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Verrückte Fußballwelt

Nicht einmal eine Woche ist es her, da schien die Welt der Nullfünfer aus den Fugen. Das 2:4 gegen Mönchengladbach war der vorläufige Höhepunkt einer verkorksten Rückrunde. Wenige Tage später schon wurde Nicolai Müller in die Nationalmannschaft berufen. Der Stürmer feiert jetzt sein Debüt bei Jogi Löw – Belohnung für seine hervorragenden Leistungen. Müller war das Licht, das im Spiel gegen Hannover leuchtete. Nicolai Müller glänzt immer wieder mit einer für das 05-Spiel beispielhaften Willensleistung. Auf unserem Bild trifft er gegen den VfB – bitte am Samstag wiederholen.
Ganz so schlecht können die Auftritte unserer 05er also nicht sein. Trainer Thomas Tuchel gab just vor dem letzten Saisonspiel in Stuttgart auch eine Erklärung des Leistungsabfalls seiner Mannschaft. Häufige und langwierige Verletzungen sowie Formverlust bei einigen Spielern machte er vor allem verantwortlich. Wegen des Ausfalls wichtiger Spieler hätten immer wieder dieselben auf dem Platz stehen müssen (War da nicht von Kaderverkleinerung vor der Saison die Rede?). Niemand habe auch nur ahnen können, dass Choupo-Moting und Ivan Klasnic dauerhaft würden nicht spielen können.
Das komplette Mittelfeld gehe auf dem Zahnfleisch. Elkin Soto spiele seit Wochen nur mit 60 Prozent, klage immer wieder über Schmerzen. Kirchhoff sei gleich mehrfach ausgefallen, Zimling von Anfang an ohne Pause gewesen. In der Defensive sei Bo Svensson eigentlich vierte Wahl gewesen, habe dennoch durchspielen müssen. Erst jetzt in Stuttgart kann Niko Bungert wieder auflaufen. Eisenmann Nikolce Noveski hat denn auch an allen Fronten löschen müssen, was nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei.
Vorne in der Offensive sei Shawn Parker noch längst nicht so weit, den kompletten Part eines alleinigen Stürmers zu übernehmen. Adam Szalaí selbst sei seit Wochen ausgepowert. Die Zwangspause jetzt tut ihm ganz gut. Der hoffnungsvoll gestartete Chinedu Ede ist anscheinend (noch) nicht erstligareif. Nikita Rukavytsya war zudem wohl ein Fehlgriff. “Die Mannschaft ist leer und ausgepresst”, sagte Tuchel dieser Tage. Das gelte auch für den mentalen Zustand.
So arbeiten Manager und Trainer weiter am Kader für die nächste Saison. Offensichtlich fischt man mit der Eintracht im selben Becken. Einige Namen werden genannt, zuverlässige Informationen gibt es jedoch wenige. Sicher ist hingegen, das Marco Caligiuris nächster Arbeitgeber Eintracht Braunschweig heißt. Marcel Risse ist in Köln im Gespräch, Anthony Ujah angeblich in Zagreb. Und wer kommt? Das werden die kommenden Wochen zeigen müssen. Wir sind gespannt.
Nicht zu vergessen das Spiel in Stuttgart: Außer Bungert soll Elkin Soto wieder spielen, wenn auch nur mit 60 Prozent. Und Niki Zimling hat seine Sperre abgesessen. Immerhin macht das drei Veränderungen. Ansonsten dürfte dieselbe Elf auflaufen, die gegen Gladbach gespielt hat. Mein Tipp: 1:1.
Deckel drauf
Die Saisonbilanz fällt klar negativ aus. Und damit ist das von Trainer Thomas Tuchel vorgegebene Ziel schon mal nicht erreicht worden. Dabei fing die Partie für uns gut an. Unsere Nullfünfer gingen beherzt und taktisch geschickt in die Runde, unterbanden das frühe Gegenpressing der Gladbacher, kombinierten ganz passabel und vor allem schnell nach vorne. Das sehenswerte Tor Parkers nach feinem Zuspiel von Pospech fiel zwangsläufig.
Doch anschließend kippte die Begegnung. Warum? Schwer zu sagen. Auffällig jedoch: Wieder mal fehlte die Kreativität eines Elkin Soto (verletzt), die Kompromisslosigkeit und Zweikampfstärke eines Niki Zimling (gesperrt) und der Tordrang eines Adam Szalaí (verletzt). So spielte eben ein Malli, bei dem ich mich meist frage, wie er es überhaupt in diese Elf geschafft hat. Caligiuri (alles Gute!) und Risse blieben erneut blass. Bezeichnend, dass die Flanke zum 1:0 von einem unserer Abwehrspieler kam.
Die zweite Halbzeit war desolat. Dass wir beim 1:4 quasi den Fehler des 1:2 gegen Hannover fahrlässig wiederholten – das macht den Braten auch nicht fett. Es fehlte ansonsten an Passgenauigkeit und Handlungsschnellgkeit sowie an den richtigen Entscheidungen in bestimmten Situationen. Zum schlechter postierten Mann abgespielt, den besser stehenden übersehen, den Zweikampf vermieden oder in nicht aussichtsreicher Position gewagt, etc. etc.
Zwei der vier Gegentore haben wir schlichtweg katastrophal verteidigt – eigentlich gar nicht. Die beiden Latten-Kopfball-Stolperfallen-Treffer hätten sowohl im Entstehen als auch direkt vor dem Einnicken mit mehr Aufmerksamkeit und Konsequenz verhindert werden können. Das Team wirkte von der Rolle. Vermutlich weil es spürte, dass die Vorgaben nicht eingehalten werden konnten? Dass einzelne Spieler wussten, dass es ihr letzter Auftritt vor heimischem Publikum war und sie gar nicht mehr erwünscht sind?
Eigentlich egal. Dieser Auftritt war nichts. Wieder mal! Anders als sonst beschleicht mich jedoch der Eindruck: In dieser Form sind wir nicht bundesligatauglich. So dürfen wir in der kommenden Saison keinesfalls weitermachen. Nun besser erst mal Deckel drauf auf die laufende, denn in Stuttgart werden wir in dieser Form nichts holen.
Eines sollten wir uns andererseits aber auch vor Augen führen: Die Millionen, mit denen Gladbach seine Truppe zusammengestellt hat, die haben wir nicht. Das macht mit den Unterschied aus. Thomas Tuchel kann ohnehin nicht aus dem Vollen schöpfen. Er wechselte am Ende sogar die beiden “Amateure” Sliskovic und Daghfous ein. Verzweifelte Tat? Es wird spannend, wie Christian Heidel und Thomas Tuchel ihren neuen Kader planen wollen.
Aufstellung: H. Müller – Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik – Baumgartlinger, Malli (78. Daghfous) – N. Müller, Ivanschitz, Caligiuri (66. Risse) – Parker (66. Sliskovic).
Der letzte Vorhang...
Caligiuri – mal Genie, mal Schlamper. Ich hab ihn meist gerne gesehen. Unvergessen sein Tor im Heimspiel gegen Bayern. Aber auch unvergessen sein Faux Pas gegen die Eintracht. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Und was für Caligiuri, kann auch für Andy Ivanschitz gelten. Dennoch: Der Junge kann dermaßen gut spielen – wenn er denn konstant spielt! Schade, dass er geht! Seine Position soll ja so nicht mehr besetzt werden – wenn ich’s richtig verstanden habe. Und wer glaubt, dass er es hat?
Bleiben Rado und Ivan – irgendwann ist Schluss mit dem Profifußball. Und das ist jetzt nicht annähernd böse gemeint. Rado gefiel mir vor allem dann, wenn er kompromisslos in die Zweikämpfe ging. Außer ihm und Noveski schafft das kaum jemand aus dem Team so.
Jan Kirchhoffs Weggang zu den Bayern ist hingegen schon länger bekannt. Farewell – wir hoffen, dass es was wird hinterm Weißwurst-Äquator. Den Verein verlassen könnten aber auch Rukavytsya und Risse. Letzteren will wohl kaum jemand gehen lassen, aber den jungen Mann zieht es wegen mangelnder Einsätze offenbar weg. Vielleicht zum FCK? Wie auch immer: Seit seiner überstandenen Verletzung konnte der flinke Außenstürmer nicht wieder in die Spur zurückfinden. Apropos Stürmer: in meinem letzten Posting hatte ich Choupo-Moting und Ede weggelassen, aber beide zähle ich wie Nicolai Müller eher zu den Halbstürmern.
Bliebe noch eine Anmerkung zu einem Gerücht um einen Neuzugang für unsere Defensive: Ein Spieler von Sturm Graz war diese Woche gehandelt worden. Laut 05-Manager Christian Heidel ist jedoch nichts dran. Ansonsten müssen wir hier keine Gerüchte dementieren, die wir nicht selbst in Umlauf gebracht haben.
Jetzt aber zum letzten Heimspiel gegen Gladbach: Im Vorjahr war es ein bitteres 0:3 als Abschluss der Saison; Marco Reus war noch dabei. Wenn das diesmal anders laufen soll, muss sich unser Team doch deutlich engagierter dagegen stemmen. Also – letzte Chance für unsere Abgänger, noch mal einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Gladbach liegt drei Punkte vor uns und kann noch immer auf die internationalen Plätze schielen. Da geht es noch um etwas, vorausgesetzt, Freiburg, Frankfurt und der HSV spielen mit. Während es bei uns um einen positiven Saisonabschluss geht. Dafür müssten wir jedoch die letzten beiden Spiele gewinnen. Eine Prognose gefällig? 1:0. Tor: Parker.
Kaderplanung
Wie wird das Profi-Team von Mainz 05 in der kommenden Saison aussehen? Einiges zeichnet sich bereits jetzt ab, so der Fortgang von Andreas Ivanschitz, dessen Vertrag nicht verlängert wird. In diesen Tagen zitieren die Gazetten mehrfach 05-Trainer Thomas Tuchel bezüglich dessen Kaderplanungen – abgesehen von unverhohlener Kritik an der vorzeitigen Bekanntgabe des Falles Ivanschitz (MRZ). Vieles bleibt jedoch reine Spekulation. Man habe klare Vorstellungen, gewisse Spieler schon im Fokus, und im ein oder anderen Fall könnte es schwierig werden, eine Wunschvorstellung zu verpflichten. Mehr lässt sich 05-Manager Christian Heidel nicht entlocken. Einiges lässt sich dennoch festhalten: Neben Ivanschitz werden Zabavnik und Caligiuri dem Team nicht mehr angehören. Der Verein verlängert die Verträge nicht. Der Spätverpflichtung Rukavytsya wird außerdem ein Weggang nahegelegt. Yunus Malli soll bleiben; er strapaziert zwar arg die Geduld des Trainers, doch hat dieser den jungen Spieler noch nicht aufgegeben.
Bleiben soll auch Adam Szalaí. Er spielt in den Planungen Tuchels offensichtlich weiter eine große Rolle, ganz unabhängig von diversen Gerüchten über das Interesse anderer Clubs. Und selbst Ujah, der an Köln ausgeliehene Stürmer, soll noch einmal eine Chance bekommen. Damit haben die Nullfünfer mit Sean Parker drei Stürmer. Rechnet man Nicolai Müller dazu, sind es gar deren vier.
Bleibt die Frage nach dem kreativen Mittelfeld. Wer ersetzt Soto? Oder bietet sich als Alternative an? Einen weiteren Typen wie Niki Zimling könnten wir gut brauchen. Und wer entlastet die älter werdende Defensive? Darauf haben wir jetzt zwar keine Antwort, doch können wir sicher sein, diese in den nächsten Wochen zu erfahren.
Eure Geburtstage
da wir hier in letzter Zeit einige Geburtstage vergessen haben, erinnert uns nun ein kleines Programm in der Seitenleiste an unsere Ehrentage – allerdings nur dann, wenn Ihr dieses Datum in Euer Benutzerprofil eingetragen habt. Bitte nachholen, falls nicht längst geschehen. Hier >>http://www.drahtlos.org/serendipity/serendipity_admin.php<< mit Euren Userdaten einloggen, auf das Benutzerprofil hier gehen, Euren Namen auswählen, auf Bearbeiten klicken, Datum eintragen und speichern. Fertig. Vielen Dank!
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Blaues Auge
Sehr quirlig und kaum zu bremsen war hingegen unser Nicolai Müller – da frag ich mich: Wo war der die letzten drei, vier Spiele? Junge – in dieser Form bist Du uns hochwertvoll. Einer, der die Initiative ergreift und Drang zum Abschluss hat. Sonst blitzt das oft genug bei Ivanschitz auf, der diesmal aber schon beim Aufwärmen spürte, dass es doch nicht geht mit seiner Verletzung (nicht die Schulter, sondern die Adduktoren waren’s). Der für ihn eingewechselte Rukavytsya machte seine Sache diesmal recht gut, fand ich.
Dennoch: Es fehlten wieder die entscheidenden paar Prozente. Und die müssen im letzten Heimspiel gegen Gladbach abgerufen werden, wenn’s nicht erneut ohne Sieg ausgehen soll.
Nichts ist doofer als Hannover
Eines dürfte schon vor dieser Begegnung klar sein: Eine Wiederholung des Hinspiels dürfte es in identischer Form nicht geben, denn Adam Szalai, der Schütze des späten Siegtreffers, fällt wegen seiner Verletzung an einem Lendenwirbel aus. Allenfalls müsste ein anderer Spieler das Kunststück fertig bringen, einen Siegtreffer in letzter Sekunde zu landen. Ja, Kunststück, denn unsere Jungs treffen nicht mehr.
Zu allem Überfluss mussten sich weitere Spieler krank melden: Ivanschitz (wahrscheinlich) und Ede fallen nun ebenfalls aus. Kirchhoff und Choupo-Moting gehören ohnehin bereits der Ausfallliste an. Einen Lichtblick gibt’s bei Verteidiger Niko Bungert, der erstmals seit seinem Kreuzbandriss für den Profikader an diesem Samstag (15.30 Uhr) nominiert worden ist. Nur – wer kann sonst noch spielen? Yunus Malli, das ewige Talent; Nikita Rukavytsya, die wenig überzeugende Spätverpflichtung; Nicolai Müller, der derzeit gehemmte Spitzenmann; Marcel Risse, der nach Form Suchende? Und Elkin Soto, für den es gegen Frankfurt nur für 45 Minuten gereicht hat? Dazu Niki Zimling, der seit Wochen ebenfalls überspielt ist?
Mit dieser Truppe geht es dann in die niedersächsische Hauptstadt, wo wir bislang selten gewinnen konnten, auch wenn die Bilanz gegen Hannover insgesamt perfekt ausgeglichen ist. Die Gastgeber haben immer noch leichte Chancen auf einen Euro-League-Platz und werden schon deshalb unbedingt gewinnen wollen. Nominell sind die Hannoveraner auch gut und schlagkräftig besetzt, und auch die Verletztenliste liest nicht gerade lang.
Für Thomas Tuchel wird es schwer, eine schlagkräftige Truppe dagegenzusetzen, die noch dazu auch mental gerüstet ist. Der 05-Trainer wird vermutlich versuchen, sein Team defensiv sicher einzustellen und auf schnelle Gegenzüge zu setzen. Wagen wir eine Aufstellungsprognose, die derzeit recht einfach scheint: Wetklo, Zabavnik, Noveski, Svensson (2. Halbzeit Bungert), Pospech, Soto (oder Malli), Baumgartlinger, Risse, Caligiuri, Nikolai Müller, Shawn Parker. Na dann auf geht’s. Wenigstens ein Remis. 1:1.
Ziel verpasst
Und wieder kein Sieg. 05-Trainer Thomas Tuchel hatte vor dem Spiel ausgegeben, es komme diesmal nur auf ein Ergebnis an, auf einen Sieg, nicht auf die Spielweise. Jetzt wolle er unterm Strich, am Ende der Saison, eine positive Bilanz ziehen. Doch auch das hat diesmal nicht geklappt. Nun bleiben noch drei Spiele, die Bilanz zu verbessern.
Die Überraschung des Tages war – neben der eindrucksvollen Choreo der Fans ( Foto) – ganz sicher das Fehlen von Adam Szalaí. Spekulationen, der Stürmer könne sich bereits einen neuen Verein gesucht haben, wurden nach der Begegnung entkräftet: Adam hat sich einen Bruch des Lendenwirbels zugezogen, so geschehen im Dortmundspiel und mit dem Resultat, dass der Ungar für den Rest der Saison pausieren muss. Keine guten Nachrichten also. Für Szalai stand Parker auf dem Platz – der Mann, der im Hinrundenspiel ein Tor selbst und eine entscheidende Vorlage gegen Frankfurt gemacht hatte.
Im Mittelfeld war Marco Caligiuri wieder dabei, hinten links auch Zabavnik. Ob uns beide künftig erhalten bleiben, ist eher fraglich. Zumindest lässt sich so eine Aussage des Trainers in der abendlichen SWR-Sendung “Flutlicht” interpretieren. Alle Seiten wüssten, wie es weitergeht, sagte Tuchel. Da von einer Vertragsverlängerung allerdings nicht die Rede war, sieht es vermutlich nach Abschied aus. Elkin Soto lief zunächst wieder im Mittelfeld auf, zeigte jedoch schon nach 20 Minuten, dass es noch nicht wieder ganz rund lief nach seinen Rückenschmerzen. Der Trainer musste ihn zur Pause rausnehmen und Zimling bringen.
Die Frankfurter, die nahezu in Bestbesetzung auflaufen konnten, agierten zunächst wie der Gastgeber – abwartend, lauernd, mit gelegentlichen schnelleren Vorstößen. Defensiv boten beide Teams eine recht gute Vorstellung. Lediglich ein katastrophaler Fehlpass von Caligiuri hätte in der zweiten Halbzeit fast zum Gegentreffer geführt. Letztlich lag es an einer starken Vorstellung von Torwart Christian Wetklo, dass nichts passierte. Chancen gab es hüben wie drüben, ja, sie waren recht gleichmäßig verteilt. Unsere Mainzer boten im zweiten Durchgang allerdings die deutlich bessere Vorstellung als die Gäste aus Frankfurt. Zu einem Dreier reichte es am Ende doch nicht.
Fazit: Wir können nicht mehr gewinnen. Unkenrufen diverser Fans zum Trotz, das werde so bis zum Saisonende bleiben, möchte ich mich nicht anschließen. Wohl aber dürfen wir sehr gespannt sein, welche Spieler demnächst in Mainz auflaufen. Der Trainer hatte sich im TV abends diverse Andeutungen gemacht. Konkretes war allerdings nicht dabei.
Der Beste im Südwesten?
Von der Diskussion über Steuerbetrug zurück auf den Boden der Stadien dieser Republik, in denen es jetzt in den nächsten Wochen um bessere Plätze oder Nichtabstieg geht. Borussia Dortmund und der FC Bayern haben es uns in dieser Woche schon vorgemacht: Mit Leidenschaft und Willen ist immer etwas zu holen. Solange sich eine mentale Stärke aus bislang Erreichtem speisen kann, ist das immer drin. Und hier schließt sich der Kreis zum 1. FSV Mainz 05.
Richtige Erfolgserlebnisse sind bis auf das 1:0 gegen Leverkusen in dieser Rückrunde ausgeblieben. Die Mannschaft wurde für ihren Aufwand, den sie oftmals betrieb, nicht belohnt. Die Niederlage im Pokal gegen Freiburg ist als Wende und Erkenntnis zu werten. 05-Tugenden müssen nicht immer zum Erfolg führen. Können nicht immer. Manchmal entscheiden Kleinigkeiten. Das Pokalspiel weckte in mir auch die Frage, ob diese Mannschaft leistungsmäßig noch so mithalten kann, wie sie soll. Aber es gab vielleicht auch mental einen Knacks, einfach nicht belohnt worden zu sein für die gute Leistung der ersten 70 Minuten. Seitdem spielt das Team nicht mehr so selbstbewusst auf, es fehlt an Leidenschaft, und der unbedingte Siegeswille ist nicht mehr so lebendig.
Die vergangenen Spiele haben aber auch gezeigt, dass es auf wichtige Leistungsträger ankommt: So zum Beispiel auf Elkin Soto, der als Schalter, Umschalter, Kreativkraft und Antreiber im Mittelfeld essenziell ist für das Spiel unserer Nullfünfer. Wo ist da ein Nachfolger in die Sicht, der halbwegs diese Tugenden auch auf den Platz brächte? Für das Kreativspiel brauchen wir dringend noch Leute. Aber auch für unsere Defensive mit Noveski und Svensson – auch hier wäre dringend eine Doppelung notwendig. Adam Szalai dürfte in der nächsten Saison nicht mehr in Mainz spielen. Ersatz muss natürlich her. Bis dahin müssen wir aber unser Restpensum dieser Saison erst mal anständig zu Ende bringen.
Eigentlich kommt Frankfurt jetzt gerade recht. Jetzt wäre eine gut Chance, diese Negativ-Tendenz zu beenden. Ein Heimsieg könnte der Mannschaft wieder das Gefühl geben, ein Spiel mit ihren ureigenen Tugenden zu bestimmen und kontrollieren zu können. Dafür jedoch muss vor allem frische mentale Stärke in die Mannschaft fließen, Selbstvertrauen und der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit. Trainer Thomas Tuchel wird vor diesem Sonntagsspiel (15.30 Uhr) wieder auf einige genesene Spieler setzen können, Soto wird voraussichtlich aber nicht dabei sein. Ivanschitz und Nicolai Müller sind zurück. Hoffentlich auch Zabavnik. Stefan Bell hat bislang einen guten Eindruck in der Defensive hinterlassen. Und: Torwart Christian Wetklo hat versprochen, seine Impulsivität ein wenig zurückzufahren.
Der Gegner reist mit viel Selbstbewusstsein an (kommen die wieder per Schiff?) nach seinem 1:0-Heimsieg gegen Schalke mit gehaltenem Elfmeter von Oldie Nikolov. Außerdem dürfte den Eintrachtern noch die Niederlage aus der Hinrunde quer im Magen liegen. Dazu die ewige Rivalitätsfrage. Wer ist der Beste im Südwesten? Wenigstens in dieser Saison. Ich hoffe auf eine positive Antwort. In jeder Beziehung. Mein Tipp daher: 1:0. Torschütze: Nikolce Noveski ![]()
Kaum Glanzpunkte
Es war die erwartete Niederlage. Allerdings hielt sich unsere “B-Elf” aufgrund der großen Zahl verletzter Spieler doch lange Zeit so gut, dass sogar sowas wie ein Unentschieden in der Luft lag. Doch die wenigen Ansätze und Chancen wurden entweder nicht genutzt oder nicht konsequent zu Ende gespielt. Ein Punkt wäre für unsere Farben auch nicht verdient gewesen. Der BVB dominierte das Spiel und gab das Heft zu keinem Zeitpunkt aus der Hand.
Wer weiß, welches Ergebnis wir geholt hätten, wäre Christian Wetklo nach 32 Sekunden Spielzeit nicht aus seinem Tor gestürmt und am Ball vorbeigesegelt. Er landete bei einem Mitspieler, so dass er den von Reus getretenen Ball gar nicht mehr hätte kriegen können. Eine ähnliche Situation wiederholte sich, konnte mit Glück geklärt werden. Bei anderen Gelegenheiten konnte “Wetti” das ankommende Spielgerät dann tollkühn in die Wolken schlagen.
Was dem Mainzer Keeper hingegen weniger gelang: Er hatte seine Nerven nicht unter Kontrolle. Weiß der Geier, welche Laus ihm diesmal über die Leber gelaufen war, vermutlich war es Lewandowskis Versuch, einen Elfer zu schinden. Von da an haderte und schimpfte Wetklo, was das Zeug hielt, und dafür bekam er dann seine vierte gelbe Karte. Das gefiel selbst 05-Manager Christian Heidel nicht, der nach dem Spiel ankündigte, dieses Programm nun beenden zu wollen.
Zum Spiel gibt’s natürlich auch einiges zu sagen: Thomas Tuchel hatte Verteidiger Stefan Bell auf die Pospech-Position nach rechts gestellt. Pospech wiederum spielte auf links außen. Noveski und Svensson in der Mitte, davor Baumgartlinger und Malli. Risse außen rechts, Rukavytsya – für den angeschlagenen Ivanschitz gekommen – auf links, und Zimling hinter der einzigen Spitze Shawn Parker. Während das Team defensiv ganz ansehnlich arbeitete, fanden wir offensiv eigentlich gar nicht statt. Parker hätte einmal durchstarten können, doch sah es so aus, als ob er lieber Hummels Foul-Angebot annahm und sich theatralisch fallen ließ.
Adam Szalai, in der 57. für Risse eingewechselt, hatte noch die beste Chance zu einem Treffer, doch strich sein Schuss knapp am linken Pfosten vorbei. Insgesamt hatte BVB-Torwart Weidenfeller wenig zu tun an diesem Tag. Auch die Hereinnahme von Nicolai Müller und Marco Caligiuri (der mit Wolfsburg in Verbindung gebracht wird) änderte nichts an der Spielweise unserer Nulffünfer. Der Auftritt war dann auch mit Lewandowskis Treffer in der 87. Minute zum 2:0 zu Ende.
Es bleibt dabei: Offensiv läuft derzeit so gut wie nichts. Unser Team muss endlich wieder zu alter Form und Stärke zurückfinden! Am kommenden Sonntag empfangen wir die Eintracht, die gerade eben mit ihrem 1:0 gegen Schalke frisches Oberwasser erhalten hat. Wir sollten es ihnen rechtzeitig abgraben!
1. FSV Mainz 05:
Wetklo – Pospech, Noveski, Svensson, Bell – Baumgartlinger – Risse (57. Szalai), Zimling, Malli, Rukavytsya (81. Caligiuri) – Parker (70. Nicolai Müller)
Schwarz-gelbe Alpträume
Ausgerechnet jetzt nach Dortmund. Aber ganz gleich wie es um den moralischen und gesundheitlichen Zustand der Mannschaft bestellt ist, so ist ein Gang zu den Schwarz-gelben immer ein besonders schwerer. Dennoch diesmal ungleich schwerer, da der BVB nach seinem Glückssieg gegen Málaga gerade intensiv an seiner vereinsinternen und allgemeinen Legendenbildung weiterstrickt und wir im Gegenzug zurzeit eine Formkrise durchlaufen. Diese Rückrunde liefert uns keine gute Bilanz. In den Köpfen steckt zudem noch die 1:2-Niederlage gegen den HSV, da fallen zum weiteren Unglück wichtige Spieler aus: Soto, Kirchhoff, Choupo-Moting mit erneuter Meniskusverletzung, Caligiuri, Ivanschitz, Bungert, Heinz Müller.
Während bei ein, zwei Spielern noch Hoffnung bis Samstag besteht, ist dennoch klar, dass sich unser Team gegenwärtig alles andere als in Höchstform präsentiert. Und auch mental hat sich das zuletzt deutlich gezeigt im Spiel gegen den HSV: kaum Zweikämpfe, kaum Zutrauen und wenig Drang zum Erfolg. Auch wenn wir nichts herbeireden sollten, so ist dennoch sichtbar etwas geschehen mit der Mannschaft. Fragt sich nur was? Überspielt? Erschöpft? Unklare Vertragssituationen? Bevorstehende Wechsel? Gute Angebote? Vor allem bei Adam Szalaí vermuten viele Fans Letzteres. Ist der Kopf nicht frei? Woran liegt’s?
Schwarzseher haben vor diesem Spiel natürlich Hochkonjunktur, aber das ist bei den bestehenden Kräfteverhältnissen zwischen beiden Mannschaften kein schwieriges Terrain. In jedem Falle sollten wir versuchen, mal endlich wieder unsere typische Spielweise umzusetzen und hinten bis zuletzt deutlich aufmerksamer sein. Ein gut eingespielter Niko Bungert wäre jetzt hilfreich, aber den haben wir zurzeit nicht. Selbst wenn das Spiel beim BVB mit einer für viele erwartbaren Niederlage endet, sollte wieder etwas zu sehen sein von der typischen, überzeugenden 05-Spielweise und von einer Leidenschaft und Kampfbereitschaft, die eine begründete Hoffnung weckt auf die Begegnung gegen den Erzrivalen Eintracht Frankfurt – eine Woche später zu Hause. Und deshalb gebe ich in dieser Tipprunde ausnahmsweise mal keinen Tipp ab. Nehme aber gerne jede Prognose Euerseits entgegen.
Mögliche Aufstellung: Wetklo, Díaz, Noveski, Svensson, Pospech, Baumgartlinger, Malli oder Soto (könnte wieder gesund werden), Zimling, Ivanschitz (wird wieder gesund werden), Müller, Szalaí.
Dauerkarten billiger
Achtung aufgepasst, vor allem jene, die noch eine Dauerkarte für die kommende Saison haben wollen:
Unser Verein hat die Struktur seiner Eintrittspreise bei den
Jahres- und Tageskarten überarbeitet. Die Stehplatz-Dauerkarte wird günstiger. Ein
Stehplatzfan (Nicht-Mitglied, ohne Ermäßigung) zahlt für die Erneuerung seiner
Dauerkarte beispielsweise ab kommendem Sommer 181 Euro statt 206 Euro in der
aktuellen Saison.
Die Informationen über die neuen Dauerkartenpreise gehen den aktuell etwa 22.500 Dauerkarteninhabern in diesen Tagen inklusive der Vorkaufsoption für die jeweilige Dauerkarte zur Saison 2013/14 mit der Post zu. Die Reservierungsoption besteht für die aktuellen Dauerkarteninhaber bis zum 24. Mai 2013.
Neubestellungen für Dauerkarten sind ab 7. Mai 2013 möglich. Der Verein schaltet hierfür ab diesem Tag eine Anmeldemaske auf der Vereinshomepage unter www.mainz05.de. Anmeldungen sind dann auch im 05-Fanshop in der Coface Arena, per Mail (an dauerkarten@mainz05.de) oder telefonisch (Rufnummer 06131-37550-0) möglich.
Ohne Power
Sehr kontrolliert sah das zu Beginn auf beiden Seiten aus. Und recht lange ging das so. Nur der Lattenknaller von Ivanschitz mit Müller-Kopfball im Anschluss ließ aufhorchen. Ausgerechnet der sonst so solide Baumgartlinger leitete das 0:1 mit einem Ballverlust ein. Die unsortierte Abwehr konnte Hamburgs Son nicht mehr stoppen.
Dumm, dass wir vorne unsere Chancen wieder nicht nutzten. Thomas Tuchel stellte nach der Pause um, nahm Zimling und Kirchhoff für den blassen Risse und Svensson hinein, aber erst mit der späten Hereinnahme von Parker kam mehr Zug ins Angriffsspiel. Und der Junge traf. Nur war da längst der zweite HSV-Treffer gefallen, nach Ballverlust von Pospech mit schnellem Gegenzug durch Son, der abermals traf.
So wird das nichts mit weiteren Punktgewinnen unserer Nullfünfer. Und nun geht’s nach Dortmund. Wer glaubt wirklich dran, dass da was zu holen ist?
In der Pflicht
Viel ist diskutiert worden nach der ärgerlichen Niederlage von Nürnberg. Die Gegner würden uns längst nicht mehr als Außenseiter wahrnehmen und sich entsprechend auf uns einstellen. Und so will 05-Trainer Thomas Tuchel diese Rolle auch gar nicht weiter pflegen. Sie hat allem Anschein nach ausgedient. Nur – was kommt jetzt? Und wie fügt sich das ein in die Entlassung eines Andreas Ivanschitz oder anders gefragt: Welche Taktik soll nun greifen? Das wird uns der Taktikfuchs sicher nicht sofort verraten, spätestens jedoch in der kommenden Saison. Jetzt gilt es an diesem 29. Spieltag, den nächsten Gegner zu empfangen und – verdammt noch mal – auch zu schlagen. Was schert uns die Europa League. Gewinnen müssen wir. Und so sollen gar nicht viele Worte verloren werden.
Auch Thomas Tuchel will nicht mehr an das Nürnbergspiel denken. Abgehakt, wie er in der Pressekonferenz vor der HSV-Begegnung sagte. Da kommt ein Gegner in die Mainzer Arena, der ebenfalls unbedingt ein Erfolgserlebnis braucht. 2:9 gegen die Bayern, dann zu Hause gegen Freiburg verloren. Zu all den sportlich negativen Schlagzeilen kommen derzeit die amourösen Eskapaden des 30 Jahre alten HSV-Stars Rafael van der Vaart hinzu. Für das Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) ist das komplett Banane. Einfach uninteressant. Die Fans interessiert mehr, wie ihr Verein aus diesem kleinen Tief herauskommt, wie er endlich wieder mal gewinnt. Und sich für die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel bedankt. Schon in dieser Phase hatte das Team immer wieder vermeidbare Gegentreffer kassiert. Mit etwas mehr Konzentration und besserer Zuordnung wäre so manches Tor zu verhindern gewesen.
Abhaken also, wie TT sagt. Er kann personell an diesem Spieltag aus dem Vollen schöpfen. Nur Chinedu Ede muss pausieren. Zimling auf der Zehn würde ich mir wünschen und Ivanschitz auf links, rechts den schnellen Müller. Spekulieren wir aber nicht, sondern warten wir, bis die Aufstellung bekanntgegeben wird. In jedem Fall aber erwarte ich eine deutliche Antwort der Mannschaft: 3:1 oder 2:0. Irgendwas in diese Richtung.
Links: TT im Interview auf der HSV-Homepage: Der HSV ist unberechenbar




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