Montag, 24. November 2008

Der Mann hatte seinen vierten Einsatz in Liga zwei. Und der wird unvergesslich bleiben. Wahrscheinlich geht Thomas Metzen als erster Dijango-Schiri in die Annalen des deutschen Fußballs ein. Gleichzeitig zwei gelbe Karten aus den beiden Brusttaschen gezückt und so zwei Verweise gleichzeitig ausgesprochen. Respekt. Die dpa zitiert beide Trainer: «Das hab ich zum ersten Mal gesehen. Man lernt nicht aus», meinte
Andersen. «Das war ja Django-Stil. Dem ist in den nächsten zehn Jahren
ein Platz in den Classics des DSF sicher», kommentierte Stanislawski
süffisant den Kunstgriff.
Dabei hatte Metzen (offizieller Beruf laut DFB-Website «Vorstandsassistent», siehe hier) schon sekunden- oder gar minutenlang an seinen beiden Brüsten, pardon, Brusttaschen genestelt, bevor er die Karten so theatralisch gekonnt in die Höhe reckte. Bei so viel Selbstinszenierung gerieten die Delikte der beiden Verwarnten (Karhan und Bruns) ganz zur Nebensache. Und erst das Spiel – für uns ja eine gefühlte Niederlage, wenn man in der 90. noch den Ausgleich fängt. Andersen war wohl sauer deswegen...
Überhaupt - noch mal zum Schiri: Ich würde ihm die Note ausreichend geben (warum nur bekommen die keine Noten? Sie machen ihre Arbeit oft einfach zu schlecht). Der Mann hat nach meiner Auffassung glatt mindestens einen Handelfmeter und zwei Eckbälle übersehen sowie mindestens zweimal einen klaren Vorteil verpfiffen. Und dann dieses Theatralik - dafür sollte es eine Extranote geben.
Bleibt die Frage, wie die DFL das gleichzeitige Hantieren mit zwei gelben Karten sieht. Ist das überhaupt erlaubt? Und gilt einer nicht als besonders geltungssüchtig, wenn er derart viele Sanktions-Instrumente gleichzeitig mit sich führt? Tja, ein Demagoge, der sowas denkt, nicht wahr, Herr Z.?