Auch zum Schluss ein Remis
Deckel drauf
Die Saisonbilanz fällt klar negativ aus. Und damit ist das von Trainer Thomas Tuchel vorgegebene Ziel schon mal nicht erreicht worden. Dabei fing die Partie für uns gut an. Unsere Nullfünfer gingen beherzt und taktisch geschickt in die Runde, unterbanden das frühe Gegenpressing der Gladbacher, kombinierten ganz passabel und vor allem schnell nach vorne. Das sehenswerte Tor Parkers nach feinem Zuspiel von Pospech fiel zwangsläufig.
Doch anschließend kippte die Begegnung. Warum? Schwer zu sagen. Auffällig jedoch: Wieder mal fehlte die Kreativität eines Elkin Soto (verletzt), die Kompromisslosigkeit und Zweikampfstärke eines Niki Zimling (gesperrt) und der Tordrang eines Adam Szalaí (verletzt). So spielte eben ein Malli, bei dem ich mich meist frage, wie er es überhaupt in diese Elf geschafft hat. Caligiuri (alles Gute!) und Risse blieben erneut blass. Bezeichnend, dass die Flanke zum 1:0 von einem unserer Abwehrspieler kam.
Die zweite Halbzeit war desolat. Dass wir beim 1:4 quasi den Fehler des 1:2 gegen Hannover fahrlässig wiederholten – das macht den Braten auch nicht fett. Es fehlte ansonsten an Passgenauigkeit und Handlungsschnellgkeit sowie an den richtigen Entscheidungen in bestimmten Situationen. Zum schlechter postierten Mann abgespielt, den besser stehenden übersehen, den Zweikampf vermieden oder in nicht aussichtsreicher Position gewagt, etc. etc.
Zwei der vier Gegentore haben wir schlichtweg katastrophal verteidigt – eigentlich gar nicht. Die beiden Latten-Kopfball-Stolperfallen-Treffer hätten sowohl im Entstehen als auch direkt vor dem Einnicken mit mehr Aufmerksamkeit und Konsequenz verhindert werden können. Das Team wirkte von der Rolle. Vermutlich weil es spürte, dass die Vorgaben nicht eingehalten werden konnten? Dass einzelne Spieler wussten, dass es ihr letzter Auftritt vor heimischem Publikum war und sie gar nicht mehr erwünscht sind?
Eigentlich egal. Dieser Auftritt war nichts. Wieder mal! Anders als sonst beschleicht mich jedoch der Eindruck: In dieser Form sind wir nicht bundesligatauglich. So dürfen wir in der kommenden Saison keinesfalls weitermachen. Nun besser erst mal Deckel drauf auf die laufende, denn in Stuttgart werden wir in dieser Form nichts holen.
Eines sollten wir uns andererseits aber auch vor Augen führen: Die Millionen, mit denen Gladbach seine Truppe zusammengestellt hat, die haben wir nicht. Das macht mit den Unterschied aus. Thomas Tuchel kann ohnehin nicht aus dem Vollen schöpfen. Er wechselte am Ende sogar die beiden “Amateure” Sliskovic und Daghfous ein. Verzweifelte Tat? Es wird spannend, wie Christian Heidel und Thomas Tuchel ihren neuen Kader planen wollen.
Aufstellung: H. Müller – Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik – Baumgartlinger, Malli (78. Daghfous) – N. Müller, Ivanschitz, Caligiuri (66. Risse) – Parker (66. Sliskovic).
Blaues Auge
Sehr quirlig und kaum zu bremsen war hingegen unser Nicolai Müller – da frag ich mich: Wo war der die letzten drei, vier Spiele? Junge – in dieser Form bist Du uns hochwertvoll. Einer, der die Initiative ergreift und Drang zum Abschluss hat. Sonst blitzt das oft genug bei Ivanschitz auf, der diesmal aber schon beim Aufwärmen spürte, dass es doch nicht geht mit seiner Verletzung (nicht die Schulter, sondern die Adduktoren waren’s). Der für ihn eingewechselte Rukavytsya machte seine Sache diesmal recht gut, fand ich.
Dennoch: Es fehlten wieder die entscheidenden paar Prozente. Und die müssen im letzten Heimspiel gegen Gladbach abgerufen werden, wenn’s nicht erneut ohne Sieg ausgehen soll.
Ziel verpasst
Und wieder kein Sieg. 05-Trainer Thomas Tuchel hatte vor dem Spiel ausgegeben, es komme diesmal nur auf ein Ergebnis an, auf einen Sieg, nicht auf die Spielweise. Jetzt wolle er unterm Strich, am Ende der Saison, eine positive Bilanz ziehen. Doch auch das hat diesmal nicht geklappt. Nun bleiben noch drei Spiele, die Bilanz zu verbessern.
Die Überraschung des Tages war – neben der eindrucksvollen Choreo der Fans ( Foto) – ganz sicher das Fehlen von Adam Szalaí. Spekulationen, der Stürmer könne sich bereits einen neuen Verein gesucht haben, wurden nach der Begegnung entkräftet: Adam hat sich einen Bruch des Lendenwirbels zugezogen, so geschehen im Dortmundspiel und mit dem Resultat, dass der Ungar für den Rest der Saison pausieren muss. Keine guten Nachrichten also. Für Szalai stand Parker auf dem Platz – der Mann, der im Hinrundenspiel ein Tor selbst und eine entscheidende Vorlage gegen Frankfurt gemacht hatte.
Im Mittelfeld war Marco Caligiuri wieder dabei, hinten links auch Zabavnik. Ob uns beide künftig erhalten bleiben, ist eher fraglich. Zumindest lässt sich so eine Aussage des Trainers in der abendlichen SWR-Sendung “Flutlicht” interpretieren. Alle Seiten wüssten, wie es weitergeht, sagte Tuchel. Da von einer Vertragsverlängerung allerdings nicht die Rede war, sieht es vermutlich nach Abschied aus. Elkin Soto lief zunächst wieder im Mittelfeld auf, zeigte jedoch schon nach 20 Minuten, dass es noch nicht wieder ganz rund lief nach seinen Rückenschmerzen. Der Trainer musste ihn zur Pause rausnehmen und Zimling bringen.
Die Frankfurter, die nahezu in Bestbesetzung auflaufen konnten, agierten zunächst wie der Gastgeber – abwartend, lauernd, mit gelegentlichen schnelleren Vorstößen. Defensiv boten beide Teams eine recht gute Vorstellung. Lediglich ein katastrophaler Fehlpass von Caligiuri hätte in der zweiten Halbzeit fast zum Gegentreffer geführt. Letztlich lag es an einer starken Vorstellung von Torwart Christian Wetklo, dass nichts passierte. Chancen gab es hüben wie drüben, ja, sie waren recht gleichmäßig verteilt. Unsere Mainzer boten im zweiten Durchgang allerdings die deutlich bessere Vorstellung als die Gäste aus Frankfurt. Zu einem Dreier reichte es am Ende doch nicht.
Fazit: Wir können nicht mehr gewinnen. Unkenrufen diverser Fans zum Trotz, das werde so bis zum Saisonende bleiben, möchte ich mich nicht anschließen. Wohl aber dürfen wir sehr gespannt sein, welche Spieler demnächst in Mainz auflaufen. Der Trainer hatte sich im TV abends diverse Andeutungen gemacht. Konkretes war allerdings nicht dabei.
Kaum Glanzpunkte
Es war die erwartete Niederlage. Allerdings hielt sich unsere “B-Elf” aufgrund der großen Zahl verletzter Spieler doch lange Zeit so gut, dass sogar sowas wie ein Unentschieden in der Luft lag. Doch die wenigen Ansätze und Chancen wurden entweder nicht genutzt oder nicht konsequent zu Ende gespielt. Ein Punkt wäre für unsere Farben auch nicht verdient gewesen. Der BVB dominierte das Spiel und gab das Heft zu keinem Zeitpunkt aus der Hand.
Wer weiß, welches Ergebnis wir geholt hätten, wäre Christian Wetklo nach 32 Sekunden Spielzeit nicht aus seinem Tor gestürmt und am Ball vorbeigesegelt. Er landete bei einem Mitspieler, so dass er den von Reus getretenen Ball gar nicht mehr hätte kriegen können. Eine ähnliche Situation wiederholte sich, konnte mit Glück geklärt werden. Bei anderen Gelegenheiten konnte “Wetti” das ankommende Spielgerät dann tollkühn in die Wolken schlagen.
Was dem Mainzer Keeper hingegen weniger gelang: Er hatte seine Nerven nicht unter Kontrolle. Weiß der Geier, welche Laus ihm diesmal über die Leber gelaufen war, vermutlich war es Lewandowskis Versuch, einen Elfer zu schinden. Von da an haderte und schimpfte Wetklo, was das Zeug hielt, und dafür bekam er dann seine vierte gelbe Karte. Das gefiel selbst 05-Manager Christian Heidel nicht, der nach dem Spiel ankündigte, dieses Programm nun beenden zu wollen.
Zum Spiel gibt’s natürlich auch einiges zu sagen: Thomas Tuchel hatte Verteidiger Stefan Bell auf die Pospech-Position nach rechts gestellt. Pospech wiederum spielte auf links außen. Noveski und Svensson in der Mitte, davor Baumgartlinger und Malli. Risse außen rechts, Rukavytsya – für den angeschlagenen Ivanschitz gekommen – auf links, und Zimling hinter der einzigen Spitze Shawn Parker. Während das Team defensiv ganz ansehnlich arbeitete, fanden wir offensiv eigentlich gar nicht statt. Parker hätte einmal durchstarten können, doch sah es so aus, als ob er lieber Hummels Foul-Angebot annahm und sich theatralisch fallen ließ.
Adam Szalai, in der 57. für Risse eingewechselt, hatte noch die beste Chance zu einem Treffer, doch strich sein Schuss knapp am linken Pfosten vorbei. Insgesamt hatte BVB-Torwart Weidenfeller wenig zu tun an diesem Tag. Auch die Hereinnahme von Nicolai Müller und Marco Caligiuri (der mit Wolfsburg in Verbindung gebracht wird) änderte nichts an der Spielweise unserer Nulffünfer. Der Auftritt war dann auch mit Lewandowskis Treffer in der 87. Minute zum 2:0 zu Ende.
Es bleibt dabei: Offensiv läuft derzeit so gut wie nichts. Unser Team muss endlich wieder zu alter Form und Stärke zurückfinden! Am kommenden Sonntag empfangen wir die Eintracht, die gerade eben mit ihrem 1:0 gegen Schalke frisches Oberwasser erhalten hat. Wir sollten es ihnen rechtzeitig abgraben!
1. FSV Mainz 05:
Wetklo – Pospech, Noveski, Svensson, Bell – Baumgartlinger – Risse (57. Szalai), Zimling, Malli, Rukavytsya (81. Caligiuri) – Parker (70. Nicolai Müller)
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Achtung aufgepasst, vor allem jene, die noch eine Dauerkarte für die kommende Saison haben wollen:
Unser Verein hat die Struktur seiner Eintrittspreise bei den
Jahres- und Tageskarten überarbeitet. Die Stehplatz-Dauerkarte wird günstiger. Ein
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Neubestellungen für Dauerkarten sind ab 7. Mai 2013 möglich. Der Verein schaltet hierfür ab diesem Tag eine Anmeldemaske auf der Vereinshomepage unter www.mainz05.de. Anmeldungen sind dann auch im 05-Fanshop in der Coface Arena, per Mail (an dauerkarten@mainz05.de) oder telefonisch (Rufnummer 06131-37550-0) möglich.
Gescheitert am Unvermögen
Sie klingt schon sehr anklagend, diese Überschrift. Aber so hart muss man mit der Mannschaft auch ins Gericht gehen, wenn man sich die Begegnung in Nürnberg anschaut. 1:2 verloren, beide Tore waren klar zu verhindern – die Mannschaft war gewarnt vor den Standards der Nürnberger – und vorne den entscheidenden Elfmeter nicht verwandelt. Wäre das Adam Szalai (Foto) gelungen, hätte das Spiel vermutlich eine andere Entwicklung genommen.Hätte, könnte, wenn und aber... Es kam anders. 05-Trainer Thomas Tuchel hatte in der Abwehr umgestellt. Für Stefan Bell nahm er wieder Junior Díaz ins Spiel (dem offensiv wenig gelang) und Pospech durfte zurück in die Rechtsverteidigung. Im Mittelfeld sah es nach einer Raute aus: Kirchhoff auf der Sechs, Soto links, Zimling vorne, Baumgartllinger rechts. Vorne stürmten Szalai und Müller.
Beide Teams begannen abwartend, unsere Mainzer schoben sich das Spielgerät sehr häufig in den hinteren Reihen zu, um vor allem in Ballbesitz zu bleiben und strukturiert aufzubauen. Kirchhoff gefiel dabei recht gut. Im ersten Durchgang kamen wir ein ums andere Mal gefährlich vors Nürnberger Tor, nutzen aber unsere Chancen nicht. In der 26. Minute dann das Elfmeter-Foul an Müller, bei dem Sünder Pinola nicht einmal die gelbe Karte sah. Schon in dieser Phase hätten unsere Jungs alles klarmachen können – ja, müssen.
Die Strafe folgte auf dem Fuße. Bei einem Freistoß kam unsere Defensive nicht entschlossen genug an den Ball, und Nilsson gelang der erste Treffer. Zwar verkürzte Müller 2 Minuten später durch einen clevereren Heber über Schlussmann Schäfer, und doch war der alte Abstand keine zehn Minuten später erneut hergestellt – durch eine fast identische Situation wie beim 1:0.
Wer aber gedacht hatte, dass unsere Mainzer nun zu einem Schluss-Sturmlauf ansetzten, sah sich bitter enttäuscht. Auch die eingewechselten Choupo-Moting, Ivanschitz und Ede vermochten es nicht, dem Spiel eine Wende zu geben. Alles in allem: Erneut ein enttäuschender Auftritt unseres Teams. Abermals wäre in einem Spiel deutlich mehr drin gewesen. Abermals wären die Gegentreffer klar zu verhindern gewesen. Abermals wurden beste Chancen – hier sogar ein Elfmeter – nicht genutzt. Was jetzt noch fehlt, wäre ein ähnliches Spiel am kommenden Samstag: Dem HSV kämen wir als Aufbaugegner sicher gerade recht. Jetzt ist Ehrgeiz gefragt, nicht nur der Europa League wegen.
FSV Mainz 05: Wetklo – Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz – Baumgartlinger, Kirchhoff (81. Ivanschitz) – Zimling (81. Ede), Soto (69. Choupo-Moting) – Szalai, Nicolai Müller
Ohne Ivanschitz, aber mit Wetklo
Verlängert wurde hingegen der Vertrag mit Torhüter Christian Wetklo. Aber der gebürtigere Schalker ist ja sowieso schon fast en eschde Meeenzer…
Doppelnull
Nichts Halbes, nichts Ganzes, weder Fisch noch Fleisch. Oder so ähnlich. Unterm Strich dürfen unsere Mainzer zufrieden sein, mit einem Punkt von Hoffenheim aus wieder die Heimreise angetreten zu haben. Stark geschwächt waren unsere Jungs im Kraichgau angetreten, was von sich aus schon keine großen Erwartungen hatte wecken können. Oder doch?
Thomas Tuchel hatte Shawn Parker und Adam Szalai in den Sturm gestellt, musste aber im Mittelfeld kurzfristig auf Elkin Soto verzichten. Bell durfte erneut in der Verteidigung aushelfen, er spielte rechts, Pospech auf links. Mit Ivanschitz, Nicolai Müller sowie Zimling und Baumgartlinger sah das zunächst nach einem 4-4-2 aus. Auf diese Weise kamen unsere Jungs ganz schlecht in die Gänge. Von Anfang an standen wir viel zu sehr unter Druck.
Erst im zweiten Durchgang – Tuchel hatte offensichtlich auf eine Raute umgestellt – bekamen wir den Gastgeber etwas besser in den Griff, wobei nennenswerte Angriffe eher die Seltenheit waren. Noveski hatte vorher bereits einen Kopfball an den Pfosten gesetzt, und später streifte Pospechs Schuss das Lattenkreuz. Parker und Müller schafften es zwar immer wieder, in aussichtsreiche Positionen zu kommen, scheiterten aber letztlich an Ballverlusten, Fehlpässen oder rieben sich in Zweikämpfen auf.
Allerdings muss betont werden, dass Hoffenheim sehr gut defensiv arbeitete. Und der Gastgeber hatte Pech, dass er den einen oder anderen Ball aus aussichtsreicher Position doch nicht verwertete. Auch Malli, für den verletzten Zimling gekommen, und Ede (für Ivanschitz) sowie Choupo-Moting (in den letzten acht Minuten für Szalai) setzen keine Glanzlichter mehr.
Unter den gegebenen Umständen – es sind acht Spieler ausgefallen – kann die Begegnung sogar noch als ein Punktgewinn gewertet werden. Gerade noch so.
Dreckig, aber wohltuend
Was sollten wir große Worte verlieren über diese Begegnung. Trainer Thomas Tuchel hatte für die Defensive mit Stefan Bell quasi seine letzten Reserven aufgeboten. Der Youngster vertrat den im Training verletzt ausgeschiedenen Caligiuri, der wiederum den gesperrten Zabavnik vertreten sollte. Bell erledigte seine Aufgaben überraschend gut, schaltete sich häufig mit in die Offensive ein.
Tuchel hatte sein Team analog zur Ausrichtung des Gegners im 4-3-3 aufgestellt, mit Baumgartlinger auf der Sechs, Soto auf links und Zimling auf rechts. Vorne spielte ein Dreier-Sturm aus Müller, Ivanschitz und Szalai.
Diese Elf spielte phasenweise recht wirkungsvoll. Die Defensive ließ die Gäste kaum herankommen. Vorne kombinierte das Team bisweilen ansehnlich, Ballverluste und Fehlpässe gehören derzeit jedoch zum Standard-Repertoire. Szalais Lattenknaller in der 12. Minute markierte das Übergewicht, das in den letzten 20 Minuten jedoch schwand. Da hätte Stefan Kießling allein vor dem Mainzer Torwart Wetklo alles klar machen können. Den Ball griff sich der Torhüter.
Auch im zweiten Durchgang drückte Leverkusen mächtig, bis dem Ex-Mainzer Manuel Friedrich in der 60. Minute dieses eher versehentlich aussehende Handspiel unterlief. Andy Ivanschitz vollstreckte kurz und trocken den verhängten Strafstoß.
Diesen Vorsprung brachten unsere Mainzer über die Zeit, wobei sie ebenso wie die Gäste Chancen auf Treffer hatten. Da fehlte indes oft die Klarheit und Zielstrebigkeit bei den Angriffen. Oder auch etwas mehr Glück. Das blieb unseren Nullfünfern unterm Strich aber gnädig. Endlich mal wieder ein Sieg – der erste Heimsieg in diesem Jahr. Und wenn er auch etwas dreckig war.
FSV Mainz 05: Wetklo – Bell, Svensson, Noveski, Pospech – Baumgartlinger, Soto – Nicolai Müller (90. +1 Ede), Zimling, Ivanschitz (70. Risse) – Szalai (89. Choupo-Moting).
Zweierlei Maß?
Es mag unklug sein, in einer Phase der Negativstimmung gegen unseren Verein erneut den Finger in die Wunde zu legen und abermals gegen Entscheidungen der DFB-Oberen zu klagen. Fakt ist jedoch, dass das DFB-Bundesgericht – so nennt man sich da analog zu allen Organen der Staatsgewalt – die Sperre gegen den Dortmunder Spieler Robert Lewandowski von drei auf zwei Spiele reduziert hat (Link hier im Blog). Lewandowski war im Spiel gegen den HSV mit gestrecktem Bein gegen seinen Gegenspieler gerutscht. Grobes Foulspiel und rote Karte, sagt der DFB und liegt damit genau in seiner Strafordnung.
Aus meiner Sicht stuft das Gremium den Fall Lewandowski mit dieser Strafmilderung jedoch auf dasselbe Niveau wie den Fall Shawn Parker herab, obwohl der Mainzer nur wegen eines zu hohen Beines eine rote Karte bekommen hatte. Auch Parker musste zwei Spiele aussetzen, soviel wie Lewandowski, obwohl sein Vergehen deutlich niedriger angesiedelt wird.
Wo ist hier noch die Verhältnismäßigkeit, frage ich? Zweierlei Maß? Zu hoch ist gleich gestreckt und umgekehrt? Auf diese Meinung kann ein Fußballfan kommen. Mir jedenfalls erschließt sich die Logik dieser Entscheidung nicht. Und es verstärkt in mir die Auffassung, dass Thomas Tuchel richtig liegen könnte mit seiner Vermutung, dass es bei den Verantwortlichen eine Negativstimmung gegen uns gibt.
Dies aber ausgesprochen zu haben, war nicht besonders hilfreich. Was daraus gemacht worden ist und in der Öffentlichkeit übrig blieb, war nicht das, was Tuchel gesagt hatte und vor allem, wie er es gesagt hatte. Seine Aussagen wurden zu einer “Brandrede” oder gar “Wutrede” verdreht. Dass es das nicht war, kann jeder nachhören. Er muss sich nur mal die Mühe machen – hier ist der Link zum Video.
Fahriger Auftritt
Überhaupt schien an diesem verschneiten Tag kaum etwas gelingen zu wollen. Fahrig wirkte das bisweilen. Das Abspiel, die Flanken, die Defensivarbeit. Auf unserer linken Seite klafften häufig riesige Lücken, und Elkin Soto hatte an diesem Tag auch keinen rechten Zugriff auf das Spiel. So wurde der Kolumbianer kurz nach Wiederanpfiff gegen Marco Caligiuri ausgewechselt. Aber auch er steuerte keine belebenden Impulse bei und musste später noch für Diaz auf die linke Außenverteidiger-Position rücken. Für ihn selbst kam Marcel Risse ins Spiel, und Ivanschitz musste Ede Platz machen.
Gäste-Trainer Hecking hatte sein Team gut auf uns eingestellt. Wolfsburg stand hervorragend, machte die Räume eng, presste früh, lauerte auf schnelle Konter oder Standards. Das änderte sich auch nur wenig, nachdem Alexander Madlung in der 30. Minute die rote Karte gesehen hatte – Notbremse an Müller. Unsere Jungs rannten sich immer wieder im Mittelfeld gegen den dicht stehenden Gegner fest. Da geriet das Spiel zeitweise sogar zum Standfussball. Zu wenige schnelle und überraschende Aktionen. Bezeichnend: Unseren ersten Eckball hatten wir in der 65. Minute.
Für 05 gab es Chancen dennoch zur Genüge. Zumindest im zweiten Durchgang. Aber zwingend kam nichts dabei heraus. Dazu verteidigten die WOBler auch zu bissig. Beste Spieler bei den 05ern waren eindeutig Neuzugang Zimling, Baumgartlinger und Noveski. Bei Müller fehlte heute irgendwie der Turbo und Sazali das notwendige Zielwasser. Gegen Ende schoss er sogar am fast leeren Tor vorbei. Nein, es sollte nichts werden an diesem kalten Tag. Dabei hätten wir leicht ein paar Plätze in der Tabelle nach oben rücken können. Sei’s drum. Jetzt wartet das Pokalspiel am
Aufstellung:
Wetklo – Pospech, Svensson, Noveski, Junior Diaz (74. Risse) – Baumgartlinger, Soto (54. Caligiuri) – Müller, Zimling, Ivanschitz (58. Ede) – Szalai
Ungerechtes Remis
Thomas Tuchel hatte Neuzugang Niko Zimling ins Mittelfeld berufen. Andy Ivanschitz rückte auf die linke Seite und Nicolai Müller wirbelte wieder auf rechts. In die Defensive kehrte Junior Díaz zurück. Das sah gut aus, was das Team von Beginn an aufzog, das roch nach Siegeswillen und Lust am Spiel.
Schalke hatte sehr wenige Chancen in den ersten 30 Minuten. Da klingelte es dann auch schon in Hildebrands Kasten: Müller hatte sich rechts durchgesetzt und in den Rückraum auf Ivanschitz geflankt, der den Ball volley in die Maschen haute. Endlich wieder ein Treffer für den Stürmer aus Österreich.
Dumm nur, dass die Schalker noch vor der Pause den Ausgleich schafften: 05-Keeper Wetklo parierte zwar gekonnt, konnte aber den abgeklatschten Ball nicht mehr festhalten. Den schnappten sich die Schalker, ohne lange zu fragen. Ein vermeidbarer Treffer, aber unsere Nullfünfer waren an diesem Tag besonders offensiv drauf. Mag sein, dass der Drang zum Tor zu Lasten des Defensivspiels ausging.
Diesen Verlauf nahm die Begegnung auch im zweiten Durchgang, obwohl die Gäste da in den ersten 15 Minuten dominierten. Aber unsere Jungs haben das recht schnell wahrgenommen und den Spieß alsbald umgedreht. Nach einem schönen Lauf aus dem Mittelfeld traf Pospech zu seinem ersten Bundesligator.
Von nun an dominierte Rot-weiß, konnte aber beste Chancen nicht nutzen. Vor allem Soto hatte den nächsten Treffer mehrfach auf dem Fuß, jeweils sehr schön herausgespielt. So bestrafte uns der links außen freistehende Bastos mit seinem zweiten Tor, leider einem aus Abseitsposition. Es zählte dennoch. Zwar hatten die Nullfünfer dann noch die Chance zum Sieg, aber es blieb beim 2:2. Ein ungerechtes Remis, denn unterm Strich waren unsere Jungs heute klar besser als der Gegner.
Aufstellung:
Wetklo – Pospech , Svensson, Noveski, Junior Diaz – Baumgartlinger, Soto – Nicolai Müller, Zimling (84. Caligiuri), Ivanschitz (86. Ede) – Szalai




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